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Periodical volume 9. November 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

Sitzung vom 9. November 1910 415
Also, m eine H erren, n u n  soll der arm e Mensch zu einer m otiv ierten  V orlage an die S ta d tv e r­
da w arten , bis da d raußen  w eiter gebaut w ird, o rdnetenversam m lung sich verdichten. Ic h  glaube, 
und  soll den S ta u b  schlucken! Und dieser hier sagt: daß w ir au s  dem  Handgelenk eine so schwierige 
Ic h  mache keinen A usgang nach der Nebenstraße, V erkehrsfrage nicht w erden entscheiden können, 
dann  brauche ich den G arten  nicht anzulegen; ich und infolgedessen wird m an diesen A ntrag nicht 
m uß da einen H ydran ten  hinstellen — ich m uß zur Berücksichtigung überweisen können. Ich  
beleuchten; ich w ürde dam it einen provisorischen möchte b itten , die Z iffer 1 der P e titio n  als M ateria l 
Zustand als einen dauernden  schaffen, es fä llt m ir zu überweisen. I m  Petitionsausschuß ist die 
gar nicht e in ! Also vorläufig bleibt der S ta u b  Sache sehr eingehend besprochen w orden, und der 
und die un regu lie rten  S tra ß e n . M eine H erren, Petitionsausschuß hat auf gründ sehr eingehender 
das geht doch nicht; S ie  müssen den L euten  doch E rw ägungen  seinen A ntrag bei I h n e n  gestellt.
entgegenkom m en und eine B ebauung  möglich 
m achen! Ic h  weiß nicht, wo sollen w ir in  C har­ (Die B era tung  wird geschlossen.)
lo ttenburg  denn noch bessere W ohnungen bauen  
a ls  an  dem  K aiserdam m ? Aber w enn  jem and dort Berichterstatter S tad tv . Dr. S tadthagen
hinkom m t — der läu ft I h n e n  ja  weg. W er soll (S ch lußw ort): M eine H erren, H err Kollege
denn w ohnen, wo derartige  Zustände herrschen? Jo len b erg  hat vieles wiederholt, w as ich vor zwei 
Und das sind doch alles teu re  W ohnungen. W er J a h re n  im  Etatsausschuß gesagt habe, wo ich auf die 
soll denn einen L aden m ieten  in  der G egend, die Schwierigkeiten hingewiesen habe, die fü r die 
so dünn  bebau t und bevölkert ist, solange nicht Entwicklung des K aiserdam m es kommen w erden, 
vernünftige Z ustände dort geschaffen sind? w enn die N ebenstraßen nicht bald reguliert w erden. 
D er H err S tadtsyndikus hat gesagt: der
M agistrat wird sein Möglichstes tu n , um  diesen Aber ich habe Ih n e n  vorhin die G ründe au se in ­andergesetzt, w esw egen w ir den P e titio n en  nicht 
häßlichen Zustand da draußen  zu beseitigen. D as  ohne w eiteres beitreten  können. Es bestehen da 
solle möglichst schnell geschehen. M ehr kann ich gewisse Grundsätze, und an  denen müssen wir 
ja  nicht v e rlan g en ; aber ich b itte  den M agistrat, festhalten.
u n s  das nicht bloß zu sagen, sondern es auch zu t u n ! H err Kollege Jo len b erg  hat m ir zum  V or­
w urf gemacht, ich hätte  von der R egulierung 
(E in A ntrag  des S ta d tv . D e C rüger auf der ersten 50 M eter vom Kaiserdam m  au s nicht 
Schluß der B era tu n g  wird genügend unterstützt, näher gesprochen. Gew iß habe ich davon in m einem  
von der V ersam m lung aber abgelehnt.) ersten R efera t gesprochen; ich habe davon ge­
sprochen, daß an  e i n z e l n e n  S te llen , nicht an 
S tad tv . B ergm an n : M eine H erren, ich allen in dieser A usdehnung die R egulierung bereits 
möchte den A ntrag  des H errn  Kollegen Klick, der erfolgt sei, und daß der M agistrat w eiter am  
den Punk t 1 zur Berücksichtigung überw eisen will, Kaiserdam m  Versuche m it B esam ung gemacht 
unterstützen. W ir können u n s  in  einzelnen Teilen  hat. Ic h  gehe da nämlich sehr oft spazieren, da 
der S ta d t  nicht darüber beklagen, daß w ir zu gute ich in der K önigin-E lisabeth-S traße wohne, und 
V erb indungen haben, und w ir sollten jede Ge­ kenne die Verhältnisse da ganz genau.
legenheit w ahrnehm en, die u n s  darin  w eiter W enn H err Kollege Jo len b erg  n u n  w eiter 
hilft. W ir wissen, daß w ir dort eine sehr steuer­ im m er von dem  Kollegen S tad th ag en  hier ge­
kräftige Bevölkerung zu e rw arten  haben. W enn sprochen hat, so möchte ich darau f aufm erksam  
aber die V erbindungen m it den B au ten  nicht machen, daß ich hier nicht a ls Kollege S tad th ag en , 
gleichen Schritt halten, so ist es ganz natürlich, sondern a ls  B erichterstatter des P e titio n sa u s­
daß die Bevölkerung, die bessere W ohnungen schusses gesprochen habe. W ir haben dort diese 
sucht, sich en tw eder nach anderen S tad tte ilen  einzelnen Punkte sehr wohl erw ogen und haben 
h inw endet oder, w as noch viel schlimmer ist, daraufh in  unsere A nträge gestellt.
nach anderen  S tä d te n , nach anderen  V ororten  W enn er n u n  sagt —  ich nehm e n u n  a n ; vom 
geht. D as kann nicht in  unserer Absicht liegen Berichterstatter — : der B erichterstatter oder der 
W ir müssen alles aufbieten, dam it die dortige Petitionsausschuß kann doch von den In te ressen ten  
Gegend sich besser entwickelt, als es bisher der nicht m ehr verlangen, a ls daß sie die Kosten be­
F a ll ist. Je tz t wird überall darüber geklagt, daß zahlen, so hat er ja  n u r festgestellt, daß an  einzelnen 
einesteils die Unmöglichkeit, die K inder dort in S te llen  die In te ressen ten  sich bereit erklärt haben, 
die Schule zu schicken, und andererseits die V er­ die Kosten zu trag en . Ic h  habe aber von den 
b indungen m it dem  I n n e r n  der S ta d t  daran  In te ressen ten  des ganzen G eländes, auch des 
schuld sind, w enn die w ohlhabende Bevölkerung nördlich gelegenen, gesprochen und habe an  sie 
nicht nach dort ihren  Wohnsitz verlegt. Ic h  w ürde die M ahnung gerichtet, in  ihrem  eigensten In teresse  
deshalb dringend d a ru m  bitten , daß w ir diesen möglichst bald m it den R egu lierungsarbeiten  vor­
Absatz 1 zur Berücksichtigung überweisen. zugehen, sobald der M agistrat die nötigen U nter­
lagen dazu beschafft hat, und w ir haben hier die 
Stadtsyndikus Dr. M a ie r : Ic h  möchte S ie  B itte  ausgesprochen, das Feststellungsverfahren 
davor w arnen , den A ntrag  des H errn  S ta d t­ möglichst zu beschleunigen. W eiteres können w ir 
verordneten Hirsch zu Z iffer 1 der P e titio n  anzu­ m eines Erachtens nicht tu n . W ir w erden zweck­
nehm en. D enn, m eine H erren, S ie  können doch m äßig die Punkte 1 und 3 dem  M agistrat n u r  als 
heute nicht beschließen, daß u n te r  allen Umständen M ateria l überweisen und den Punk t 2 zur Berück­
die durchgehenden Züge nach Westend eingerichtet sichtigung, w as ich h ierm it noch einm al em pfehlen 
w erden. D as  ist doch eine F rage , die einer ein­ möchte.
gehenden E rö rterung  bedarf, und diese E rörterung  
m uß zunächst im  Verkehrsausschuß und in  der S tad tv . Jolenberg (persönliche B em erkung): 
T iefbaudepu tation  stattfinden und wird dann  erst Also, m eine H erren, ich möchte feststellen, daß
        
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