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Periodical volume 16. Februar 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

Sitzung vom li .Februar 1910 51
Stätteplatz und der Ladestraße befindlichen Ufer­ S ehr angenehm wäre es m ir gewesen, 
straße hindurch und bringen die Lasten, wieder wenn ich bei den Akten, die ich bekommen 
durch neue Krane gehoben, auf ihre Stelle auf dem habe, auch die Submissionsbedingungen und die 
Stätteplatz; von dort müssen sie dann wieder ver­ Ergebnisse, die Angebote, in bezug aus die D etails 
setzt werden oder abgefahren nach den Stellen, wo bekommen hätte, die S um m en nämlich, die der
sie verwendet werden. Berechnung zugrunde gelegt worden sind —-----
Bei der Hängebahn liegt die Sache so, daß (Andauernde Unruhe. — Glocke des Vorstehers.)
die Lasten gleich aus dem Schiff gehoben werden 
auf eine Brücke, die ü b e r  die S traße hinroeg- Borsteher-Stellv. Dr. Hu bätsch : M eineHerren, 
führt, und direkt auf ihren Platz auf dem Stätteplatz es ist der letzte Punkt der Tagesordnung, S ie 
geschafft werden. werden ja gleich Zeit haben, sich gründlich zu un ter­
Es lassen sich infolgedessen die Unterschiede halten.
dieser beiden in ein paar Worte zusammenfassen: (Heiterkeit.)
bei der alten Krananlage ist eine z w e i m a l i g e  Ich bitte doch, den Herrn Redner nicht zu unter­
H e b u n g  erforderlich und ein Fahren m it einem brechen.
sehr l ä s t i g e n  P f e r d e b e t r i e b ,  während (B ravo!)
bei der neuen Anlage nu r ein e i n m a l i g e s  
H e b e n  notwendig ist und ein weiteres b e ­ Berichterstatter Stadt». Wagner (fortfahrend): 
q u e m e s  u n d  s c h n e l l e s  V e r f a h r e n  D as Ergebnis ist so verschieden in den Angeboten, 
nach dem Stätteplatz und auf demselben hin und her. die eingefordert worden sind — sie differieren bei 
W enn schon an sich dies die neue technische den ersten beiden um  80 000 .46 und springen 
Anlage einleuchtender macht, wird diese neue An­ dann um  weitere 50 000 ,46— , daß eigentlich der Vor­
lage auch durch die Wirtschaftlichkeitsberechnung sichtszuschlag, der hier m it 15 000 M  eingesetzt ist, 
unterstützt. Es ist uns dieses in der Tiefbau­ etw as gering erscheint. Es wäre infolgedessen sehr 
deputation in großen Zügen an der Hand von gut gewesen, wenn es m ir als Referenten möglich ge­
D iagram m en für das Auge verständlich vorgeführt wesen wäre, näher in die D etails einzugehen; denn 
und uns gezeigt worden, daß die neue Anlage auch es wäre unangenehm, wenn m an bei einer Anlage, 
in bezug auf die Zahlen sehr viel vorteilhafter die, wie hier, ziemlich kompliziert, m it vielen beweg­
arbeitet als die alte. Die Wirtschaftlichkeits­ lichen Eisenkonstruktionsteilen arbeitet, schließlich 
berechnung ist in dem Tenor des M agistrats, wie gezwungen wäre, noch nachträglich Verbesserungen 
er Ih n e n  hier vorliegt, nicht so ausführlich geschildert zu treffen, wodurch dann vielleicht Überschreitungen 
worden, so daß ich m ir erlauben werde, hauptsächlich entstehen würden. Es dürfte also im allgemeinen 
mit ein paar Zahlen daraus einzugehen. vorteilhaft sein, wenn die Submissionsbedingungen 
Der Unterschied zwischen der neuen und der und die D etails der Angebote den Akten im m er bei­
alten Anlage in bezug auf das Kapital ist 41 778 M ,  lägen, dam it m an sich darüber auch ein Bild machen 
wenn m an die Anlage nur auf die Hälfte des vor­ könnte. D as ist der Grund, weshalb ich S ie bitte, — 
läufig zu benutzenden Stätteplatzes, d. h. aus und auch aus dem Grunde, dam it die Dinge noch 
5000 Q uadratm eter, ausnutzen wollte. Demgegen­ einmal gründlich durchgesprochen werden — einen 
über stehen, wenn in der neuen Anlage der Betrieb Ausschuß von 11 M itgliedern zu erwählen. Es 
reger ausgenutzt wird, 74 000 M ,  d. H. eine kapitali­ wäre m ir lieb, noch verschiedene rein technische Be­
sierte Sum m e aus dem Unterschied der B etriebs­ denken beantw ortet zu sehen. S o  z. B. ist vor­
kosten dieser beiden Anlagen. S ie  sehen schon geschlagen, daß an der Hängebahn eventuell eine 
daraus, daß sich die Anlage, w enn nur der halbe Greiferanordnung angebracht werden sollte. D as 
Platz ausgenutzt wird, sehr viel vorteilhafter ge­ ist etwas, was ich für schwierig halte. Dann müßte 
stalten wird. Wenn der Platz aber in seiner ganzen auch die schwierige Bewegung der langen Schwenk­
Länge ausgenutzt werden sollte, dann stellen sich brücke noch geklärt werden und andere verschiedene 
diese Zahlen noch beträchtlich anders; dann würde Fragen.
sich eine Sum m e von 38 478 J l ,  d. H. der Unter­
schied der Kapitalbeschaffung, gegen eine kapitali­ (Die B eratung wird geschlossen. Die Ver­sammlung beschließt die Einsetzung eines Aus­
sierte Sum m e in einem regen Betrieb von 171 000,46 schusses von 11 M itgliedern und wählt zu Ausschuß­
stellen.
Hätte m an nun noch einige Bedenken vielleicht mitgliedern die S tad tv . Becker, B raune, Brode, 
gegen den Quotensatz, in dem die S um m en kal­ Haack, Harnisch, Klau, Münch, Rackwitz, Scharnberg, 
kuliert worden sind, oder gegen einige andere vor­ W agner und W ill.)
herige Annahmen, so würde sich trotzdem die Sache, Borstcher Stell» . Dr. Hnbatsch: Ich  schließe 
auch wenn sie sich etw as ungünstiger, wie hier an ­ die öffentliche Sitzung.
genommen, stellte, immer zum Vorteil der neuen 
Anlage stellen. (Schluß der Sitzung 9 Uhr 45 M in u ten .)
Monotypesatz und Druck: Adolf Gertz G. m. 6. H., Charlottenburq.
        
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