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Periodical volume 9. November 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

4 1 4  Sitzung vom 9. November 1910
die S taubplage wird genau so an die vorgerückten zu entsprechen, wie es nach Lage der Verhältnisse 
S traßen  herantreten, wie sie jetzt an den Kaiser­ überhaupt nur möglich ist.
damm herantritt. W enn S ie also nicht das gesamte 
Stadtgebiet hier bis zur Ringbahn regulieren, Stadtv. Klick: Wenngleich nicht zu
so werden dieselben Zustände dort eintreten, verkennen ist, daß durch die getroffenen Anord­
wie sie jetzt am Kaiserdamm sind. nungen der Hoch- und Untergrundbahngesellschaft 
Verkehrsverbesserungen geschaffen worden sind, 
Die Vorschriften, die wir für die Bebauung von so ist doch andererseits zu bemängeln, daß nicht 
Eckgrundstücken festsetzen, die mit einer F ron t an mehr durchgehende Züge nach dem Osten ein­
eine nicht regulierte S traße angrenzen und nach geführt sind. Gerade darüber klagt ein Teil der 
dieser einen Ausgang erhalten sollen, werden Einwohner, daß sie nicht direkt nach dem Osten 
gleichmäßig gehandhabt, und zwar seit vielen kommen können, sondern zweimal umsteigen müssen, 
Jah ren . S ie  haben sich bewährt. S ie  haben sich einmal auf der Bismarckstraße und das andere M al 
insbesondere am Kurfürstendamm bewährt, dessen auf Haltestelle Zoologischer G arten. Ich glaube, 
Entwicklung viel langsamer vor sich gegangen ist, es wäre der Untergrundbahngesellschaft doch ein 
w arum  sollen sie sich am Kaiserdamm nicht auch Leichtes, den Wünschen der Bewohner nachzu­
bew ähren? Selbstverständlich wird, wenn das kommen und mehr Durchgangszüge einzustellen. 
von Herrn Jolenberg  angeführte Haus au der Ich möchte entschieden bitten, mindestens doch 
Rognitzstraße bezugsfertig hergestellt ist, nicht nur bis 9 Uhr m orgens Züge nach dem Osten durch­
der kleine Vorgarten bis zur M itte der S traße zuführen, wenn es nicht während des ganzen 
angelegt werden, sondern es werden M aßregeln Tages möglich ist. Aus diesem Grunde haben wir 
ergriffen werden, daß auch eine Begrünung den Antrag gestellt, Ziffer 1 dem Magistrat zur 
und gärtnerische Ausgestaltung der anderen S traßen ­ Berücksichtigung zu überweisen.
hälfte eintritt, so daß das Ganze ein ansprechendes Z u Punkt 3 möchte ich nur noch bemerken, 
Äußeres erhält. Genau so liegen die Verhältnisse daß die S taubplage vielleicht leicht zu beseitigen 
an der Meerscheid- und der Königin-Elisabeth- wäre. Nach einem Vorschlage, den der Fuhrherr 
S traß e : der eine Vorgarten ist bereits angelegt, Hennecke gemacht haben soll, ist derselbe erbötig, 
und wenn Herr Jo lenberg  sagt, daß er nicht den Straßeuschmutz dort, ähnlich wie es jenseits 
ordentlich angelegt ist, des Fürstenplatzes geschehen ist, abzufahren. D ann 
(S tad tv . Jo lenberg : Habe ich nicht gesagt!) würde sich eine Besamung von selbst ergeben. 
— S ie  sprechen von kümmerlichen Pflanzen; das Tatsache ist, daß die S taubplage dort sehr groß 
entspricht dann nicht den Bedingungen, die wir ist; davon habe ich mich während des Som m ers 
dem Hausbesitzer gestellt haben— dann werden selber überzeugen können.
wir den Besitzer anhalten, daß er die Bedingungen 
erfüllt. Wird auf der anderen Ecke in genau der­ Stadtbaurat Bredtschneider: Ich möchte
selben Weise der Vorgarten angelegt, dann ist die hierzu bemerken, daß, wie ich glaube, der Herr Re­
Lücke geschlossen. Die von Herrn Jolenberg ferent schon darauf hingewiesen hat, daß der Sand, 
geäußerten Übelstände liegen dann nicht mehr vor. -der südlich vom Kaiserdamm liegt, kürzlich durch 
eine Besamung festgelegt worden ist, und daß, wenn 
Gegen die Ausführung einer Regulierung diese Besamung nicht die nötige Wirkung haben 
in dem Umfange, wie ihn die Petition  anstrebt, 
ist zu bemerken, daß der Bebauungsplan noch sollte, w as sich ja erst im nächsten F rühjahr ergeben wird, dann M aßregeln zur Festlegung des Sandes 
nicht feststeht. D er B ebauungsplan für das Gebiet dort werden getroffen werden.
südlich des Kaiserdamms ist zwar beschlossen, 
Er unterliegt aber erneuter B eratung, da einige 
nicht unwesentliche Abänderungen in Frage Stadtv. Jolenberg: M eine Herren, der
kommen. Die förmliche Feststellung des P lanes Herr Syndikus hat gesagt, die S taubplage würde 
ist daher bisher unterblieben. Vor der förmlichen dann wohl beseitigt werden, wenn die andere 
Feststellung sind w ir nicht in der Lage, solche Re­ Seite  der Meerscheidstraße bebaut w ürde; dann 
gulierungen vorzunehmen, die der Einführung würde auch eine derartige Anlage hergestellt 
des Bebauungsplanes präjudizieren könnten. Wie werden. J a ,  wann geschieht das aber? Ich will 
weit etwaige Änderungen die S traßen  betreffen, nicht etwa die Gründe, die der Herr Stadtsyndikus 
deren Regulierung gewünscht wird, steht daher gegen die Regulierung vorgetragen hat, bestreiten; 
noch nicht fest. Wir werden aber, wenn sich ergibt, was er vorgetragen hat, mag ja richtig sein. Aber 
daß derartige Befürchtungen für die im Eventual­ Tatsache ist, daß da draußen der Eindruck einer 
antrag  des Herrn Jolenberg  bezeichneten S traßen  großen Vernachlässigung hervorgerufen wird. Und 
nicht bestehen, in der Lage sein, wenn im übrigen nun soll der arme Mensch, der hier an der Ecke 
die Kanalisationsverhältnisse es gestatten, die Re­ gebaut hat, den S tau b  schlucken, bis die andere 
gulierung in  diesem Umfang vorzunehmen. Die Ecke bebaut wird. D as können S ie doch nicht 
Regulierung der S traßen  im Umfange des Eventual­ verlangen. Inzwischen geht der M ann mit seinen 
antrages des Herrn Jo lenberg  muß von den Läden und W ohnungen zugrunde. Ich habe, 
Interessenten erneut beantragt werden. offen gestanden, den Herrn Stadtsyndikus nicht recht verstanden —  es ist ja möglich, daß die 
Ich möchte Ih n e n  also empfehlen, lediglich das anderen Herren ihn besser verstanden haben — , 
zu beschließen, was der Petitionsausschuß be­ warum  denn eigentlich noch andere S traßen  mit 
schlossen hat, uns die P etition  als M aterial zu reguliert werden müssen. M ir scheint, daß reguliert 
überweisen. Wir werbe« es selbstverständlich nicht werden kann, wenn der B ebauungsplan fest­
daran fehlen lassen, die Gegend in den Zustand gestellt ist. Aber die Gründe, die der Herr S ta d t­
zu versetzen, der ihrer Bedeutung entspricht. Wir syndikus vorgetragen hat, mögen ja richtig sein, 
werden nicht verfehlen, Anträgen auf Regulierung, besonders, da ich sie nicht verstanden habe.
wie sie Herr Jolenberg befürwortet hat, so weit! (Große Heiterkeit.)
        
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