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Periodical volume 19. Oktober 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

Sitzung vom 19. Oktober 1910 389
die Stelle eines Magistratsassessors, eines B ureau­ ! Tischlerarbeiten und dann die Klempnerarbeiten. 
vorstehers, zweier Stadtsekretäre und eines Sekre­ Die letzteren sind etwas hoch in Ansatz gebracht. 
tariatsassistenten neu zu schaffen. Aus den Akten Es ist hier allerdings schon versucht worden, eine 
habe ich mich nach eingehender P rüfung der Unter­ Ersparnis dadurch eintreten zu lassen, daß man 
lagen überzeugt, daß das Wachstum der Arbeit die R innen und Abfallrohre nur an der Außen­
in unserer Steuerverw altung die Neuanstellung front in Kupfer herstellt, an der Hoffront da­
dieser Beam ten notwendig macht. Es liegt das gegen aus Zink; gerade die teilweise Anwendung 
einmal im Interesse der S tad t, um  die S teuer- von Kupfer hat die Anschlagkosten der Klempner­
einschätzung in der Weise handhaben zu können, arbeiten sehr erhöht.
daß sie den Interessen der S tad t entspricht, und Bei den Fenstern sind nur einfache Fenster 
auch im Interesse der Beamtenschaft, die wir ja in allen Schulklassen veranschlagt, und nur Doppel­
vor allzu vielen Überstunden bewahren wollen. fenster für das Rektoren- und die Lehrerzimmer. 
S ie finden in der M agistratsvorlage die Zahlen, Ich muß meine Bedenken gegen die einfachen 
die im einzelnen die Notwendigkeit einer Ver­ Fenster geltend machen, da wir ja die Erfahrung 
mehrung des Personals beweisen. Ich bitte Sie, gemacht haben, daß wir bei älteren Schulen nach­
der M agistratsvorlage zuzustimmen. träglich haben Doppelfenster anfertigen lassen 
müssen. Es soll ja bei dieser Schule eine neue, 
(Die B eratung wird geschlossen. Die Ver­ vervollkommnete Heizung installiert werden, die 
sammlung beschließt nach dem Antrage des M a­ sogenannte Pulsionsheizung, wodurch der Zug 
gistrats, wie folgt: an den Fenstern vermieden werden soll. Ich 
Zum  15. Oktober 1910 werden folgende Be­ glaube, daß das theoretisch richtig sein m ag; ich 
amtenstellen neu geschaffen: möchte aber meine Zweifel darin setzen, daß sich 
1 Stelle Klasse A III —  Geh. Tafel Nr. 6 das in der P raxis überall bewähren wird. Es ist 
des Normalbesoldungsetats (Magistrats- in meiner Fraktion der Vorschlag gemacht worden, 
assessor), die Fensterfutter jedenfalls so einzurichten, daß 
1 S telle Klasse B II -  Geh. Tafel m an jederzeit Doppelfenster einfügen kann, und 
Nr. 13 (Bureauvorsteher), die Bauverw altung wird sich dagegen wahrscheinlich 
2 Stellen Klasse B III a — Geh. Tafel auch nicht sträuben.
Nr. 17 l Stadtsekretäre), M an könnte sich die F rage vorlegen, ob es richtig 
1 S telle Klasse B I V a  — Geh. Tafel ist, schon gleich beim B au Doppelfenster vorzuseheü, 
Nr. 22 (Sekr.-Assistent). und demgegenüber die Klempnerarbeiten vielleicht 
Der für das laufende Rechnungsjahr er­ zu reduzieren in dem S inne, daß man die äußeren 
forderliche Gehaltsbetrag von 8760 M ist R innen und Abfallrohre nicht aus Kupfer, sondern 
dem Dispositionsfonds zu entnehm en.) aus Zink herstellt. Ich möchte die Bauverwaltung 
bitten, ihre Ansicht darüber zu äußern. Wenn nicht 
Vorsteher K aufm ann : Punkt 10 der Tages­ gleich Doppelfenster gemacht würden, würde ich 
ordnung : vorschlagen, daß m an dem Antrage des Herrn 
Kollegen Brode, den er in unserer Fraktion gestellt 
Vorlage betr. Einführung des elektrischen B e­ hat, stattgibt, die Fenster jedenfalls fo einzurichten, 
triebes in der städtischen Druckerei. — Druck­ daß m an jederzeit nachträglich Doppelfenster ein­
sache 269. setzen kann.
(Die B eratung wird eröffnet und geschlossen. 
Die Versammlung beschließt nach dem Antrage des Stadtbaurat S ee lin g : Meine H erren, die­
M agistrats, wie folgt: sem Vorschlage können nyr ja ohne weiteres Folge 
F ür die Einführung des elektrischen B e­ geben und die Fenster so einrichten, daß eventuell 
triebes in der städtischen Druckerei werden später Doppelfenster eingesetzt werden können; 
4500 M, aus dem Dispositionsfonds be­ eine wesentliche Preiserhöhung wird dadurch nicht 
willigt. ) bedingt. Die Pulsionsheizung ist eine ganz vor­
zügliche. Wir haben so famose Erfahrungen dam it 
Punkt 11 der Tagesordnung: gemacht, daß wir eben glauben, ohne Doppelfenster 
auskommen zu können. Ich möchte es also ruhig 
Vorlage betr. Bau einer Gemeindeschule an jetzt dabei bewenden lassen, daß wir einfache Fenster- 
der Wiebestratzc. — Drucksache 270. einsetzen, das Pulsionssystem einführen und dann 
abw arten, ob Doppelfenster noch notwendig sind. 
Berichterstatter Stadtv. W olsfenstein : Meine Dringend bitte ich, daß die Kupferrinnen der S o ­
H erren, S ie hatten im J u n i d. J s .  Ih re  Ge­ lidität der Konstruktion wegen soweit wie möglich 
nehmigung zum B au der Gemeindedoppelschule verwendet werden. Es ist von der Hochbaudepn- 
an der Wiebestraße gegeben und die erste Rate in ta tion  schon früher der Beschluß gefaßt worden, 
Höhe von 300 000 M bewilligt. Der Kostenanschlag doch möglichst von Zinkrinnen abzusehen, da sie 
konnte dam als noch nicht fertig gestellt werden; nach einer Reihe von Jah ren , vielleicht nach 20 
er ist jetzt aber vollendet und hat mir vorgelegen. Jah ren , doch vollkommen erneuert werden müssen. 
Die Preise sind bei mehrfacher Revision sehr re­ Schon in allernächster Zeit wird die Hochbau- 
duziert worden, so daß es bei einzelnen Positionen deputation zu beraten haben, neue Rinnen für 
zweifelhaft sein könnte, ob die Arbeiten dafür aus­ ältere Schulbauten zu beschaffen. Der vorliegende 
geführt werden können; wenn die jetzige Kon­ Anschlag ist ja während meines Urlaubs gefertigt 
junktur andauert, würden die Preise wohl aus­ und Ih n e n  zugegangen. M ir geht es schon etwas 
reichen. wider den Strich, daß wir nun bei diesem B au im 
I n  dem Kostenanschlag sind mir nur zwei Hofe Zinkrinnen nehmen sollen. Aber es hieß, 
Positionen aufgefallen: einmal die Fenster bei den daß die Sum m e, die wir zur Verfügung haben, nicht
        
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