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Periodical volume 19. Juni 1912

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1912

Sitzung vom 9. Juni 1912 267 Schulen G eltung hat, daß kein K lassenlehrer Nach­ A m tes a ls H err S ta d tr a t Dr. G o ttste in zwecks ge­ h ilfeunterricht an seine S chüler erteilen d a rf; d as ist nau er In fo rm a tio n e n des Ausschusses hinzugezogen ihm ohne besondere E rla u b n is un tersag t. Welche werden sollen. G rü n d e die vorgesetzte B ehörde dabei teilen, liegt ziemlich klar auf der H and : m an fürchtet eine ge­ S tad tschu lra t Dr. N e u fe tt: M eine H erren ! Ic h wisse Parteilichkeit der Klassenlehrer. A uf G ru n d gestatte m ir, au f die A usfüh rungen der H erren V o r­ einer solchen Parteilichkeit, w ill ich einm al sagen, sind redner e in iges zu erw idern. doch auch wohl g rö ß ten te ils die statistischen Nach­ H e rr S ta d tv . Schw arz ha t verschiedenes in der richten, die w ir h ier bekommen haben, aufgestellt w o r­ V orlage bem ängelt, z. B ., daß an einer S te fle gesagt den. W ir sind deshalb der M einung , daß w ir m it w orden ist: es stehen Z ahlenangaben nicht zu r V e r­ kritischen Blicken diese statistischen Nachrichten be­ fügung über e tw as, w as einige Z e it nach der E r ­ trachten müssen. S ie sind u n ter einem ganz bestim m ­ hebung der S ta tis tik geschehen ist. W ir haben es nicht ten Gesichtswinkel ausgestellt. W enn ein L ehrer fü r notw endig erachtet, nach der Osterversetzung eine N achhilfeunterricht an soundsoviele Schüler und neue E rhebung zu veranstalten , w eil es sich nicht um S chü lerinnen erte ilt, und er w ird nach einem oder eine Sache von so g roßer B edeutung handelte. D ie zwei J a h r e n gefragt: w as sind denn die E rfolge dieses U n te rrich ts? , dann ist es ganz natürlich , daß S chu lverw altung hatte wohl G elegenheit, zu be­ er erk lärt: es sind gute, es sind zufriedenstellende E r ­ obachten, daß das, w as hier gesagt ist, eingetroffen folge. W enn auch von einer Unehrlichkeit u n te r unse­ ist, und sie verbürg t sich dafü r. E s ist m eines E r ­ re r Lehrerschaft keine Rede sein kann — es ist mensch­ achtens nicht zweckmäßig, die Schulen m it statistischen lich, wenn hier erklärt w ird : die E rfolge, die erw arte t E rhebungen zu überschwemmen. E s ist m ir w ieder­ w urden, sind tatsächlich eingetreten. A u s diesem holt a u s den Kreisen der S chu lm änner m itge te ilt G ru n d e sind w ir der M e in u n g , daß die Angaben einer w orden, daß vor einem J a h r e des G u ten zu viel ge­ N achprüfung bedürfen. schehen ist, und ich habe gern d a rau f Rücksicht ge­ A nderseits scheint u n s, daß m it der E rte ilu n g nom m en; ich wollte den L ehrern und Rektoren nicht des N achhilfeunterrichts e tw as zu w eit gegangen allzu viel Schreibwerk verursackien. Indessen , m eine w ird . D ie Z ah l der Schüler, die am N achhilfeunter­ H erren , w enn S ie g roßes Gewicht au f die V er­ richt teilgenom m en haben, ist erschreckend groß. M a n setzungsergebnisse legen, werden w ir es selbstverständ­ darf die Selbstverantw ortlichkeit der E lte rn doch lich nachholen. nicht so w eit herabdrücken, wie es hier geschieht. W ir H err S ta d tv . Schw arz hat ferner gesagt: 4 % sind der M einung , daß sehr viele M ü tte r und V äter sei ein böser Druckfehler. N ein , m eine H erren , d as und ä ltere Geschwister in der Lage sind, den K indern , ist kein Druckfehler, sondern es ist eine vollkom m en den kleineren Geschwistern nachzuhelfen, daß sie wohl richtige Z ah l. D ie „beteilig ten S chü ler" sind die­ befähigt sind. m it ihnen zu lesen und zu rechnen. jenigen, die beim N achhilfeunterricht in F ra g e D a fü r sind unsere E lte rn auch im m er noch zu haben; kom m en; diese zählen nach T ausenden, und n u r einige sie sollten w enigstens d a fü r zu haben sein. I n diesem H u n d ert kommen h ier in Betracht. Ic h b itte den P u n k t, scheint u n s, w ird e tw as zu w eit gegangen. H errn S tad tv ero rd n eten , d as nachzuprüfen; er m uß D ie Selbstverantw vrtlichkeit der E lte rn d a rf nicht das W o rt 4 % jedenfalls nicht auf die 15 OOO am zu sehr reduziert w erden. D ie S o rg e fü r die unter- Nachhilfeunterricht B ete ilig ten bezogen haben, sondern sichtliche E rziehung der K inder darf unseren F a m ilie n au f eine viel geringere Z ah l. nicht zu sehr genom m en werden. E s ist ferner bem ängelt w orden, daß die U rte ile A ußerdem sind w ir der M einung , daß die F rage der Schulärz te nicht erw ähnt seien, wohl aber die der m it der ganzen O rgan isa tion der Schule zusam m en­ Lehrer. N u n , m eine H erren , w ir haben keine statisti­ hängt. M a n kann nicht einseitig über Nachhilfe­ schen Nachrichten von den A erzten eingefordert. unterricht sprechen, ohne gleichzeitig auch die Gesam t- E in ige A erzte haben sich da rüber in ih ren Berichten o rgan isation der Schule in B etracht zu ziehen. E s geäußert, eine größere A nzahl aber nicht. D ie B e­ w ürde zu w eit führen, hier im P le n u m diese F rag e richte der A erzte sind bei den M itg lied ern der Schul- zu behandeln. A u s diesem G runde b itten w ir eben­ depu ta tion herum gegangen, sie sind dort bekannt ge­ falls, einen Ausschuß einsetzen zu wollen. w orden. W enn irgend e tw as gewünscht w ird , so kann Ich habe gehört, daß in den letzten T agen die es ja noch m itge te ilt w erden. I m allgem einen aber, G enehm igung der ^.-Klassen eingetroffen sein soll. J e d e n fa lls w äre es sehr interessant, zu erfahren, ob glaube ich, ist fü r die B e u rte ilu n g des N achhilfeunter­ und u n te r welchen M odifikationen diese G enehm i­ richts der L ehrer m indestens ebenso q u a lifiz ie rt wie der A rz t. D e r A rz t w ird die W irkung auf den K örper gung nunm ehr eingetroffen ist; denn ganz besonders u n ter diesem Gesichtswinkel, m eine ich, m uß diese beobachten können, der L ehrer w ird aber nicht bloß Schulfrage behandelt werden. W ir stehen vor einer dies, sondern auch die W irkung au f den G eist, au f G esam t- und einheitlichen O rg an isa tio n unserer den B ild u n g sg an g feststellen können. Schulen G ro ß b e rlin s , und w enn vor dem In k ra f t ­ H err S ta d tv . Riesenberg h a t von e iner treten dieser N euo rgan isa tion noch eine besondere M in iste ria lve rfügung gesprochen, welche den O ber­ O rg an isa tio n durch E inrich tung der ^-K lassen für lehrern verbietet, ihren Schülern P riv a ts tu n d e n zu C harlo ttenburg genehm igt und geschaffen werden geben. Diese V erfügung ist zunächst nicht so uneinge­ sollte, so w ürde ich das fü r verfehlt halten. schränkt, wie es nach den W orten des H e rrn V o r­ redners erscheinen könnte; sondern es ist sehr wohl ge­ (S e h r richtig!) statte t, daß un ter bestim m ten U m ständen der L ehrer einem seiner S chüler N achhilfeunterricht g ibt. N u r Auch a u s diesem G runde möchte ich b itten , diese in einem P u n k t besteht ein vollständiges V erb o t: der M itte ilu n g einem Ausschuß von 15 M itg lied ern über­ O berlehrer darf nicht solche S chüler unterrich ten , die weisen zu wollen. er im Exam en zu p rü fen hat. E s gibt tatsächlich auch D em Zusatz desH e rrn Professors Schw arz an den höheren Schulen F ä lle , in denen n iem and ge­ schließe ich mich auch nam ens m einer F reunde eigneter ist, den U nterricht zu erteilen, a ls der be­ an , daß sowohl der D irek to r des Ltaristischen treffende Fachlehrer. N u r d a rf das nicht — und da
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