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Periodical volume 9. November 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

4 1 2  Sitzung vom 9 . November 1910
mir nach dieser Richtung hin auch nicht geben können natürlich nicht sagen: eine S traße soll 
wollen — mir haben ja der Untergrundbahn reguliert werden oder nicht. S ie wissen, daß 
bereits gewisse Zuschüsse gegeben. Also ich glaube dafür bestimmte Grundsätze aufgestellt sind: wir 
auch, der Magistrat und mir sind nur in der Lage, können von seiten der S tad t von diesen festen 
uns hier abwartend zu verhalten und natürlich Grundsätzen unter keinen Umständen abgehen, 
immer auf eine weitere Verkehrsverbesserung und es ist Sache der Interessenten, in dem dem 
zu dringen. Das geschieht aber auch, wenn wir Kaiserdamm nebengelagerten Gelände möglichst 
die Petition als M a t e r i a l  überweisen. bald für eine Regulierung dieser Gelände, vielleicht 
Ich  komme zum zweiten Punkt. Die Petenten auch im eigensten Interesse, zu sorgen.
wünschen ferner die Herstellung weiterer Ver­ Die S taubplage ist in der Petition  wohl
kehrsmittel in der ganzen Gegend. Es ist ja etwas übertrieben worden, wenn von den kolossalen 
zweifellos — das ist im Petitionsausschuß hervor­ Staubwolken geredet wird, die auf die B lum en­
gehoben worden — , daß die Verkehrsverhältnisse anlagen auf dem Kaiserdamm herüberwehen. 
in gewisser Weise dort einseitig sind, daß sie im Aber immerhin ist eine gewisse Staubplage durch­
wesentlichen nur auf der Untergrundbahn beruhen, aus zuzugeben. Dem hat der Magistrat auch
die vom Reichskanzlerplatz in das In n e re  der Rechnung getragen, indem er da, wo es ging, 
S tad t geht. Andererseits ist aber besonders von einen Teil der Nebenstraßen gepflastert hat und 
den Peten ten  hervorgehoben, daß die baldige die Obländereien durch Anpflanzungen auch so­
Eröffnung der Ringbahnstation Witzleben wün­ weit reguliert hat, daß d ie ,S taubplage wesentlich 
schenswert sei. Diesen Wunsch hat die S tad tver­ verringert worden ist, bzw. im nächsten Jah re  
ordnetenversammlung von jeher geteilt und ihm noch weiter verringert werden wird. Wir können 
auch mehrfach Ausdruck gegeben; auch der Magistrat den Magistrat nur bitten, auf diesem Wege weiter» 
hat jederzeit auf diesem Standpunkt gestanden, fortzuschreiten und beantragen daher, die An­
und er hat uns vor nicht langer Zeit einen Vertrag gelegenheit dem Magistrat als M  a t e r i a l zu 
mit den interessierten Baugesellschaften vorgelegt, überweisen.
der Ih n e n  noch in Erinnerung sein wird. Danach Ich  schlage Ih n e n  vor, den Anträgen des
sind die Kosten für den Bahnhof Witzleben sicher­ Petitionsausschusses gemäß zu entscheiden und den 
gestellt. Aber die Gesellschaften müssen natürlich eingebrachten Antrag abzulehnen.
auch das ihrige tun , dam it der Bahnhof möglichst 
bald gebaut wird. Nun haben sich aber — und S ta d tv . Jo lenberg : Meine Herren, ich
dadurch erklärt sich auch wesentlich wohl die Ver­ vermisse bei dem Bericht des Herrn Referenten, 
zögerung — die Anschläge der Eisenbahn für den was denn eigentlich der Petitionsausschuß über 
Bau der S ta tion  Witzleben gegen die ersten An­ einen sehr wichtigen Teil der Petition  beschlossen 
schläge ganz erheblich gesteigert. Während die hat. Es heißt nämlich in der Petition :
Eisenbahn früher 550 000 bis 580 000 M  als die Sollte die Regulierung' der S traßen  zur 
Kosten des Bahnhofs Witzleben angegeben hat Zeit nicht angängig sein, so m üßten diese 
und dam als außer dem Bau im wesentlichen S traßen  wenigstens in der Länge von m in­
nur die reinen Betriebskosten für Beam te usw.. destens 50 M etern vom Kaiserdamm aus 
anrechnen wollte, hat sie neuerdings erstens die reguliert werden, damit die betreffenden 
Forderung gestellt, daß der Bahnhof doppelten Eckgebäude am Kaiserdamm nicht zum Teil 
Bahnsteig erhalten muß, wodurch die Baukosten in nicht regulierten S traßen  liegen.
auf 750 b()0 M  gestiegen sind, und zweitens zu Ich  habe die Absicht, meine Herren, den Antrag 
den übrigen Kosten, den Betriebskosten, für die zu stellen, daß die N r. 3 d e r  P e t i t i o n  dem 
sic auch die Interessenten heranziehen will, auch Magistrat n i c h t  a l s  M a t e r i a l ,  sondern 
die Kosten für Bremsen und ähnliches zugerechnet. z u r  B e r ü c k s i c h t i g u n g  überwiesen wird, 
Dadurch würden sich die Gesamtkosten auf über und ich würde den ferneren Antrag stellen, falls 
eine Million stellen, d. H. auf den doppelten Betrag dieser Antrag abgelehnt wird, daß derjenige Teil der 
wie früher. Daß die Verhandlungen sich dadurch Petition, welchen ich eben verlesen habe, dem 
verzögert haben, ist begreiflich. W i r  m ü s s e n  Magistrat zur Berücksichtigung überwiesen wird.
a b e r  s o w o h l  s e i t e n s  d e s M a g i s t r a t s  Meine Herren, ich habe mir erlaubt, eine kleine 
w i e  s e i t e n s  d e r  S t a d t v e r o r d n e t e n ­ Skizze zu machen, um  Ih n e n  die Sache hier 
v e r s a m m l u n g  a u c h  v o n  d e n  i n t e r ­ vorzuführen. (An einem P lan  demonstrierend:) 
e s s i e r t e n  B a u g e s e l l s c h a f t e n  u n t e r  Hier ist der Kaiserdamm, hier ist die S traße 32 b, 
a l l e n  U m s t ü n d e n  v e r l a n g e n ,  da ß  hier die Rognitz-, hier die Königin-Elisabeth- und 
s i e  m ö g l i c h  ft b a l d  d e n  V e r t r ä g e n  hier die Meerscheid-Straße. Nun wünscht die 
n a c h k o m m e n ,  u n d  d a r a u f  d r ä n g e n ,  Petition, daß diese vier S traßen , soweit sie hier 
d a ß  d e r  B a h n h o f  m ö g l i c h  st b a l d  rot gezeichnet sind, reguliert werden, und das 
e r ö f f n e t  w i r d .  Wir haben, um dem Nach­ entspricht dem Punkt 3 des Antrages des P etitions­
druck zu geben, Ih n e n  die Überweisung dieses ausschusses. Meine Herren, ich war heute draußen 
Punktes der Petition zur B e r ü c k s i c h t i g u n g  und habe m ir die Sache angesehen. Ich  habe 
vorgeschlagen. gefunden, daß der Wunsch der Interessenten 
Ich  komme zum dritten Punkt der Petition: durchaus berechtigt ist. Die Zustände da draußen 
Zur Beseitigung der Staubplage am spotten nach meiner M einung jeder Beschreibung. 
Kaiserdamm und auch aus Verkehrsrücksichten M eine Herren, wenn S ie über die Kaiserdamm­
ist die Regulierung der Knobelsdorfs-, brücke kommen, gelangen S ie zuerst links an die 
Rognitz-, Meerscheid-, Soorstraße, der S traße Rognitzstraße; das ist die Uferstraße, die an der 
32 b und der Königin-Elisabeth-Straße Bahn entlang geht. Die Rognitzstraße ist nicht 
dringendes Bedürfnis. etwa, wie der Herr Referent sagte, mit An­
Meine Herren, die Regulierung der S traßen pflanzungen versehen, sondern es ist gar nichts da. 
ist ein Kapitel für sich. Wir vom Petitionsausschuß M it dieser S traße beginnt das freie Feld, das
        
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