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Periodical volume 10. Januar 1912

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1912

Sitzung vom 10. Januar 191-2 3
Person hatte muh aber außerdem noch oerpfltchter, städtischen Körperschaften, liegt. Ich heiße Säe herzlich 
ihm für seine Mitarbeit zu bansen, die es mir er- willkommen.
möglicht hat, die schweren Lasten dieses Amtes zu 
tragen. Ich heiße Herrn Kollegen Hubatsch und Sie W ir gehen nun zu Punkt 3 der Tagesordnung 
alle, meine Herren, nochmals namens der Versamm­ über:
lung herzlich willkommen.
W ir kommen dann zu Punkt 2 der Tages­ Wahl der Mitglieder des Vorstandes der Stadtver­
ordnung: ordnetenversammlung (Vorsteher, dessen Stellvertreter 
und 4 Beisitzer),
Einführung der wiedergewählten Stadträte.
und ich bitte den Altersvorsteher, Herrn Kollegen 
Der Herr Oberbürgermeister hat das Wort. Frank, den Vorsitz zu übernehmen.
(Die einzuführenden 8 Stadträte treten bor.) Altersvorsteher Dr. Frank (den Vorsitz über­
nehmend): Meine Herren, der Umstand, daß ich am 
Oberbürgermeister Schuhstehrus: Im  Magistrat 20. Januar 1834 geboren und das älteste Mitglied der 
sind m it Ablauf vorigen Jahres 8 Sitze frei ge­ Versammlung bin, legt mir die Pflicht ob, als Alters­
worden, die von der Stadtverordnetenversammlung präsident die
mit den bisherigen Inhabern wieder besetzt worden 
sind, und zwar sind gewählt worden die Herren W a h l  des V o r s t e h e r s
Mittag, Ring, Dr. de Gruyter und Aschenheim zum 
zweiten Male, die Herren Moll, Dr. Schmitt, zu leiten. Ich bitte, die Wahl, welche durch Stimm­
Dr. Jaffö zum dritten Male und unser ältestes M it­ zettel zu erfolgen hat, die Sie auf Ihren Plätzen 
glied, Herr Stadtältester Stendel zum vierten Male. finden, zu vollziehen. Die Stimmzettel werden durch 
Meine Herren, in dieser Wiederwahl, zweiten und die Magistratsdiener eingefordert und dann in üb­
dritten wiederholten Wiederwahl sehe ich und sehen licher Weise durch die Beisitzer geprüft werden.
w ir alle wohl einen in hohem Maße erfreulichen Be 
weis für das vertrauensvolle Verhältnis, in dem (Die Wahl erfolgt. Das Ergebnis wird ermittelt.)
unsere Stadtverordnetenversammlung zu unserem 
Magistrat steht, und im Namen des Magistrats er­ Es sind 61 Stimmzettel abgegeben. Es sind ab­
laube ich mir, bei dieser Gelegenheit Ihnen, meine gegeben für Herrn Kaufmann 53 Stimmen, für Herrn 
Herren Stadtverordneten, den herzlichsten Dank für Wöllmer 3 Stimmen und 5 unbeschriebene Zettel. 
diese wiederholte Wiederwahl auszusprechen, die wir Herr Stadtv. Kaufmann ist also mit 53 Stimmen 
wann und freudig empfinden. zum Vorsteher gewählt. Ich frage Herrn Kaufmann, 
Aber auch Ihnen, meine verehrten Herren Kol­ ob er bereit ist, die Wahl anzunehmen.
legen, gilt der herzliche Dank der ganzen Stadt und 
unseres Magistrats dafür, daß Sie bereit gewesen Stadtv. Kaufmann: Meine sehr verehrten
sind, die Last und Bürde Ihres Amtes, das nicht Herren! Ich danke Ihnen von Herzen für den er­
immer leicht ist und nicht immer mit lauter Rosen neuten Beweis des Vertrauens, den Sie m ir dar­
durchflochten ist, wieder auf Ihre Schultern zu gebracht haben. Ich bin um so mehr darüber erfreut, 
nehmen. Seien Sic überzeugt, daß w ir anderen M it­ als von einzelnen Personen in der Presse wiederholt 
glieder des Magistrats uns timt ganzem Herzen der Versuch gemacht worden ist, m ir die Führung 
darüber gefreut haben, daß Sie wieder die Bänke dieses an und für sich schweren Amtes zu verleiden. 
unseres Magistrats zieren werden, und daß Sie uns Ich lasse mich dadurch aber nicht beirren in dem Be­
wieder bei unseren verantwortungsvollen Arbeiten streben, meine Kraft in den Dienst unserer geliebten 
helfen werden. Möchten Sie nie bereuen, das Ami Stadt zu stellen.
wieder übernommen zu haben! Möchte es Ihnen 
immer und stets Freude und Genuß bereiten! (Bravo!)
Indem ich Sie, meine verehrten Herren, auf den 
von Ihnen bereits geleisteten Diensteid verweise, Ich weiß es wohl, daß mau es nicht jedem recht 
überreiche ich Ihnen die Bestätigungsverfügung, die machen kann; ich weiß aber auch, daß jeder das Rechte 
der Regierungspräsident für Sie ausgestellt hat. wollen kann, und von dem letzteren Gedanken habe 
ich mich stets und werde ich mich auch weiter leiten 
(Geschieht.) lassen.
Vorsteher Kaufmann: Meine sehr geehrten (Bravo!)
Herren Stadträte! Auch ich begrüße Sic namens 
der Stadtverordnetenversammlung aufs allerherz­ Ich hoffe, das mein vorschreitendes Alter es mir er­
lichste bei Ihrer Wiedereinführung in die Aemter, möglichen wird, auch noch in diesem Jahre meine 
die Sie bereits seit langen Jahren bekleiden. Der Pflicht zu tun. Ich nehme die Wahl dankend an.
Willkommensgruß, den ich Ihnen zu bieten habe, 
braucht nur kurz zu sein: ich nehme Bezug darauf, (Bravo!)
daß die Stadtverordnetenversammlung Sie einhellig 
wieder mit Ihrem Mandate bekleidet hat, und daß Altersvorsteher Dr. Frank: Herr Vorsteher Kauf­
wir darin unser Vertrauen und unsern Dank für Ihre mann! Es ist mir eine liebe Pflicht und ein wertes 
bisherige Tätigkeit ausdrücken. Ich wünsche von Recht zugleich, Ihnen namens der Versammlung und 
Herzen', daß Sie alle noch recht lange Ihres Amtes in Ihrem Sinne für die Unermüdlichkeit, die Un­
walten, und daß Sie weiter in Ihrer Arbeit die Be­ parteilichkeit und das Wohlwollen, mit dem Sie auch 
friedigung finden mögen, die in dieser selbstlosen, in diesem letzten Jahre Ihres Amtes gewaltet haben, 
hingebenden Tätigkeit für sämtliche Mitglieder der Dank und Anerkennung auszusprechen und Ihnen
        
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