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Periodical volume 9. November 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

426 Sitzung vom  9I.. R o v nnber 1910
W ahlkam pf; S ie  haben das F lug b la tt zum  Anlaßl nicht vorher bew illigt ist? D a  habe ich gean tw o rte t: 
dieser Besprechungen und D arlegungen genom m en., dann  w ürde ich so lange eine schwebende Schuld 
aufnehm en, bis die neue Anleihe aufgenom m en 
Vorsteher Kaufmann (unterbrechend): Herr: w erden kann.
Kollege L iepm ann, ich habe I h n e n  ja bisher weiten (R ufe: N a also !)
S p ie lrau m  bei I h r e r  Rede gelassen; ich bitte S ie  Es ist also keine Anschwärzung, w enn ich gesagt 
aber, sich auf die Beleuchtung der F inanzlage habe: der Schuldenstand bezifferte sich dam als auf 
unserer S ta d t  zu beschränken. D ie A nfrage lau te t: 141 M illionen.
ganz präzise, daß Z iffern  über die F inanzlage an ­ W eiter ist bem ängelt w orden, daß die J a h re  
gegeben sind, und sie lau te t w eiter: w ir fragen den 1908 bis 1881 m iteinander verglichen w orden sind. 
M agistrat an, ob er bereit ist, eine Aufklärung über W ieder n u r auf G rund I h r e s  amtlichen Berichtes 
die F inanzlage zu geben. Ich  werde I h n e n  in S e ite  40, wo der Vergleich u n te r den J a h re n  
I h r e n  A usführungen weitesten S p ie lrau m  lassen; 1908, 1907, 1906, 1901, 1891 und 1881 abgedruckt 
aber ich bitte S ie , nicht auf die W ahlbew egung ist! Auf G ründ dessen sind auch unsere Z ah len  an ­
ü b erhaup t einzugehen. gegeben w orden. Also können S ie  sich nicht darüber 
beschweren, w enn w ir ebensolche Vergleichungen 
S tadtv . Dr. Liepmann (fortfahrend): E s ist zusammenstellen und sie genau abdrucken nach 
eingegangen w orden auf die A rt und Weise, in  der I h r e m  M uster.
die F lu g b lä tte r gedruckt w orden w ären ; darauf D an n , m eine H erren, ist die A ngabe hinsicht­
m uß ich an tw o rten , daß w ir gereizt w orden sind. lich der Schuldentilgung bem ängelt w orden. W ieder 
W ir haben daher unsere E ntgegnung, wie sonst im bin ich da den A ngaben I h r e s  amtlichen Berichtes 
W ahlkam pf, in  F lu g b lä tte rn  zusam m engefaßt und S e ite  40 gefolgt. D a  steht: Belastung durch 
nicht in F o rm  von A bhandlungen. D aher die fett Schuldenzinszahlung, nämlich für Anleihen, H ypo­
gedruckten Z ahlen  und S te llen , wie sie im  F lu g ­ theken usw., 5 M illionen und so und so viel, B e ­
blätterstil üblich sind. Wie es in den W ald hinein­ lastung durch Schuldentilgungen 2 600 000 M ,  
schallt, schallt es eben w ieder h e ra u s ! zusam m en 7 700 000 „#.
N un, m eine H erren , ha t der H err K äm m erer (Z u ru f: Und die E in n ah m en ?!)
behauptet, daß die Z ahlen falsch w ären , daß falsche, —  Ic h  habe nichts von den E innahm en  gesagt —  
unrichtige, unsinnige, irreführende G egenüber­ Schulden bringen keine E innahm en, H err Kollege,
stellungen gemacht w orden sind. D as  m uß ich be­ (große Heiterkeit und Z uru fe) 
streiten, m eine H erren. B is auf einen kleinen und die Werke, die S ie  m it den aufgenom m enen 
I r r tu m ,  der zugunsten der F inanzbereitschaft der Schulden schaffen, bringen  im  besten F alle  
S ta d t  u n te rlau fen  ist, sind alle Z ahlen  amtlichem s c h w a n k e n d e  E innahm en. W ie der H err 
M ate ria l entnom m en, natürlich nicht denA kten, K äm m erer einen auf G rund  etatsrechtlicher Technik 
sondern dem „Bericht über die V erw altung  und z, um  Schuldendienst herangezogenen T eil dieser 
den S ta n d  der G em eindeangelegenheiten" für das E innahm en  einfach von der fü r den Schuldendienst 
V erw altungsjah r 1908. D a  stehen die Z ahlen  voll­ a ls erforderlich feststehenden und amtlich festge­
kommen belegt. Ic h  b itte  m ir nachzuweisen, daß stellten Z ahl abziehen kann —  auf diese etatsrechtliche 
die Z ahlen  irgendw o nicht dort stehen. T eilung  lasse ich mich nicht ein —  das verstehe ich 
(S ta d tv . W öllm er: Falsch abgelesen!) nicht.
—  Nicht falsch abgelesen! Ic h  bitte, m ir. das zu (B rav o ! Heiterkeit und Z uru fe .)
zeigen. D ie Jste innahm e am  Zuschlag zur E inkom m en­
Zunächst ist die A ngabe gemacht, daß der is teuer betrug nach S e ite  47 d e s  a m t l i c h e n  
Schuldenstand im  E ta ts jah r 1908 etw a 141 M illionen B' e r i c h t e s  6 390 603 M ,  also über 1 M illion 
betragen  hat. I s t  das falsch? D as  steht auf S e ite  40 wi eniger a ls die zum  Schuldendienft notw endige 
dieses Berichts, näm lich: „Schulden überhaup t" am  S u m m e. Über die V erw altung  der Werke habe 
Schlüsse dieses E ta ts jah re s : 140 895 044 M .  ich gar nichts gesagt. Ic h  habe nach dem Abdruck 
N un , m eine H erren, in diesem Schuldenstand ai uf S e ite  47 I h r e s  Berichtes die E innahm en au s 
w aren allerd ings nicht lau te r A nleihen, sondern es di er E inkom m ensteuer ungefähr beziffert und habe 
w aren  auch andere Schulden, es w aren  auch di am it den Zustand noch sehr verschönt, w enn ich 
Hypothekenschulden, vorübergehend aufgenom m ene ig esagt habe: die A usgaben fü r den Schuldendienst 
D arlehen , wie es im  Bericht genann t ist, darin , bl etragen  n u r eine M illion  m ehr a ls die E innahm en  
D aß  das nicht im  F lu g b la tt besonders herborge» ac u s  der Einkom m ensteuer. S ie  betragen 1 300 000,# 
hoben w orden ist, m eine H erren, das ist nicht zum ,m ebr.
Schaden der F inanzverw altung  geschehen, sondern N un, m eine H erren, ein kleiner I r r tu m ,  den 
ist nach A usführungen , die m ir in einer Sitzung : ch reuig und offenm ütig bekenne, ist u n s u n te r­
des Grundbesitzervereins gemacht w orden sind, im  cg elaufen, und das ist nicht die Z ahl 183%  M illionen
G egenteil eine I h n e n  günstige D arstellung. D enn  -—  die ich gleich herausrechnen werde — , sondern 
m ir ist fälschlich nachgesagt w orden, ich hä tte  td as dafü r gebrauchte W ort „Anleiheschulden". Es 
em pfohlen, statt Anleiheschulden schwebende s ind eben nicht ganze 183%  M illionen  A n l e i h e -  
Schulden aufzunehm en, schulden, sondern n u r 162 M illionen Anleiheschulden 
(sehr richtig!) bt ewilligt. Ic h  habe nicht behauptet, daß sic bereits 
obgleich schwebende Schulden viel drückender ae usgegeben seien; es steht ausdrücklich im  F lu g ­
w ären  als Anleihen. E ine A u to ritä t von I h n e n  hat bt la tt : 183%  M illionen  seien b e w i l l i g t .  E s 
m ir das nachgesagt. S ie  haben m ir d a m it 'e tw a s  s ind dies die etw a 120 M illionen alte A nleihe­
untergeschoben, w as ich nicht gesagt habe. A ls ich s chulden, die am  Ende des J a h re s  1908 bestanden, 
einen Posten  der Anleihe gestrichen haben  w ollte, ui nd dazu kommen n u n  die 42%  M illionen der 
w urde m ir entgegengehalten  : ja, es können ein p a a r  tn euen Anleihe, das sind zusam m en m it den 
J a h re  vergehen, dann kommt das B edürfn is , und  l2 1 M illionen a n d e r e r  Schulden 183% M illionen. 
w as wollen S ie  dann  machen, w enn die Anleihe cD, a ra u s  sollte die Bürgerschaft ein B ild gew innen,
        
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