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Periodical volume 16. Februar 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

38 Sitzung vom lti . Februar 1910
diesem Ja h re  sehr zurückgestoppt worden ist, und in einem Jah re  einmal, sonst aber im allgemeinen 
daß nur verhältnismäßig wenig neue B eam ten­ keinen Zuschuß bekommen hat, das sonst im Gegen­
stellen verlangt werden. Trotz der erhöhten Ge­ teil — wenn auch bescheidene — Ablieferungen vor­
hälter bringt sich das auch in der Ziffer zum Aus­ genommen hat. Ich möchte der Hoffnung A us­
druck. Wir verlangen eine runde Sum m e von druck geben, daß das auch nur vorübergehend ist. 
40 00(1 M  gegen 50 000 .H im Vorjahre. I n  der Es hängt dam it zusammen, daß der Stätteplatz 
Hauptsache sind es ein paar Assistentenstellen, bei seiner Einrichtung jetzt zunächst den Lade­
ein paar Sekretärstellen und eine S telle für einen straßenetat belastet und naturgem äß nicht solche 
Assessor. W as den Assessor anbetrifft, so möchte ich großen Erträge abwirft. Hoffen wir, daß das in 
die Herren, die damals im Ausschuß waren, als die den nächsten Jah ren , und zwar recht bald, sich 
letzte Stelle für einen Assessor erledigt wurde, ändern möge.
daran erinnern, daß. obgleich man ursprünglich Bei der allgemeinen Verwaltung hätte ich 
etw as unwillig an die Vorlage heranging, im sonst nichts zu bemerken und würde dann generell 
Laufe der B eratung sich die M einungen derartig zu den Schulen kommen.
änderten, daß gerade aus den Kreisen der S ta d t­ Ich möchte konstatieren, daß der M agistrat bei 
verordneten heraus gesagt w urde: eigentlich müßte diesen Kapiteln, weder bei den höheren Schulen 
der Ausschuß nicht e i n e n  Assessor bewilligen, noch bei den Gemeindeschulen, irgendwelche Ab­
sondern zwei Assessoren, denn der Nachweis ist striche vorgenommen hat etwa deswegen, weil 
dafür glänzend geführt, daß selbst diese eine Assessor- ihm nicht die nötigen M ittel zur Verfügung ge­
stelle völlig ungenügend sein würde. Ich glaube standen hätten. I n  diesem Jah re  sind zwar wenig 
deshalb, daß auch unsere Forderungen für die Neuerungen getroffen; trotzdem sind bei beiden 
Beamtenstellen wohl keiner Schwierigkeit aus Schulen — insbesondere trifft das bei den Ge­
Ih re r  M itte heraus entgegenzusehen haben. meindeschulen zu — alle bestehenden Einrichtungen 
Der Dispositionsfonds, meine Herren, der wesentlich ausgebaut worden, und S ie finden bei 
im Kapitel 1 steht, ist etwas gekürzt: er beträgt nur den verschiedensten Positionen Verstärkungen.
500 000 M ,  also 54 000 M  weniger. Ich sehe Bei den höheren Schulen ist zu erwähnen, 
darin keine G efahr; denn wir haben im vergangenen daß gemäß dem Beschlusse der Körperschaften die 
Jah re  bei Bemessung des Dispositionsfonds aus­ Waldschule eingestellt ist.
drücklich gesagt: wir wollen ihn etwas höher halten, Form ell möchte ich hier ganz kurz bloß eine 
weil möglicherweise außerordentliche Ausgaben für Änderung streifen, die wir vorgenommen haben. 
den N orm aletat kommen könnten. Freilich war Wir haben hier das Kapitel II in Kapitel H a  und Ilb 
er dafür lange nicht hoch genug, und wir hätten zerlegt, nämlich in höhere Knabenschulen und höhere 
ihn jedenfalls wesentlich höher gehalten, wenn Mädchenschulen, haben infolgedessen aus Kapitel III 
wir mehr Geld zur Verfügung gehabt hätten. die höheren Mädchenschulen herausgenom m en; da 
Erwähnen möchte ich aus diesem Kapitel noch gehörten sie eigentlich nicht mehr hinein, nachdem 
10 000 M ,  eine Sum m e, die bei dem großen Um­ eine besondere D eputation geschaffen ist.
fang unseres E tats verhältnismäßig nicht sehr hoch Sonst habe ich zu diesen Kapiteln nichts 
erscheint, die aber wohl eine gewisse Bedeutung Wesentliches zu sagen. S ie finden dabei eine 
in Anspruch nehmen kann, weil daraus Hilfsmittel neue Position für Verzinsung unserer Spielplätze, 
geschaffen werden sollen, um  den Geschäftsgang die wir nicht dauernd weiter m it Zinsen belasten 
zu vereinfachen. Es sind zu diesem Zwecke große können.
B eratungen gepflogen und eingehende Vorschläge Ich möchte bei dieser S telle gleich eingehen 
vom Herrn Bureaudirektor ausgearbeitet worden, auf die hier immer vielfach umstrittene Frage der 
und der M agistrat beschäftigt sich eingehend mit Unterbringung unserer Gemeindeschuleu, und zwar 
dieser F rage; später wird Ih n e n  auch Näheres möchte ich dabei konstatieren, daß ich zu meiner 
darüber bekannt gegeben werden. Hier sind Freude in Übereinstimmung m it meinem Kollegen, 
10 000 M  gefordert worden, um  insbesondere alle Herrn Stadtschulrat Dr. Neufett, sagen kann, 
möglichen mechanischen M itte l— Schreibmaschinen, daß wir bezüglich der Unterbringung viele Jah re  
Kopierpressen, Kartotheken usw. — anzuschaffen. nicht so günstig dagestanden haben, wie zur Zeit. 
Zwei Schmerzenskinder hat die allgemeine W as ich Ih n e n  im vergangenen Jah re  bezüglich 
Verw altung hier noch stehen. D as eine Schmerzens­ der fliegenden Klassen sagte, ist eingetreten: die 
kind ist für mich der Zuschuß an den M ülletat. fliegenden Klassen sind beseitigt.
( Zuruf von den Sozialdemokraten: Das stimmt!) (B rav o !)Und waS wir Ih n e n  über die M ietsräum e gesagt 
Ich spreche allerdings rein persönlich, wenn ich haben, ist ebenfalls eingetreten: die M ietsräum e 
das eben ausgesprochen habe. D er Magistrat werden immer weniger. Es sind insgesamt von 
stand in seiner großen M ajorität auf dem S ta n d ­ 558 Klassen in ordentlichen Schulgebäuden unter­
punkte, daß die Müllbeseitigung so große hygienische gebracht 474, 82 in ermieteten Räum en. Aber, 
Vorteile darstellt, daß m an die Lasten der M üll­ meine Herren, die Schule in der Shbelstraße, 
beseitigung nicht voll auf die Schultern der H aus­ welche 47 Klassenräume hat und fertig ist, ist nur 
besitzer legen sollte, und da der Zuschlag für die m it 26 Klassen belegt; etwa 12 Klassen sollen für die 
M üllabfuhr wesentlich höher hätte werden müssen höhere Mädchenschule IV reserviert bleiben, und 
— er hätte von 0,8 auf 1 %  heraufgehen müssen — , der Rest von 9 Klassen ist bereits für den Zugang 
so glaubte der Magistrat, Ih n e n  vorschlagen zu vorgesehen, den wir Ostern an Gemeindeschulklassen 
sollen, die Hälfte auf die Kappe der allgemeinen erw arten. S ie  wissen ferner, daß in diesem Jah re  
Verwaltung zu nehmen und den Zuschlag nur auf die Schule auf Westend mit 38 Klassen fertig wird, 
0,9 %  zu erhöhen. sodaß uns insgesamt 38 plus 9 = 47 Klaffen zur 
D as andere, meine Herren, ist ein Zuschuß Verfügung stehen. Wenn S ie auf der anderen 
an die Ladestraßenverwaltung. S ie finden 53 000 M  Seite die 82 Mietsklassen rechnen, ferner hinzu­
in diesem Kapitel, das von uns, ich glaube, bloß rechnen die 26 Gemeindeschulklassen, die der E tat
        
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