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Periodical volume 19. Oktober 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

3 9 0 Sitzung Dom 19. Oktober 1910
überschritten werden sollte, und so haben wir uns Vorlage betr. Einfriedigung des Krankenhaus- 
nur auf diese Weise zu helfen vermocht. grundstücks Westcnd und Herstellung einer Abort­
anstalt. — Drucksache 271.
Stadtv. V ogel: Ich möchte auch bei der
Gemeindedoppelschnle an der Wiebestraße darauf Anstelle des heute verhinderten Berichter­
aufmerksam machen, daß es notwendig ist, gleich statters S tad tv . Becker wird Herr Kollege M arzahn 
von vornherein genügende Räumlichkeiten für die hierüber referieren.
dort in Aussicht genommenen Kindergärten zu 
schaffen. I n  der, Hallerstraße ist das eben nicht ge­ Berichterstatter Stadtv. M arzahn : Meine
schehen. D araus sind eine ganze Reihe von M iß­ Herren, wer einmal Gelegenheit hatte, unserem 
ständen entstanden, für deren Abhilfe niemand R at Villenvorort Westend vom Spandauer Berg her 
weiß. Deshalb halte ich es für angebracht, wenn einen Besuch abzustatten, der wird vor jener B e­
in der Wiebestraße und ebenso bei der Gememde- dürfnisanstalt, die m itten in die Ahornallee hinein­
doppelschule in der Kaüanienallee gleich von vorn­ gebaut ist, kopfschüttelnd gestanden und sich ge­
herein für die nötigen Räumlichkeiten für Kinder­ fragt haben, wie es möglich war, daß ein derartiges 
gärten gesorgt wird. I n  den Kindergärten befinden Verkehrshindernis in einer S traße errichtet werden 
sich- durchweg schwächliche Kinder, die nicht vier konnte, die den Hauptzugang zu einer Villenkolonie 
S tunden hintereinander unterrichtet werden können. darstellt. Diese Anstalt, die denn auch ein dauerndes 
S ie müssen Abwechslung haben und ruhen. Des­ Ärgernis der Bewohner Westends bildet, und die 
halb ist auch die Anschaffung von Liegestühlen auch der Votksmund bereits als die Rose von 
notwendig, die bisher erst in zwei Kindergärten Westend bezeichnet hat, soll ja nun durch Beschluß 
vorhanden sind; in allen übrigen fehlen sie noch. der Stadtverordnetenversam mlung vom 24. No­
Eigentlich m üßten für die Zwecke des Kinder­ vember 1909 beseitigt werden, worüber die Be­
gartens drei Räum e vorhanden sein; einer für den wohner Westends natürlich große Freude emp­
Unterricht und einer zum Spielen. Dazu müßte finden.
dann als dritter R aum  eine Liegehalle treten, 
wie es in der Nehringstraße der Fall ist; das ist M an wird ohne weiteres zugeben müssen, 
durchaus notwendig. daß eine Bedürfnisanstalt in jener Gegend eine absolute Notwendigkeit ist, und zwar mit Rücksicht 
. Wir haben bisher mit den Kindergärten ganz auf die große Frequenz sowohl nach den Fried­
ausgezeichnete Resultate erzielt; aber es ist auch höfen als auch nach dem S pandauer Berg.
schon von den Schulärzten und auch von der Leiterin 
der Kindergärten darauf aufmerksam gemacht Der Magistrat hatte zunächst eine unterirdische 
worden, daß das nur möglich ist, wenn für die Anlage ins Äuge gefaßt, und zwar auf der M ittel­
nötigen Räumlichkeiten gesorgt wird, dam it die promenade des Fürstenbrunner Weges oder aber 
Kinder nicht vier S tunden lang in ein und dem­ der Königin-Elisabeth-Straße. Beide Projekte 
selben R aum  zubringen müssen. Es ist, glaube ich, hat m an aber aus Rücksicht auf die hohen Kosten 
noch Zeit, das hier zu berücksichtigen, und deshalb fallen gelassen, und es wird uns nun heute ein 
erlaubte ich mir, das hier vorzubringen. Projekt vorgelegt, wie sie es dort an der Tafel vorfinden, das meiner Ansicht nach volle An­
erkennung verdient.
Stadtbaurat S eeliu g: Ich kann den Herrn Nach dieser Zeichnung ist vorn an der S traße, 
Vorredner darüber beruhigen: gerade diese Räume an der Ecke des Fürstenbrunner Weges und des 
sind vorgesehen. S pandauer Berges, ein Rundbau mit Kuppeldach 
vorgesehen und dahinter liegend, halb in den Erd­
(Die Beratung wird geschlossen.) boden versenkt, eine unterirdische Abort-Anstalt, 
die sich nach dem Krankenhausgelände zu als ein 
Berichterstatter Stabtb. Wolffenstein (Schluß­ terrassenförmiger Aufbau präsentieren soll. Diese 
wort ): Ich möchte meinen, daß die teil­ Anlage, meine Herren, hat zwei besondere Vor­
weise Verwendung von Zink und Kupfer eigentlich züge: erstens würde durch die vorgesehene Ver­
ein halber Kram ist: entweder sollte man alles kaufshalle für B lum en usw. ein Teil des Anlage­
aus Zink oder alles aus Kupfer machen; Wenn kapitals Verzinsung finden, und zweitens würde 
Zinkrinnen erst nach zwanzig Jah ren  zu erneuern die dort ziemlich langweilige Um wehrungsm auer 
sind, dann wäre eine Verwendung von Zink nicht des Krankenhausgeländes, eine angenehme und 
zu verwerfen, denn nach 20 Jah ren  kann auch mal für das Auge wohltuende Unterbrechung erfahren.
eine Arbeit wieder erneuert werden. Die Kosten für diesen B au sind mit 68 500 M  
veranschlagt, von denen 60 000 M  aus der Anleihe 
(Die Versammlung beschließt nach dem An­ von 1908 und 8 500 M  aus dem Dispositionsfonds 
trage des Magistrats, wie folgt: entnom m en werden sollen. Meine Herren, ich 
a) Dem Kostenanschläge für den B au einer mache darauf aufmerksam, daß in diesem Kosten­
Gemeindedoppelschule auf dem städtischen anschlag die noch notwendige Vervollständigung 
Grundstück an der Wiebestraße, abschließend der Einfriedigung des Krankenhausgeländes und 
mit 1 000 000 M,  wird zugestimmt. ebenso die gärtnerischen Anlagen auf demselben 
b) Die zweite und letzte B aurate von 700 000 M  eingeschlossen sind.
ist aus dem Ordinarium  Kapitel VII „Für den Ich glaube, meine Herren, Ih n e n  die Annahme 
B au von Gemeindeschulen" zu entnehm en.) der M agistratsvorlage empfehlen zu sollen, und zwar 
ohne Ausschußberatung, m it Rücksicht darauf, daß 
Vorsteher K aufm ann : Punkt 12 der Tages­ die Einzelheiten ja wohl für jedermann genügend 
ordnung : geklärt sein dürsten.
        
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