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Periodical volume 5. Juni 1912

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1912

Sitzung vom . Jun i  1912 253
M e in e  H e rren , w ir  h a lten  die oberirdische A n ­ A chtung e in e r B e d ü rfn is a n s ta lt  genom m en  w erden  
s ta lt fü r  praktischer, fü r  handlicher, fü r  leichter erreich­ sollte. E s  ist dabei zu beachten, d aß  d e r R eichs­
b a r  u n d  fü r  be lieb ter. kanzlerplatz e in  ganz  bevo rzug ter P la tz  v on  C h a r ­
lo tte n b u rg  ist. E s  steht fest, d aß  eine B e d ü r fn is ­
(H e ite rk e it.) a n s ta lt  d o r t a u f  diesem P la tz  eine w irklich gem ein ­
nützige A n s ta lt sein w ird ; denn sie w ird  nicht n u r  von 
W ir  b ehaup ten , d aß  es bequem er ist, bei solcher G e ­ L eu ten  f re q u e n tie r t w erden , die in  C h a rlo tte n b u rg  
legenhe it schnell e in m a l in  e in  H äuschen  zu schlüpfen, w ohnen , sondern  auch v on  solchen, die a u s  an d e ren  
a ls  20  S tu f e n  h in u n te r  u n d  h e ra u f zu gehen. V o ro r te n  kom m en un d  sich über u n d  durch C h a r lo t te n ­
b u rg  v e rm itte ls t der U n te rg ru n d b a h n  u n d  an d eren  
( S ta b tb .  Zietsch: D a s  h a t m anchm al seine S c h w ie rig ­ V erkehrsm ögltchkeiten  nach dem  G ru n e w a ld  erg ießen . 
keiten! —  H eite rke it.) D a  m u ß  m a n  doch a u f den E indruck, den eine solche 
A n s ta lt h in terlassen  w ürde , Rücksicht nehm en . W ir  
D a s  H ineinsch lüpfen  oder d a s  S tu fe n s te ig e n ? w ü rd en  u n s  a ls  C h a r lo tte n b u rg e r  K o m m u n a lv e rw a l­
tu n g  g a r nichs vergeben, w enn  w ir  h ie r zeigen w o ll­
( Z u r u f :  D a s  kom m t d a ra u f  a n ! ) ten , daß  w ir  auch in  dieser B ez ieh u n g  von  an d eren  
S tä d te n  e tw a s  g e le rn t haben , w enn  w ir  e in m a l über 
D a n n  w ird  soviel von  der A esthetik gesprochen. ein  p a a r  M a rk  hinw egsehen u n d  u n s  e tw as  leisten , 
M e in e  H e rren , sind denn  d e ra r tig e  A n sta lten  be­ w a s  e inen  praktischen Zweck e rfü llt u nd  zudem  einen  
s tim m t, ästhetisch zu w irken? schönen E indruck  h in te r lä ß t.
H e rr  K ollege J o le n b e rg  h a t ja dieselbe R ede 
(H e ite rk e it u n d  Z u ru fe .) heu te  g eha lten  w ie am  6. D ezem ber. E s  w a r  m ir  
k lar, d aß  e r gegen die V o rlag e  sprechen w ü rd e . E r  
S o l l te  h ie r  nicht v ie l m eh r d a s E r r e i c h b a r e  e r­ sagte, daß  die A n s ta lt, w enn  sie oberirdisch g eb au t 
z ie lt a ls  a u f d ie  A esthetik geachtet w erd en ? w erden sollte, gew isserm aßen in  ih re r  E in fachhe it v e r­
W a s  n u n  die g ep lan te  oberirdische A n s ta lt be­ schwinden müsse. J a ,  m eine  H e rren , w a ru m  d en n  
tr if f t ,  so w irb  u n s  gesag t: es soll da e in  G ebäude e r­ eine B e d ü rfn is a n s ta lt ,  die verschw inden soll?
rich tet w erden  m it e inem  kugelförm igen  D ach, m it 
e inem  g roßen  A u fb au , in  K u p fe r gedeckt, d a m it es (H e ite rk e it.)
w e ith in  leuchtet,
D ie  S ache  w ü rd e  w ahrscheinlich so w erden , daß  m an  • 
(H e ite rk e it) die S te l le ,  w o eine solche A n s ta lt errich tet w erden  
m ü ß te , m it soviel gärtnerischen A n lag en  zu um geben 
u n d  d a n n  noch m it e inem  R u n d b a u  m it S ä u le n  v e r­ h ä tte , daß  die A n s ta lt selbst nicht m eh r zu finden  
sehen —  m it e inem  W o rt :  e in  m o n u m e n ta le s  u nd  w äre . D ie  A rg u m en te  des H e rrn  J o le n b e rg  sind 
sehr ansp ruchsvo lles G eb ilde . Ic h  g laube , der A u s ­ nicht durchschlagend. G ew iß , ich gebe zu, daß  ein  H in ­
schuß w ird  sich w ohl m it diesem P ro je k t e tw as  n äh er absteigen u nd  H erau fste igen  seine S chw ierigkeiten  ha t. 
beschäftigen, u nd  er w ird  vielleicht zu  der E rw ä g u n g  A ber, m e in e  H e rre n , e in  M ensch, der sich in  der S i t u a ­
kom m en, daß  es rich tiger ist, e in  H äuschen  h in z u ­ tio n  befindet, solche A n s ta lt zu besuchen, ist so w ie so 
stellen, d a s  in  seiner E in fachhe it möglichst verschwin­ in  b ed rän g te r, schw ieriger L age,
det. D em  P u b lik u m  un d  dem  S tr a ß e n b ild e  ist v ie l 
m eh r d a m it ged ien t, d aß  ö fte r e in m a l e in  k leines a n ­ (H e ite rk e it)
spruchsloses H äuschen  a u f der S t r a ß e  erreichbar ist, 
a ls  d aß  d e ra r tig e  g roße  m o n u m en ta le  G ebäude er­ da kom m t es nicht d a ra u f  an , ob die S chw ierigke it 
rich tet w erden , die fü r  diesen Zweck wirklich nicht noch ein bißchen e rhöh t w ird .
angebrach t sind.
Ic h  habe noch d a ra n  zu e r in n e rn , m eine  H e rren , (H e ite rk e it.)
daß  auch d ie sm a l w ieder die T ie fb a u d e p u ta tio n  in  
dieser F ra g e  ü b e rgangen  w orden  ist. D a s  ist schon M e in e  H e rren , w ir  stehen a u f  dem  S ta n d p u n k t ,  d aß  
bei der letzten V o rlag e  in  diesem S a a le  e rw ä h n t w o r­ m an  au f diesem P la tze  gerade m it Rücksicht a u f die 
den, un d  ich w iederho le  es m it  B e d a u e rn , daß  m an  von m ir  an g e fü h rten  G rü n d e  besser eine un terird ische 
die T ie fb a u d e p u ta tio n  w ieder n icht g efrag t h a t. B e d ü rfn is a n s ta lt  errich ten  sollte.
Ic h  b itte  S ie ,  m eine  H e rren , auch n a m e n s  der W a s  mich aber am  m eisten  v e ra n la ß t h a t, h ie r  
M e h rh e it m e in e r F re u n d e , dem  A n tra g e  des H e rrn  zu  reden, ist der U m stand , d aß  ich bei dieser G elegen ­
V o rre d n e rs  zuzustim m en . heit d a ra n  e r in n e rn  w ill, d aß  bei der B e ra tu n g  des 
E ta t s  noch 12 0 0 0  J (  fü r  eine an d ere  B e d ü r fn is ­
B ta b tv . L e h m a n n : M e in e  H e r r e n ! I m  N am en  a n s ta lt eingesetzt w orden  sind, näm lich  fü r  e ine B e ­
m ein e r F re u n d e  d a rf  ich die E rk lä ru n g  abgeben, daß  d ü r fn is a n s ta lt ,  d ie a u f dem  P la tz  D  im  C h a r lo t te n ­
sie d u rchaus nicht gegen d ie  V o rla g e  b e tre ffs  E rrich ­ b u rg e r G eb ie t im  M o a b ite r  O r ts te i l  an  der H u tte n -  
tu n g  e in er un terird ischen  B e d ü rfn is a n s ta lt  sind, sie s traße  h in te r  den F ab rik en  errich tet w erden  soll. W ä h ­
stehen  im  G eg en te il d ieser F ra g e  sehr sympathisch rend  bei der A n lag e  e in er B e d ü rfn is a n s ta lt  a u f dem 
gegenüber, h a lten  sie aber auch nicht fü r  eine L ebens­ R eichskanzlerp latz e in  P u b lik u m  in  F ra g e  kom m t, 
frage fü r  C h a r lo tte n b u rg . D ie  H auptsache ist, daß  d a s  sich d o rt a u s  Z e itv e rtre ib  oder zum  V erg n ü g en  
ü b e rh au p t B e d ü rfn is a n s ta lte n  errich tet w erden un d  usw . ergeht, w ürde  am  P la tz  1) eine A n s ta lt fü r  
wom öglich in  recht g roßem  M a ß e . M e in e  F re u n d e  L eu te  errichtet w erden m üssen, die ih rem  E rw erb e  
fassen ab e r auch hierbei d a s  G esam tb ild , d a s  en tsteh t, nachgehen, die d o rt in  den in d u s trie llen  W erken be­
in s  A uge, u n d  v e rtre ten  die Ansicht, d aß  in  d e r G e­ schäftigt sind. fü r  die A rb e ite r  usw . B e i der B e g rü n ­
gend des R eichskanzlerp latzes e tw as  m ehr Rücksicht d un g  d e r E ta tp o s i t io n  ist auch d a ra u f  hingew iesen 
a u f  den V erkehr un d  die äu ß ere  G e s ta ltu n g  bei E r - w orden , daß  d o rt w ied e rh o lt M ä rk te  s ta ttf in d en . A n s
        
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