Path:
Periodical volume 6. März 1912

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1912

Sitzung vom 6. März 1912 91
lieg t, d a n n  Z w ei-, D re ie tag en h äu se r, die sich dadurch d a m a ls  in  der T ie fb a u d e p u ta tio n  von  d e r M e h rh e it 
auszeichnen, d aß  nach der S p a n d a u e r  Chaussee h in ­ der D e p u ta lio n sm itg lie d e r  von  dem H e rrn  O b e r­
ü b e r Z e tte l h e ra u sh ä n g e n : h ie r  sind m ö b lie rte  S tu b e n  bürgerm eister, dem  H e rrn  S ta d tsy n d ik u s  u n d  v e r­
zu v erm ie ten . E s  sieht Noch v ie l schlim m er a u s :  es schiedenen m aßgebenden  H e rren  der D e p u ta tio n  ge­
h ä n g t schmutzige Wäsche zum  Trocknen h e ra u s !  D a ­ te ilt u n d  g eäu ß e rt w orden  ist. W ir  h a tte n  d a s  G e ­
zwischen liegen zw ei M utscherfnetpen, T anzlokale , es füh l, d aß , w enn  eine viergeschossige H ochbaum askc an  
sind Schaukeln  an  die B ä u m e  gebunden , u n d  schließ­ der S p a n d a u e r  C haussee v o r  A ltw estend  vorgeleg t 
lich endet d ie  B e b a u u n g  bei dem  E tab lissem en t M oritz  w ürde , d ie s  d e r erste A n fan g  w äre , u m  diese L u f t­
im  O sten . D a s  ist also d a s  „ V illen g eb ie t" , d a s  even­ quelle u n d  L u n g e  der S t a d t  C h a rlo tte n b u rg  a n  dieser 
tu e ll e rh a lten  w erden kann. Nach m e in e r festen S te l le  abzuschneiden un d  gew isserm aßen, w enn  m an  
U eberzeugung  w ird  d a s  ew ig so b leiben —  nicht ewig, d a s  erste S tück  erst abgeschnitten h a t, a llm ählich  ganz 
aber recht lange . E in  B eisp ie l d a fü r  is t die B ism arck­ A ltw estend  zu ru in ie re n .
s traß e : a u f  der e inen  S e i te  ist sie an stän d ig  gew orden. 
D iese w ü rd e  zu vergleichen sein m it  d e r N ordseite  ( S e h r  rich tig !)
d e r S p a n d a u e r  Chaussee, die höchstwahrscheinlich, 
ziem lich sicher, an stän d ig  w erden  w ird ; d a n n  haben D ie  H erren , die nach A ltw estend  h in au sg ezo g en  sind, 
S i e  die andere  S e i te  der B ism arckstraße  m it  den —  sich d o r t eine V illa  gebau t haben , u m  d o rt in  R u h e  
ich g laube, ich kann sagen, B aracken, den  a lte n  C h a r ­ zu leben, haben e in  Recht d a ra u f !  S i e  sind d ie  ersten 
lo tte n b u rg e r  H äu sern , d ie  da  noch stehen, die zum  gewesen, die d o r t a u f  den G edanken  gekom m en sind. 
T e il  jeder B eschreibung spotten . E s  w urde  ange­ D ie  S p e k u la n te n  fo lg ten  erst spä te r nach. I h n e n  
nom m en , sie w ü rd en  schnell herun tergerissen  w erden, soll n u n  eine M ask e  vorgeleg t w erden , sie sollen in  
w enn  au s der a n d e rn  S e i te  eine gute B e b a u u n g  e in ­ die H in te rh ä u se r  h ineinblicken! D e n n , m eine  H e rren , 
setzte. A ber die a lten  H äu se r haben im m e rh in  noch d a s  lä ß t  sich nicht verm eiden , w en n  d o r t erst hohe 
e inen  gewissen W ert, d e r die B auste lle  so teu er macht, H äu se r g eb au t w erden . W ir  können  n icht d ie  b a u p o li­
d aß  d a s  H e ru n te rre iß e n  u n ra tio n e ll w äre . G e n a u  zeilichen B es tim m u n g en  so zusam m enschneiden, 
dasselbe haben w ir  a u f  diesen Blocks. D a  steht auch d aß  w ir  vorschreiben: d a s  H in te rh a u s  soll eine 
—  ich sage w ied er: B aracken, G erü m p e l, d a s  nicht schöne F assade bekom m en. S i e  sehen ü b e r  die 
verschw inden w ird , w eil d a s  T e r r a in  zu teu er w ird , B ä u m e  h inw eg  in  die H in te rh ä u se r  h in e in , 
w en n  D re ie tag en h äu se r abgerissen w erden  müssen, und  die schrecklichen V erhä ltn isse , d ie  u n s  H e rr  
u m  V illenbauste llen  zu w erden . D ie  S p a n d a u e r  K ollege H arnisch a n  der Ecke vo n  v o rn  geschildert h a t, 
Chaussee ist eine V erkeh rsstraße , sie w ird  es im m er w erden  sich fü r  d ie  B ew o h n e r v o n  A ltw estend  von  
m ehr w erden , un d  an  die V erkehrsstraße  w erden  nach h in te n  zeigen. D o r t  w erden  K le id e r getrocknet 
m e in e r  U eberzeugung n ie  V illen  gelegt w erd en ; sie w erden, d o r t  w ird  m a n  Wäsche h e rau sh ä n g e n  sehen, 
können d a  nicht entstehen, w eil kein M ensch an  e iner un d  den  B ew o h n e rn  von  A ltw estend  w ird  n ich ts 
V erk eh rsftraß e  eine V illa  b a u t, die doch eigentlich ü b rig  bleiben a ls  au szu z ieh en . E s  w ird  d a n n  auch 
den  Zweck h a t, R u h e  zu b ieten . W esh a lb  ist denn  schließlich ein  H ochbauv ierte l w erden , u n d  w ir  w erden  
gerade dieses S tück  von  ganz W estend d a s  a lle rv e r­ d a m it unsere r S ta d t  keinen V o rte il  b rin g en . U ebera ll 
lorenste un d  tra u r ig s te ?  W eil schon bei B eg rü n d u n g  w ird  jetzt versucht, z. B .  durch d ie  G a r te n s ta d t F r o h ­
d e r V illenko lon ie  vo r 4 0  J a h r e n  jeder w u ß te : d a s  ist n a u  u n d  w as  ich I h n e n  sonst noch n en n en  könnte, 
d a s  schlechteste S tück  von  W estend, da  ist der ganze eine w eite B e b a u u n g  zu schaffen. W ir  zers tö ren  
T ru b e l des V erkehrs nach S p a n d a u .  D a  haben sich durch solch V orgehen  die E ntw ick lung  der w enigen  
d ie  kleinsten L eu te  angesiedelt, d ie L eu te , d ie sich nicht w eiten  B eb au u n g , d ie  noch v o rh an d en  is t; w enn  w ir  
eine V illa  schaffen w ollten , sondern  d ie  ih r  H a u s  m ehr den V orschlägen des H e rrn  H arnisch  fo lgen, so r u i ­
a ls  K a p ita ls a n la g e  betrachteten , d a s  ih n e n  möglichst n ie re n  w ir  u n s  d a s  G eb ie t vo n  A ltw estend  —  u n d , 
hohe R e n te n  b rin g en  sollte. G e n a u  d a s , w a s  ich fü r  m eine H erren , vo n  den  d o rtig e n  B e rg en  kom m t d ie  
d ie  Z u k u n ft befürchte, w ird  durch die V erhältn isse  gu te  L u s t in  die S t a d t  — , w ir  nutzen auch n icht den  
bew iesen, d ie  seit A n fan g  in  W estend bestanden. A n  S te u e rz a h le rn . D ie  d o r t ih re  V ille n  haben , b rin g en  
der S p a n d a u e r  C hausiee kann  nach m e in e r Ansicht der S t a d t  doch auch gewisse V o rte ile . I c h  g laube, 
nicht V ille n b a u  entstehen. J e d e r  sucht in  der V illa  d aß  sich im  L a u fe  der Z e i t  solche Z u stän d e  m i t  den 
R u h e , geht aber n icht m i t  ih r  a n  die V erkeh rsstraße . jetzt noch w enig  schönen H äu se rn , w ie sie eben ge­
M e in e  H e rren , d ie s  ist m ein  S ta n d p u n k t ,  der, schildert w ord en  sind, auch v o n  a l le in  rege ln  lassen 
w ie ich I h n e n  schon sagte, von der M e h rh e it der T ie f ­ w erden . D a s  ist vielleicht e in  P u n k t ,  w o die S t a d t  
b a u d e p u ta tio n  nicht ge te ilt w orden  ist. I c h  h a lte  ih n  einsetzen kann , u m  fü r  sich G rundstücke zu erw erben , 
aber doch fü r  so beachtensw ert, d aß  w ir  u n s  vielleicht w a s  nicht unm öglich  ist. Auch a n  a n d e rn  S te l le n  
in  der A usschußsitzung d a rü b e r  k lar w erden können, gab es ähnliche Schandflecke, in  B e r lin  w ie bei u n s ,  
ob die G rü n d e , die ich a n g e fü h rt habe —  oder ein ige die allm ählich  a u s g e rä u m t w u rd en . A b er m a n  soll 
de r G rü n d e  vo n  m ehreren , die ich noch habe — , stich­ nicht d a s  K in d  m it dem  B a d e  ausschütten .
h a lt ig  sind oder ob sie zu verw erfen  sind. Ic h  w ürde  
S i e  b itte n , m it m ir  d a h in  zu entscheiden, diese V o r­ Stadtsyndikus Dr. M aier: I c h  möchte gegenüber 
lage  in  e inen  A usschuß zu schicken. D a  ich sie fü r  
w ichtig genug  h a lte , u m  eine große  B e te ilig u n g  des den A u sfü h ru n g e n  d es H e rrn  R e fe re n te n  auch vom  
Ausschusses zu rechtfertigen, so schlage ich e inen  F ü n f ­ M ag istra ts tisch e  a u s  hervorheben , d aß  sich d e r M a ­
zehnerausschuß  v o r. I c h  b itte  S ie ,  dem  zuzustim m en . g is tra t in  seiner g roßen  M e h rh e it a u f den S ta n d p u n k t  gestellt h a t, d aß  von  der la n d h a u s m ä ß ig e n  B e b a u u n g  
in  A ltw estend  nicht abgew ichen w erden  soll. A n  u n d  
Ttadiv. Wagner: M e in e  H e rre n ! E s  ist d a s  fü r  sich sind ja  die G em eindekörperschaften  ü b e rh a u p t 
gu te  R echt des R efe ren ten , seine persönliche Ansicht nicht zu ständ ig , diese F ra g e  zu entscheiden. S ie  
h ie r  zum  A usdruck zu b rin g en . D a  diese aber, bevor w erden  n u r  in d irek t durch den B e b a u u n g sp la n  h ie r ­
der A usschuß zu sam m en tritt, in  die O effentlichkeit m i t  beschäftigt. D ie  R ech tslage  ist fo lgende.
gelang t, so h a lte  ich es doch fü r  richtig , auch die gegen­ F ü r  A ltw estend  g il t  d ie B a u o rd n u n g  von  1892 , 
te ilig e  Ansicht in  die O effentlickkeil zu b rin g en , die d. h . die la n d h a u sm ä ß ig e  B e b a u u n g , d ie  u rsp rü n g -
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.