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Periodical volume 16. Februar 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

44 Sitzung vom II . Ftbruar 1910
m e i d e n  s o l l t e n ,  s i e  a u f  Ü b e r ­ allgemeinen Zwecken dienen wie die staatlichen An­
s c h ü s s e n  d e r  f r ü h e r e n  J a h r e  a u s ­ leihen; wir werden uns überlegen müssen, ob wir 
z u b a u e n .  W e n n  w i r  w i e d e r  z u  nicht m it einem A n t r a g  Glück haben konnten, 
h ö h e r e n  Ü b e r s c h ü s s e n  d e r  e i n ­ d a ß  d i e  R e i c h s u m s a t z s t e u e r  n i c h t  
z e l n e n  J a h r e  k o m m e n  — und es ist ja e r h o b e n  w i r d ,  s o w e i t  e s  s i ch u m  
an sich recht erfreulich, daß in  diesem Jah re  wieder U m s ä t z e  o d e r  A n k ä u f e  d e r  S t a d t  
ein etwas höherer Überschuß zu erw arten ist, wie f ü r  S t r a ß e n  u n d  P l ä t z e  h a n d e l t :  
der Herr Kämmerer sagt •—, d a n n  w e r d e n  denn daß hier ein öffentliches Interesse vorliegt, 
w i r  g ut  t u n ,  d i e s e n  B e t r a g  in ist wohl klar. I n  einem preußischen Gesetze sind 
m ö g l i c h s t  g r o ß e m  U m f a n g e  e i n e  m meines Wissens ähnliche Befreiungen vorgesehen; 
A u s g l e i ch s f v n d s z u z u f ü h r e n ,  da­ im Reichsgesetz sind sie nicht vorgesehen; es ist aber 
mi t  wi r  für schlechte Jah re  und für besondere Auf­ doch nicht ausgeschlossen, daß wir m it einem der­
gaben besser gewappnet sind als diesmal. artigen Vorgehen einen gewissen Erfolg haben 
M eine Herren, bei den Einnahm en ist es in würden.
der T at erfreulich, daß wir die S teuern  um M eine Herren, daß wir in  kulturellen und 
850 000 M höher haben ansetzen können, ohne die sozialen Ausgaben haben weiter gehen können als 
100% der Einkommensteuer zu überschreiten, und bisher, ist ja erfreulich. Wir haben in der T a t jetzt 
bei einer nur geringen Erhöhung der Bodensteuer einen Schuletat von 53/4 M illionen. Etw as bedenk­
von 2,65 auf 2,75 v. T ., bzw. von 5,3 auf 5,5 bei lich ist es aber doch, daß die sozialen Ausgaben in 
unbebauten Grundstücken. Es ist aber im merhin dem einen Jah re  um  10% gestiegen sind. Wir 
schon bedenklich, daß wir bei der M üllabfuhr m it der können uns freuen, wenn wir immerhin noch 
Erhöhung von 0,8 auf 0,9% vom Gebäudenutzungs­ so weit den sozialen Bedürfnissen m it dem E tat ent­
wert nicht mehr auskommen können, sondern für gegen kommen können, dürfen aber die Kehrseite 
diese Einrichtung aus dem allgemeinen Stadtsäckel der Medaille nicht vergessen, daß die Steigerung 
60 000 M zuzahlen müssen. Ich glaube, wir werden der sozialen Ausgaben nicht gerade eine erfreuliche 
den Magistrat bitten müssen, uns im Ausschuß Erscheinung in einer S tad t wie Charlottenburg ist. 
M aterial darüber vorzulegen, in welcher Höhe die Bei den sozialen Ausgaben fällt es einem auf, 
Hausbesitzer in  den anderen Kommunen von daß in  dem Etat, der die Vereinsbeiträge usw. 
Groß-Berlin bisher durch die M üllabfuhr be-, behandelt, wie es scheint, unseren v o r j ä h r i g e n  
lastet sind. A n r e g u n g e n  i m  E t a t s a u s s c h u s s e  
Meine Herren, wenig Bedeutung hat es, daß n i c h t  n a c h g e k o m m e n  i s t ,  w o n a c h  d e r  
man auch mit dem Wasserzins etwas in die Hohe Ma g i s t r a t  ersucht  w u r d e ,  vor  de m 
gehen mußte, von 14,6 auf 14,9 A b e r  r e c h t  n e u e n  E t a t  m ö g l i c h  st z u  ü b e r l e g e n ,  
w a r n e n  m o c h t e  i ch v o r  s o l c h e n  E x ­ w e l c h e  V e r e i n s b e i t r ä g e  u s w .  e t w a  
p e r i m e n t e n ,  b e i  d e n e n  n i c h t s  h e r ­ f o r t f a l l e n  k o n n t e n .
a u s k o m m t  a l s  n u r  e i n e  g e w i s s e  (Zuruf vom Magistratstisch: Kommt besondere
V e r s t i m m u n g  i n  d e r  B e v ö l k e r u n g ,  V orlage!)
w i e  b e i  d e r  E r h ö h u n g  d e r  B ä d e r ­ — Ich glaube, das ist ein I r r tu m ; es handelt sich 
p r e i s e  b i s  z u  50% . Denken S ie : bei hier wohl um  etwas anderes. Es handelt sich darum, 
einer derartigen sozialen und hygienischen Ein­ daß eine große Zahl von Vereinen aufgeführt ist, 
richtung erhöht m an das Bad für das Kind von die wohl in der Zusammenstellung wegfallen 
10 auf 15 $x, für Erwachsene von 20 auf 25 L - ! können.
Und was kommt dabei h e rau s? 8000 M ! M eine M eine Herren, bei dieser Gelegenheit möchte 
Herren, wir werden derartige Vorschläge ernstlich prü­ ich eine A n r e g u n g  geben. D i e  v i e l e n  
fen müssen und versuchen, derartige kleine Beträge k l e i n e n  P o s t e n ,  die sich in mehreren E tats 
lieber an anderer S telle zu sparen. finden — ich erwähne scherzeshalber 5 M für 
(Sehr richtig!) verloren gegangene Grasnutzung von der elek­
Wir müssen uns beim E tat in der T a t klar werden — trischen Straßenbahn —  s o l l t e  m a n  d o c h  
wir haben ja schon oft davon gesprochen — , in welcher m ö g l i ch st a b l ö s e n .  Es gibt eine ganze 
ungeheuren Weise die Ausgaben durch die staatliche Reihe, die m an wohl ohne Schwierigkeit ablösen 
Gesetzgebung und die Gesetzgebung im Reiche kann, statt das m an jedes J a h r  dafür durch den 
wachsen. S te llt m an das zusammen, so kommen Druck fast ebensoviel ausgibt, wie der ganze Posten 
ganz enorme Posten heraus. Angeführt ist die ausmacht.
Erhöhung der P r o v i n z i a l a u s g a b e n  um D as B edauern teilt meine Fraktion ebenso 
191 000 M ; wir zahlen dafür jetzt 300 000 M,  d. h. wie die Liberale Fraktion, daß wir im S traßen ­
fast 30%, mehr als vor 2 Jah ren . Ebenso zahlen wir bau in bezug auf Verkehrsbesserungen eigentlich in 
bei den P o l i z e i k o  ft e n  300 000 Ji  mehr als ein S tadium  der S tagnation  geraten sind, und wir 
vor 2 Jah ren , ohne daß wir eigentlich viel davon müssen uns im Etatsausschuß bemühen, Verbesse­
merken, daß die Polizeiorgane stark vermehrt sind. rungen vorzunehmen. Ob wir den Weg beschreiten 
Der R e i c h s  st e m p e l  kostet uns 60 000 M,  wollen, den der Herr Vorsteher empfohlen hat, von 
die T  a l o n st e u e r 23 000 M,  die R e i c h s -  dem Überschuß dieses Jah res  gleich von vornherein 
U m s a t z s t e u e r  ungefähr wohl 20 000 M.  Dazu etwas fortzunehmen, oder nicht, werden wir uns 
kommen die anderen Reichs- und staatlichen noch reiflich überlegen müssen; bettn wir machen 
S teuern . Ich glaube, wir werden uns auch im doch dadurch die Position für die künftigen Jah re  
Ausschuß die Frage vorlegen müssen, ob wir nicht nur noch schwieriger. Wir müssen doch an Sie 
eine R e s o l u t i o n  annehmen sollten, dahin­ Zukunft denken; wir müssen doch auch unserer 
gehend, daß bei der Regierung beantragt wird, Vergangenheit z. B . außerordentlich dankbar sein, 
d i e  T a l o n  st e u  e r  f ü r  s t ä d t i s c h e  A n ­ daß sie uns in die Lage gebracht hat, in diesem 
l e i h e n  i n  Z u k u n f t  f o r t f a l l e n  z u Jah re  das Elektrizitätswerk zu übernehmen. Denken 
l a s s e n ,  da die städtischen Anleihen ebensogut S ie, wenn die Herren in der Vergangenheit gesagt
        
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