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Periodical volume 14. September 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

358 Sitzung vom 14. September 1910
zu beschleunigen. Zweitens würde es sich empfehlen, zuziehen und in Punkt 2 statt des Zeitraum s von 
daß wir gegenüber den allgemeinen Schilderungen 10 Jah ren  zu sagen: den gegenwärtigen S tand .
in den Zeitungen über die Schwierigkeiten der 
Einschulung der Mädchen möglichst bald eine sichere Stadtv. Br. S tadthagcn; Ich bin bereit, das 
Grundlage zur Beurteilung der Lage durch eine Wort „zehn" fortzulassen, so daß es heißen würde: 
Zusammenstellung über die in den letzten zehn „in den letzten Jah ren ". D ann würde der Magistrat 
Jah ren  in den Privatschulen untergebrachten sich zu entscheiden haben, auf wieviel Jah re  er zurück­
Kinder erhalten, und drittens, daß M aßnahmen greifen will. Allerdings ist es wünschenswert, daß 
vorgeschlagen werden, welche geeignet sind, den wir sehen, ob in den letzten Jah ren  in der Zahl eine 
infolge der neueren Gesetzgebung zu erwartenden Zunahm e oder Abnahme des Besuchs der privaten 
Schwierigkeiten entgegenzutreten. Ich möchte Mädchenschulen durch Charlottenburger B ürger­
deshalb bitten, dem Antrage zuzustimmen: töchter stattgefunden hat; insofern sind mehrere 
Der M agistrat wird ersucht, Jah re  erforderlich. Ich glaube, dam it ist Herr 
1. die Entscheidung über den B au und Ausbau Kollege Otto auch einverstanden.
der Mädchenschule IV  möglichst zu be­ D en dritten Punkt würde ist zunächst zurück­
schleunigen; ziehen. Ich habe m it dem M agistratsvertreter ge­
2. der Stadtverordnetenversam mlung bald­ sprochen; was ich wollte, wird vielleicht innerhalb 
möglichst eine Zusammenstellung zu unter­ des M ag'strats auch so überlegt werden.
breiten über die Zahl der privaten höheren 
Mädchenschulen und ihren Besuch in den (Die B eratung wird geschlossen.)
letzten zehn Jah ren ;
3. geeignete M aßnahm en vorzuschlagen, um Berichterstatter Stabtb. Neukranz (Schluß­
den auf dem Gebiete des höheren Mädchen­ w ort): Hätte ich geahnt, daß auf diese Baufrage 
schulwesens infolge der neueren Gesetzgebung eingegangen würde, hätte ich mich etwas ausführ­
zu erw artenden Schwierigkeiten entgegen­ licher darüber aussprechen können. Die Baupläne 
zutreten. für die höhere Mädchenschule sind fix und fertig 
Ich hoffe, daß dieser Antrag allgemeine Zustimmung gewesen, die D eputation für die höheren Mädchen­
findet, und daß der Magistrat uns auch M aterial schulen hat auch bereits getagt und ist ziemlich fertig, 
in dieser Beziehung nach Möglichkeit zur Ver- so daß die Beschlüsse vorgelegt werden können. Es 
fügung stellt und die Angelegenheit beschleunigt. ist natürlich, daß, wenn der höheren Mädchenschule 
jetzt plötzlich eine Frauenschule oder Studienanstalt 
Stabtb. O tto : M eine Herren, ich glaube, im angegliedert werden soll, die Räum e ganz anders 
Nam en meiner Freunde erklären zu können, daß ausgestaltet werden müssen, als sie ursprünglich 
wir gegen die Punkte 1 und 2 der Anregung des projektiert sind; dadurch ist die Verzögerung ent­
Herrn Kollegen Dr Stadthagen nichts einzuwenden standen.
haben. Es erscheint auch m ir wünschenswert, daß 
wir über den B au der höheren Mädchenschule IV  Vorsteher Kaufm ann: Es liegt neben dem 
und über die Frage, ob diese Schule einen Aufbau Antrage des M agistrats folgender Antrag des Herrn 
erhalten soll oder nicht, und wenn sie einen Aufbau Kollegen Dr S tadthagen vor:
erhalten soll, was für einen, recht bald vom D er M agistrat wird ersucht,
Magistrat unterrichtet werden. 1. die Entscheidung über den B au und Aus­bau der Mädchenschule IV  möglichst zu 
Auch zu der zweiten Frage, den M agistrat beschleunigen;
aufzufordern, uns eine Zusammenstellung darüber 2 . der Stadtverordnetenversam m lung bald­
zugehen zu lassen, wieviel Schülerinnen die P riv a t­ möglichst eine Zusammenstellung zu unter­
mädchenschulen besuchen —  ich nehme an, daß breiten über die Zahl der privaten höheren 
Herr Kollege Dr. S tadthagen Charlottenburger Mädchenschulen und ihren Besuch in  den 
Bürgerkinder m eint — , kann m an sich nur zu­ letzten Jah ren .
stimmend äußern. Allerdings erscheint es mir ein Herr Kollege Otto hat beantragt, zu sagen: den 
bißchen sehr weit gegriffen, hier den Zeitraum  von augenblicklichen S tand . Herr Kollege Otto, halten 
10 Jah ren  festzustellen; es würde vielleicht genügen, S ie  diesen Antrag gegenüber dem Antrage des 
wenn wir hören, wieviel Kinder Charlottenburger Herrn Kollegen Dr S tadthagen aufrecht, der den 
Bürger im gegenwärtigen Zeitpunkt private S tand  in den letzten Jah ren  festgestellt haben w ill?
Mädchenschulen besuchen.
W as aber den dritten Punkt angeht, so muß ich Stabtb. O tto : D ann würde ich den Verm itt- 
sagen, daß ich — ich habe den genauen W ortlaut lungsvorschlag machen, zu sagen: in den letzten 
nicht verstanden — bei der weiten Fassung nichts beiden Jah ren .
damit machen kann. Ich glaube, der Magistrat 
käme in Verlegenheit, wenn die Stadtverordneten­ Vorsteher K aufm ann : Herr Kollege S ta d t­
versammlung den dritten Punkt annehmen würde, hagen, sind S ie dam it einverstanden, daß gesagt 
in dem allgemein gefordert wird, daß die Schwierig­ w ird: in den letzten zwei J a h re n ?
keiten, die durch die Neuordnung des höheren (Zustimmung des S tad tv . Dr S tadthagen.)
Mädchenschulwesens entstehen, klargelegt werden D ann würde der Antrag folgenden W ortlaut haben:
sollen und dergl. Ich kann mit dieser allgemeinen Der M agistrat wird ersucht,
Fassung nichts anfangen. Wir werden schon auf 1. die Entscheidung über den B au und Aus­
Grund bestimmter M agistratsvorlagen, die in die bau der Mädchenschule IV möglichst zu 
Neuordnung des höheren Mädchenschulwesens beschleunigen;
fallen, Gelegenheit bekommen, unsere Wünsche 2. der Stadtverordnetenversam m lung bald­
zur Geltung zu bringen. Ich würde also Herrn möglichst eine Zusammenstellung zu unter­
Kollegen I)i: S tadthagen bitten, Punkt 3 zurück- breiten über die Zahl der privaten höheren
        
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