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Periodical volume 19. Juni 1912

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1912

Sitzung vom 19. Jun i 1912 273
hält das fü r dringender, der andere jenes. E ine Diesen Wunsch möchte ich hier dem M agistrat gegen­
praktische P olitik  muß eben die Aufgaben, wie sie der über aussprechen, und ich hoffe, daß er ihm in Zukunft 
Augenblick bringt, erfassen und kann nicht immer ab­ bei ähnlichen Dingen Rechnung tragen wird. Nachdem 
wägen wollen: kann ich nicht noch ein Weilchen aber der M agistrat sich über die Sache schlüssig ge­
warten, ist nicht noch etwas anderes dringendere worden ist und u n s eine Vorlage in dieser Höhe 
H ie R hodus. hie salta! kann man nur sagen. Jetzt gemacht hat, möchten wir doch alle, auch diejenigen, 
ist es Zeit, jetzt tr itt  die Forderung an uns heran, von denen ich zuerst gesprochen habe, aus den all­
und wir müssen entscheiden, ob und in  welchem Um­ gemeinen Gesichtspunkten der Vorlage zustimmen 
fange w ir ihr entsprechen wollen. Ich  glaube, der und auch zu der Höhe der Spende die Zustimmung 
M agistrat hat das Richtige in  Abwägung der Re- aussprechen. Ich  möchte also bitten, den A ntrag 
präsentationspslichten der S ta d t Charlottenburg und F la tau  abzulehnen und die M agistratsvorlage an­
ihrer Leistungsfähigkeit getroffen, wenn er von Ih n e n  zunehmen.
eine Spende von 20 000 dH erbittet.
Vertreter des Vorstehers S tad tv . O tto : W ir
S tad tv . Dr. S tadthagen: M eine Herren! Auch kommen zur Abstimmung. D er H err Berichterstatter 
unter meinen Freunden sind einige der Ansicht, daß hat die Annahme der M agistratsvorlage empfohlen; 
die Kommune sich im  allgemeinen nur m it den un­ H err Kollege Dr. F la tau  hat den A ntrag gestellt, die 
mittelbaren Aufgaben zu beschäftigen hätte, die inner­ Sum m e von 20 000 d l  auf 10 000 oll herabzusetzen. 
halb ihrer M auern vor sich gehen. E in  anderer Teil Unsere Geschäftsordnung sieht nicht vor, in welcher 
einer Freunde steht allerdings mehr aus dem S ta n d ­ Reihenfolge bei einer derartigen Vorlage abgestimmt 
punkte —  zu denen rechne ich mich auch — , daß die werden soll. Ich sehe den Antrag F la tau  als einen 
Verbindung der S täd te  m it den allgemeinen Auf­ A bänderungsantrag an und möchte Ih n e n  empfehlen, 
gaben von S ta a t  und Reich gar nicht eng genug sein zunächst über den Antrag F la tau  abzustimmen und 
kann, daß kein Unterschied zwischen den Aufgaben im Falle seiner.Ablehnung die M agistratsvorlage zur 
von S ta d t und von Land und von Kreisen usw. Abstimmung zu stellen.
gemacht werden soll. Diejenigen, die auf diesem 
Standpunkte stehen, sind allerdings der Ansicht, daß S tad tv . Dr. Stadthagen (zur Fragestellung): Es 
bei dieser nationalen Flugspende Kreise, Landge­ würde doch zweckmäßig sein, erst über den weiter­
meinden usw., wie das vorhin schon von einer Seite  gehenden Antrag abzustimmen; denn dann würde, 
betont worden ist, ebenso in  den Säckel greifen sollen falls dieser abgelehnt werden sollte —  w as ich nicht 
wie die unm ittelbar städtischen Gemeinden. D er­ hoffe — , dem Betreffenden die Möglichkeit gegeben, 
artige Aufgaben lediglich den einzelnen Personen zu für den abgeschwächten Antrag F la tau  zu stimmen.
überlassen, das ist ja theoretisch recht wohl zu recht­
fertigen, führt aber doch zu großen Schwierigkeiten Vertreter des Vorstehers S tad tv . O tto : M an
und oft nicht zu dem Ziele, das bei solchen großen kann so und so entscheiden.
nationalen Aufgaben erreicht werden soll.
M eine Herren! Gegenüber den Erklärungen, die S tadv . Hirsch (zur Fragestellung): M an kann 
vorhin von anderer S eite  abgegeben worden sind, auch noch anders abstimmen. Ich glaube, das 
möchte ich doch die außerordentliche nationale Wichtig­ Richtigste wäre, wenn m an den A ntrag F la tau  als 
keit der Aufgabe betonen, die nicht nur auf dem Evenlualantrag auffaßte und nur so abstimmte, daß, 
militärischen Gebiete liegt —  allerdings aus diesem wer für den Fall, daß überhaupt etwas bewilligt 
in ganz hervorragendem M aße — , sondern auch werden soll, für den A ntrag F la tau  ist. Den,i 
wesentlich aus dem Gebiete der Entwicklung der I n ­ onst würden ja diejenigen, die grundsätzlich überhaupt 
dustrie, der Flugzeugindustrie: und die Förderung gegen jede Bewilligung sind, um zu verhindern, das; 
dieser Entwicklung kommt nicht zum mindesten auch 20 000 dH bewilligt werden, gezwungen sein, für den 
den deutschen Arbeitern zugute. Ich möchte das A ntrag F la tau  zu stimmen, und dieser würde ange­
gerade bei dieser Vorlage hervorheben. Ich erinnere nommen werden, obwohl vielleicht die M ehrheit der 
daran, meine Herren, daß w ir im Flugwesen Versammlung ganz anderer M einung ist.
eigentlich bahnbrechend gewesen sind, daß Lilienthal 
derjenige gewesen ist, der leider durch frühzeitigen Vertreter des Vorstehers S tad tv . O tto : Herr
Tod nicht mehr dazu gekommen ist, die Entwicklung Kollege F la tau  hat seinen Antrag als Eventualantrag 
herbeizuführen, die nachher in Frankreich erfolgt ist. nicht eingebracht, und ich kann es nicht zulassen, daß 
Aus diesem Gebiete müssen w ir das, w as w ir infolge er hier nachträglich als Eventualantrag charakterisiert 
dieses unglücklichen Umstandes verloren haben, nach­ wird.. E r  ist a ls A bänderungsantrag zur M agistrats­
holen, und das wird allen Schichten der Bevölkerung vorlage eingebracht worden. Ich schlage Ih n e n  vor, 
zugute kommen. die Versammlung selbst entscheidet, über welchen 
N un  die Frage der Höhe des Beitrags. Gewiß Antrag zuerst abgestimmt werden soll.
sind meine Freunde, glaube ich, alle der Ansicht, daß Ich bitte diejenigen, die zuerst über den A ntrag 
es der M agistrat vielleicht nicht nötig gehabt hätte, über 10 000 
    
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