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Periodical volume 5. Juni 1912

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1912

Sitzung vom 5. Juni 1912 251
Eine Liste liegt m ir noch nicht vor; ich bitte festzu­ so daß im ganzen der Betrag von 50 000 dl verlangt 
zustellen, welche Herren in den Ausschuß, der wird. Die Kosten sollen, wie Sie aus der Vorlage 
11 Mitglieder umfassen soll, gewählt werden sollen. ersehen, aus Nummer 3 des Ausgabeschnittes 1 des 
Extraordinariums des Lvnderetas 4 für 1912 ent­
W ir fahren inzwischen in der Tagesordnung fort nommen werden.
und kommen zu Punkt 4: Meine Herren, die Ausführung der Arbeiten 
ist dringend, sie läßt sich nicht mehr aufschieben; ich 
Vorlage betr. Neuanlagcn auf dem Elektrizitäts­ möchte Sie daher bitten, dem Antrag des Magistrats 
werk. — Drucksache 168. und der Verwaltung Ihre Zustimmung zu erteilen.
Berichterstatter Stadtb. Wilk: Meine Herren! (Die Versammlung beschließt nach dem Antrage 
Die sehr erfreuliche Entwicklung des städtischen des Magistrats, wie folgt:
Elektrizitätswerks bedingt notwendigerweise einen a) Für die Beseitigung der Asche und Schlacken 
größeren Kohlenverbrauch. W ir werden in diesem des Elektriziätswerkes Am Spreebord ist eine 
Jahre nach erfolgter Schätzung schon ein Quantum mechanische Aschenförderanlage herzustellen, 
von etwa 6000 t mehr als im Vorjahre verbrauchen. die Umzäunung des Grundstückes ist zu er­
Die räumlichen Verhältnisse haben infolgedessen neuern,
eine Aenderung erfahren. Um die Kohlen lagern zu der Rest des Grundstückes ist aufzuhöhen und 
können, muß ein jetzt vorhandener Lagerplatz, cur zu pflastern.
dem die Schlacken untergebracht werden, mit heran­ b) Für die vorgenannten Arbeiten wird aus den 
gezogen werden. Außerdem muß der Zufahrtsweg, in der Nr. 3 des Ausgabeabschnitts 1 des 
der zu dem Schlackenlagerplatz führt, kassiert werden, Extraordinariums des Sonderetats 4 für 1912 
um zur Lagerung der Kohlen mit zu dienen. vorgesehenen M itteln von 300 000 dl der Be­
Bei Erörterung der Frage der Unterbringung trag von 50 000 dl zur Verfügung gestellt.)
trat eine andere Fage in die Erscheinung, die sehr 
dringend wurde: die Beseitigung der Schlacken. Für Vertreter des Vorstehers Stabtb. Otto: W ir
diese Beseitigung stehen zwei Wege offen: einmal der kommen zum Punkt 5 unserer Tagesordnung:
bisher eingeschlagene Weg der Abfuhr der Schlacken, 
zum andern die Schaffung einer mechanischen Vorlage betr. Errichtung eines Schuppens für 
Förderanlage. Die erstere Möglichkeit, die Abfuhr Straßcnwaschmaschinen. —  Drucksache 169.
der Schlacken, ist mit ziemlich erheblichen Kosten ver­
knüpft. Es ist berechnet, daß bei dem jetzigen Be­ (Die Versammlung beschließt nach dem Antrage 
triebsumfange etwa 12 000 dl jährlich an Kosten des Magistrats, wie folgt:
dadurch verursacht werden. Man kann weiter noch Für die Errichtung eines Schuppens zur Un­
mit der Möglichkeit rechnen, daß im Falle einer terbringung der elektromobilen Straßenwasch­
schlechten Baukonjunktur die Nachfrage nach Schlacken maschinen auf dem Hofe der Hauptfeuerwache 
nicht allzu groß sein wird und dann wieder die werden 2400 dl aus dem Dispositionsfonds 
Kalamität eintritt: wo mit den Schlacken hin? Die bewilligt.)
Verwaltung des Elektrizitäswerks schlägt daher vor, 
für die Beseitigung dieser Schlacken einen Platz auf Punkt 6 der Tagesordnung:
dem städtischen Lagerplatz zu pachten, der jetzt an 
den Unternehmer Fricke verpachtet ist und eine Vorlage betr. Errichtung einer Abort- und Be­
Größe von etwa 250 qm haben soll. Die Förderanlage dürfnisanstalt auf dem Reichskanzlcrplatz. —  Druck­
soll über das jetzt schon dem Elektrizitätswerk ge­ sache 170.
hörige, an den Unternehmer Fricke verpachtete 
Grundstück hinweggeführt und die produzierte Asche Berichterstatter Stabtb. Harnisch: Ties oder
auf dem städtischen Stütteplatz gelagert werden. Die nicht tief. das ist hier die Frage.
Kosten für diese Förderanlage werden nach dem Vor­
anschläge etwa 30 000 dl betragen. (Heiterkeit.)
Weiter wird in der Vorlage für die Umzäunung 
des Grundstücks eine feste Umfriedigung gefordert. Meine Herren, Tie wissen, daß w ir uns eigentlich 
Ter jetzt vorhandene Zaun ist nur provisorisch, im Prinzip dahin geeinigt haben, unsere Zu- 
lediglich aus Holzbohlen hergestellt und hat häufig timmung zum Baue fernerer unterirdischer Be­
schon Anlaß zu kleinen Bränden gegeben, weil viel­ dürfnisanstalten nicht zu geben. Sie wissen weiter, 
fach glimmende Asche unmittelbar am Zaun gelagert daß der Magistrat zugesichert hat, er werde uns nie 
wurde. Es ist also dringend notwendig, daß auch wieder eine Vorlage bringen, die den Bau einer- 
die Kosten für die Umfriedigung bewilligt werden. unterirdischen Bedürfnisanstalt betrifft. Hier ist 
Die Verwaltung fordert hierfür die Summe von es doch erfolgt. W ir können ja nun einfach sagen: 
8500 dl. wir haben unsern Standpunkt klar und deutlich fest­
Endlich hat sich die Befestigung des Reststückes gelegt und weichen nicht davon ab. Ich stehe aber 
auf dem Hofe des städtischen Elektrizitätswerks als aus einem andern Standpunkt.
dringend notwendig ergeben. Das konnte bisher Die Gründe, die der Magistrat anführt, und die 
nicht gemacht werden, da die Straße, die vor dem Dir ihn maßgebend gewesen sind, von seinem prin­
Elektrizitätswerk vorbeiführt, bisher nicht reguliert zipiellen Standpunkt abzuweichen, sind auch für mich 
war. Nachdem dies in neuerer Zeit geschehen ist, einleuchtend und maßgebend. Es gibt wohl keinen 
beantragt die Verwaltung, für die Befestigung des Ort in Charlottenburg, für den ich mich bereit er­
Restgrundstücks 5000 dl einzusetzen. klären würde zur Anlage einer unterirdischen Be­
Zur Abrundung und für Unvorhergesehenes dürfnisanstalt ausgenommen den Reichskanzlerplatz 
wird dann noch die Summe von 6500 dl gefordert, oben auf Westend. Meine Herren, wenn Sie sich
        
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