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Periodical volume 19. Juni 1912

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1912

2 6 6 Sitzung vom 19. Juni 1912
Charlottenburg, gefaßte Resolution betr. A rbeits­ lage für die Darstellung der Schulverhältnisse bietet, 
losenversicherung. dann scheint es m ir geboten, daß w ir überhaupt das 
Statistische Amt dafür in Anspruch nehmen; denn 
W ir treten in die Tagesordnung ein. Punkt 1: spezifiziert sind die Angaben, die w ir über den Nach­
M itteilung betr. Neupflasterung von S traßen . — hilfeunterricht hier erhalten, nicht in jeder wünschens­
Drucksache 178. werten Beziehung. Außerdem läßt sich im vorliegen­
den Berichte die geübte Hand des Amtsstatistikers ver­
missen; ich hätte gewünscht, daß uns in ganz anderer 
S tad tv . Jolenberg: M eine Herren! Nach dem Weise Aufklärung gegeben wäre.
Beschlusse der Gemeindekörperschaften ist der Per- 
waltungsüberschuß für 1911, soweit er eine M illion E s wird hier die Verwunderung ausgesprochen, 
übersteigt, für Neupslasterungen zu verwenden. D er daß die Größe der Zahl derer, die längere Zeit am 
Verwaltungsüberschuß beträgt 1 361 000 dl, also Nachhilfeunterricht teilgenommen haben, überrascht 
sind 361 000 c /Z  für Neupflasterungen verfügbar. Der habe. Uns hat das schon viel früher überrascht; da­her unsere In terpella tionen!
M agistrat macht nun eine entsprechende M itteilung 
unter N r. 1 der Vorlagen unserer Tagesordnung. D ann aber wird aus die günstige Einwirkung 
Außer diesen 361 000 dl  sind —  und das möchte ich des Nachhilfeunterrichts aus das Resultat der Ver­
noch hervorheben —  bereits in den E ta t 345 400 dl setzungen hingewiesen. Uebersehen ist dabei, daß den 
für Neupflasterung der Sophie-C harlo tte-S traße und Grundklassen außer der Einwirkung des Nachhilfe­
der Kaiser-Friedrich-Straße eingestellt, so daß also unterrichts auch noch die Entlastung durch die K in­
im ganzen in diesem Jah re  706 000 dl für N eu­ dergärten zugute kommt, ganz zu schweigen von der 
pflasterungen verwendet werden sollen. I m  Jah re  eventuellen Ueberweistmg von Jahresrepetenten in  
1911 wurden infolge des glänzenden Abschlusses von die B-Klassen.
1910 für diesen Zweck 603 000 dl eingestellt, im E s heißt dann auf Seite  231, Absatz 1, daß seit 
Ja h re  1910 im ganzen 78 300 dl und im Ja h re  1909 Ostern oder Michaelis 1910 an einer —  von uns 
141 000 dl. S ie  sehen daraus, daß für dieses J a h r  unbeabsichtigten —  D auer des Nachhilfeunterrichts 
eine bei weitem höhere Sum m e eingestellt worden 4 % der Kinder teilgenommen haben. D as ist ein böser Druckfehler an der entscheidenden Stelle. E s 
ist als in den vergangenen Jah ren . Trotzdem also 
der Steuersatz nicht erhöht worden ist, haben w ir muß nämlich heißen: 40 % .
auch in diesen Jah ren  sogar in erhöhtem M aße die W ir erfahren ferner, daß 164 Kinder länger als 
sozialen Aufgaben unserer Stadtgem einde auf diesem fünfV ierteljahre Nachhilfeunterricht gehaßt haben. W ir 
Gebiete vollauf erfüllen können. erfahren nicht, wie es m it dem Nachhilfeunterricht in 
'Bei dieser Gelegenheit, meine Herren, glaube den B-Klassen steht. E s heißt, es wäre schwer, diesen 
ich mit Genugtuung darauf hinweisen zu dürfen, daß von dem in den X-Klassen im Berichte zu trennen. Ich hatte im Anschluß an die Etatsverhandlungen 
die optimistische Auffassung der Stadtverordneten­
versammlung in bezug auf das E ta ts jah r 1911 rich­ in der Sitzung vom 6. M ärz dieses Ja h re s  eine spezi­
tig war, und daß die Befürchtungen, die der M ag i­ fizierte Nachweisung gerade über den Nachhilfeunter­
strat gelegentlich unserer E tatsberatung inbezug auf richt in den B-Klassen gewünscht unter Angabe seiner D auer bei den einzelnen Kindern und m it Nennung 
das Ergebnis des vergangenen Ja h re s  ausgesprochen der Namen der betreffenden Kinder und Beifügung 
hat, glücklicherweise nicht eingetroffen sind. der Ergebnisse ihrer Untersuchungen durch die Schul­
K
& (D ie Versammlung nim m t K enntnis.) ärzte. D as  vermisse ich in diesen Ausführungen.Auf die Schulärzte ist so gut wie gar nicht hin­
Vertreter des Vorstehers T tad tv . O tto : Punk t 2 gewiesen; dagegen sind die Aeußerungen der Ge­
der Tagesordnung: meindeschulleiter, Lehrer und Lehrerinnen erwähnt worden. Ich muß sagen, gerade die Schulärzte 
scheinen hier doch zweifellos objektive U rteiler sein zu 
M itteilung betr. R athausturm uhr. —  Drucksache 179. können, während man die gleiche Objektivität nicht 
von denen erwarten und denen zumuten dürfte, deren 
(D ie Versammlung nim m t K enntnis.) Arbeit nicht nur in pädagogischer, sondern auch in 
wirtschaftlicher Beziehung belohnt wird.
Punkt 3 der Tagesordnung: D as sind also eine ganze Reihe von Punkten, die 
M itteilung betr. S tand  des Nachhilfeunterrichts. — meine Freunde geklärt wünschen. W ir schlagen des­
Drucksache 180. halb vor, einen Ausschuß von 15 M itgliedern ein­
zusetzen, und möchten uns dabei der Hoffnung hin­
S tad tv . Schwarz: M eine Herren! Diese Sache geben, daß der M agistrat einem Wunsche von uns 
hat uns schon im Etatsausschuß beschäftigt. D a willfahrt, nämlich dem, daß zu den Arbeiten dieses 
wurde darauf hingedeutet, daß bereits im E ta tsau s­ Ausschusses H err S ta d tra t Dr. Gottstein a ls V er­
schuß des Ja h re s  1911 der Wunsch nach einer Statistik treter der Schulärzte und der Leiter unseres S ta t i ­
des Nachhilfeunterrichts lau t geworden, aber noch stischen Am tes hinzugezogen werden. Ich bitte S ie , 
nicht erfüllt worden sei. N un liegt uns heute ein meine Herren, für diesen Ausschuß von 15 M itglie­
Bericht über den S tan d  des Nachhilfeunterrichts vor. dern zu stimmen.
Ich darf im Namen meiner Freunde sagen, daß wir 
nicht in allen Punkten, in denen w ir es gewünscht T tadtv . Riesenberg: Ich habe im Namen meiner 
hätten, die nötige Aufklärung erhalten haben. S o  Freunde ganz kurze Ausführungen zu machen. Auch 
heißt es z. B . auf Seite  230 im Schlußsatz: „doch meine Freunde sind der M einung, daß für diese 
steht eine genauere Zahleneingabe nicht zur V er­ schwierige und verantwortungsvolle M aterie ein A us­
fügung". Von wem sollen w ir die genaue Zahlenangabe schuß unbedingt notwendig sei. Uns leiten dabei in 
bekommen, wenn nicht vom Schuldezernat? An meh­ der Hauptsache drei Gründe.
reren Stellen wird auf das Statistische A m t hinge­ Erstens haben wir dabei an eine M inisterialver- 
wiesen. Wenn das Statistische Am t auch die G rund­ fügung gedacht, die allerdings nur für die höheren
        
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