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Periodical volume 29. Juni 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

324 Sihung vom 2 i. Juni 1910
Gelände erlösen würden, ein noch sehr in Dunkel wurde auch darauf hingewiesen, daß, wenn auch 
gehüllter Preis wäre, und daß es falsch wäre, hier die Annahme zuträfe, daß die Bewohnerschaft dort 
den Magistrat durch eine Zahl zu binden und viel­ nicht an Einkommensteuer so viel aufbringen würde, 
leicht am Verkauf zu hindern. W ir würden sonst wie den Opfern für die Bahn entspräche, doch die 
unter Umständen den Fehler machen, den ich mir Stadt schon durch die Grundsteuern, die Umsatz­
schon in meinen ersten Ausführungen zu rügen er­ steuer und eventuell vielleicht die Wertzuwachssteuer 
laubte, nämlich den, daß w ir die Anleihe so knapp eine derartig gute Einnahme haben würde, daß sich 
bemessen, daß nachher immer wieder neue Anleihen die Ausgaben durchaus verantworten lassen. Die 
die Fehler der alten gut machen müssen, so daß eine letzteren Ausführungen fanden eine kleine Majorität 
Anleihe gleichsam in sich selbst neue Anleihen im Ausschuß, und namens desselben habe ich Ihnen 
gebiert. Deshalb halte ich es auch für richtig, wie der zu empfehlen, diese 4 130 000 M  zu bewilligen.
Ausschuß beschlossen Hai, die volle Summe, die 
der Magistrat vorschlägt, zu belassen. Wird sie nicht Meine Herren, von den Anlagen, die zur Be­
gebraucht, desto besser. friedigung der Bedürfnisse des Unterrichts, der 
Meine Herren, ein großer Teil der Beratung Hygiene, der Krankenpflege und der Verwaltung 
war den Untergrundbahnprojekten gewidmet. Ich dienen, hat uns am meisten — um mit dem letzten 
sage: Projekten, obgleich das eigentlich nicht richtig anzufangen — der Rathausneubau beschäftigt. Es 
ist; denn das Kurfürstendammprojekt hat keine ist sehr lebhaft diese Position umstritten worden, 
Diskussion irgendwelcher A rt erfordert. Desto er­ und es ist der Antrag gestellt worden, die hier ge­
giebiger haben w ir uns über die Pläne bezüglich forderten 2 Millionen um 1 M illion  zu kürzen in 
der Strecke Wilhelmplatz — Gustav-Adolf-Platz der Idee, daß es bei unseren augenblicklichen 
unterhalten. Von Gegnern dieser Borlage wurde Finanzverhältnissen, bei der Notwendigkeit, Spar­
hervorgehoben, daß zunächst die Stadt Charlotten­ samkeit eintreten zu lassen, durchaus angebracht 
burg und auch die Hochbahngesellschaft sich m it sei, sich m it dem Allernotwendigften zu begnügen. 
Urrtergrundbahnprojekten schon derartig belastet Demgegenüber wurde aber vom Magistrat festge­
haben, daß für die nächsten drei Jahre gar nicht stellt, daß diese 2 Millionen für den Rathausneubau 
daran zu denken wäre, daß ein neues Projekt zur nur zum Betrage von 1 M illion  in Frage kommen, 
Durchführung kommen könnte. Weiter wurde und daß die Vorlage eigentlich besser heißen müßte: 
darauf hingewiesen, daß ein eigentlicher Gemeinde­ Rathausneubau und Neubau einer Sparkasse.
beschluß, in diesem Sinne vorzugehen, nicht vor­ 1 M illion  soll nämlich auf den Neubau einer aller­
läge, und daß es auch zum mindesten zweifelhaft sein dings im Nathausgebäude gelegenen Sparkasse 
könnte, ob der Bau dieser Strecke gerade dasjenige verwendet werden, der dringend notwendig ist. 
m it sich bringen würde, was man von der Unter­ Darüber sind, glaube ich, alle Meinungen einig, daß 
grundbahn im allgemeinen erhofft, nämlich eine der Neubau der Sparkasse eine Notwendigkeit ist; 
rasche und gute Entwicklung. Das wurde be­ er bedeutet auch insofern finanziell etwas ganz 
zweifelt. Es wurde behauptet, daß die Preise, die anderes, als die Sparkasse die Zinsen in Form von 
eine derartige Luxus- und Schnellbahn nun einmal Mieten aufbringt und eventuell das Kapital zurück­
für die Beförderung nehmen muß, so hoch seien, erstattet. Auf diese Weise bleibt für den eigentlichen 
daß für die Einwohnerschaft, die für jenes Viertel Rathausneubau nur 1 M illion  Mark übrig. Dieser 
int wesentlichen in Frage kommt, die Benutzung der Betrag würde dadurch wohl gerechtfertigt sein, daß 
Bahn zu teuer sei; es wäre ohne weiteres ersichtlich, nachgewiesen werden konnte, daß die gegenwärtige 
daß eine Bahn, die nicht benutzt würde, auch zur Wirtschaft in den verschiedenen Bureaus m it der 
Ausschließung und zur Hebung der Bebauung nicht Verzettelung der Beamten nicht nur sehr unzweck­
beitragen könnte. Endlich wurde gesagt: find w ir mäßig, sondern auch recht kostspielig ist; es müssen 
m it dem Projekt im Peilten und sehen w ir klar, mehr Beamte gehalten werden, durch die not­
was in einiger Zeit vielleicht der Fall sein wird, so wendigen Reparaturen entstehen sehr viele Kosten, 
wird es uns ja immer noch unbenommen sein, eine die nicht ersetzt werden, aber wohl erspart bleiben 
besondere Anleihe für diesen Zweck zu beantragen. können, wenn w ir ein neues Gebäude haben. Ob­
W ir werden sie dann auch bewilligt erhalten, und gleich sich der Ausschuß schließlich bereit fand, diese 
das um so mehr, weil die hier eingesetzten 4130000 2 Millionen zu bewilligen, war doch die allgemeine 
zwar eine auf Berechnungen beruhende, aber doch Stimmung und der allgemeine Wunsch, dem 
immerhin in gewissem Sinne gegriffene Zahl dar­ Magistrat ans Herz zu legen, bei diesem Neubau 
stellen, so daß es sehr wohl zu einer Vergrößerung von allem unnötigen Luxus abzusehen, selbstver­
dieser Summe kommen könnte. Auf der andern ständlich etwas Praktisches und Gediegenes zu 
Seite wurde nun hervorgehoben, daß doch eine ge­ schaffen, aber doch daran zu denken, daß unnötige 
wisse Beschleunigung notwendig wäre, schon um Ausgaben, die vermieden werden können, unter­
deswillen, weil m it der Ausführung dieses Pro­ bleiben.
jektes gleichzeitig auch unter allen Umständen die Was die Schulen angeht, so hat der Ausschuß 
Neuherstellung der Caprivibrücke verbunden noch 160 000 M  für den Ausbau der Sophie- 
werden müßte, die dringend erforderlich sei. Es Charlotte-Schule eingesetzt. Es stellte sich nämlich 
wurde weiter betont, daß gerade eine Schnellbahn heraus, daß dieser Ausbau, und zwar in Gestalt 
in dieser Gegend nötig sei, weil sie sowohl vom einer Frauenschule, notwendig ist, wenn w ir daran 
Zentrum Charlottenburgs als auch Berlins so entfernt denken wollen, wie es die Magiftratsvorlage vor­
läge, daß nur eine Schnellbahn eine Entwicklung schlägt, auch die vierte höhere Mädchenschule m it 
der Verhältnisse in rascherem Tempo zuwege einem Ausbau in Form einer Studienanstalt zu 
bringen könnte. Ferner wurde bemerkt, daß es versehen. Es liegt eine Ministerialverfügung vor, 
doch auch schlecht angängig sei, eine derartig kleine die uns verhindern würde, diesen zweiten Ausbau 
Anleihe von 6,7 Millionen lediglich für diesen Zweck zu machen, weil w ir nämlich schon bei der Auguste- 
aufzunehmen, und daß es sehr leicht geschehen Viktoria-Schule eine derartige Studienanstalt ge­
könnte, daß sie uns nicht bewilligt würde. Es schaffen haben.
        
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