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Periodical volume 29. Juni 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

312  Sitzung vom !9. Juni 1910
II. I n  Höhe dieser Summe sind Pflanzen und anständiges Eckhaus dort bekommen. Für die 
Blumen aus den Beständen der städtischen Regulierungskosten wird mehr gezahlt als für den 
Baumschulen dein Verein gegen Erstattung Grunderwerb. Aus diesen Gründen sind, glaube 
der Selbstkosten zur Verfügung zu stellen.) ich, die Wünsche, die der betreffende Eigentümer 
hat, gerechtfertigt, und ebenso ist es der S tand­
Punkt 5 der Tagesordnung: punkt, auf den sich der Magistrat stellt. Ich bitte Sie, 
unter Würdigung dieser Unistände der Magistrats­
Vorlage betr. Asphaltierung der Scharrenstraße vorlage zuzustimmen.
am Einlauf der Kaifer-Friedrich-Straße. —
Drucksache 209. (Die Beratung wird geschlossen. Die Ver­
sammlung beschließt nach dem Antrage des Magi­
(Die Beratung wird eröffnet und geschlossen. strats fast einstimmig, wie folgt:
Die Versammlung beschließt nach dem Antrage 1. Dem Fluchtlinienplan betr. Änderung der 
des Magistrats, wie folgt: Fluchtlinie des Grundstücks Spielhagenstr. 21 
a) Die Asphaltierung der Scharrenstraße am Ecke Wilmersdorfer Straße 32 — Abt. V 
Einlauf der Kaiser-Friedrich-Straße wird ge­ Sekt. 3 — vom 11. Ju n i 1910 wird zuge­
nehmigt. stimmt.
b) Die Mittel im Betrage von 11 500 M  werden 2. Die infolge der Änderung der Fluchtlinie 
aus dem Dispositionsfonds für 1910 be­ zu a frei werdende Straßenlandfläche von 
willigt. ) etwa 28 gm Flächeninhalt ist dem Eigentümer 
des Grundstücks Band 148 Blatt Nr. 5266, 
Punkt 6 der Tagesordnung: Kaufmann S . Hornung, hier — zum Preise 
von 100 M  für das qm zu übereignen.
Vorlage betr. Aenderung der Fluchtlinien der 3. Der Erlös aus dem Verkauf zu a ist dem 
Spielhagenstraße am Einlauf in die Wilmers- Hauptetat Ordinarium Kapitel VIII zuzu­
dorfcr Straße. — Drucksache 210. führen.)
Berichterstatter Stadtv. Harnisch: Meine Vorsteher-Stellv. Dr. Hubatfch: Punkt 7 der
Herren, es ist Ihnen  vielleicht bekannt, daß sich Tagesordnung:
in der Wilmersdorfer Straße ein Eckhaus be­
findet, vom Charlottenburger Rathaus aus auf Vorlage betr. Festsetzung von Fluchtlinien für den 
der rechten Seite, wenn man in die Spielhagen­ Kirchplatz. — Drucksache 211.
straße kommt, das eigentlich gar kein Eckhaus 
ist, wenigstens nicht für den Laien, insofern Berichterstatter Stadtv. Harnisch: Meine
als sich in der Spielhagenstraße kein Fenster in dem Herren, Sie werden aus der Vorlage vielleicht zu 
Hause findet und das Haus nach dorthin keine Ih rem  Verwundern ersehen haben, daß es in 
Fassade hat. Das liegt daran, daß die Spielhagen­ Teilen von Charlottenburg überhaupt noch keine 
straße nach der Wilmersdorfer Straße später durch­ Fluchtlinien gibt. Das wird im allgemeinen nicht 
gelegt worden ist; das Haus, das in der Flucht der so auffallend fein bei der Errichtung von Neu­
Spielhagenstraße stand, ist abgerissen worden, und bauten, und darum handelt es sich hier, weil ja die 
es ist ein solches Haus stehen geblieben, wie wir es bereits errichteten Häuser gewöhnlich in der Flucht­
in der Bismarckftraße mehrfach haben, das mit der linie stehen; rechts und links vom Neubau befinden 
Giebelwand nach der Spielhagenstraße liegt. Jetzt sich Nachbarhäuser, und die Verbindungslinie 
tritt der Besitzer des Grundstücks an die S tadt zwischen beiden wird im allgemeinen die Flucht­
heran: er will das ganze Haus richtig ausbauen und linie sein und als solche auch anerkannt werden. 
damit den Schandfleck beseitigen. Er führt, nach Hier handelt es sich um ein Grundstück, das an 
meiner Ansicht mit Recht, an, daß das Haus einen einem Platze steht, in einem Knick liegt und das der 
Bruch in der Fassade hat, der dadurch veranlaßt ist, betreffende Besitzer wieder neu bebauen will. Er 
daß die Spielhagenstraße an einer Stelle, die in ist in der eigentümlichen Lage, gar nicht zu wissen, 
das Eckhaus fällt, einen Winkel bildet; sie wird dort wieweit er die Bebauungsmöglichkeit feines Grund­
breiter, als ihrer normalen Breite von 19 m ent­ stücks ausdehnen kann. Der Bau wird schon in 
sprechen würde. Die Durchlegung dieser 19 m Angriff genommen und eine schnelle Erledigung 
breiten Straße würde bedingen, daß zu diesem dieser Frage ist daher von größter Wichtigkeit.
Eckhause eine dreieckige Fläche hinzugekauft werden Die Fluchtlinie, die der Magistrat uns vorgelegt 
müßte, die ungefähr 2 Ruten ausmacht. Unter der hat, ist derartig, daß sie sich sicherlich zweckmäßiger 
Voraussetzung, daß ihm diese beiden Ruten für nicht wünschen läßt. M it der Festlegung dieser 
2800 M  von der Satdt überlassen werden, ver­ Fluchtlinie soll nicht die Fluchtlinienfestlegung der 
pflichtet sich der Besitzer dieses Hauses, erstens den Straße verbunden werden — wahrscheinlich, um sich 
Umbau des Hauses als E ck haus auszuführen, sich in der kurzen Zeit nicht überschnell binden zu 
den Anforderungen des Magistrats zu fügen, also müssen —, sondern es kommt vorläufig nur die Fest­
die Fassade vorzulegen usw., zweitens die immerhin setzung der Bauflucht für den Neubau in Frage, 
recht bedeutenden Kosten für die Regulierung der weder die Festlegung der Vorgartenflucht noch 
Seitenstraße zu übernehmen. die der Straßenflucht. Wie Sie aus dem Plane er­
Meine Herren, der Preis von 1400 M  für die sehen, ist die Bauflucht so festgelegt, daß der Platz 
Rute ist sicher nicht hoch, er ist vielleicht niedrig; annähernd symmetrisch erscheint. Dagegen liegen 
aber es sind überhaupt nur zwei Ruten. Die ganze nach meiner Ansicht keinerlei Bedenken vor. Da die 
Sache ist wohl nicht von dem Standpunkte aus Sache für den betreffendem Besitzer, der schon am 
aufzufassen, daß es ein Geschäft für die S tadt Bauen ist, sehr eilt, glaube ich, auch hier Ihnen  die 
werden müßte und fein könnte, vielmehr wird der Annahme der Magistratsvorlage empfehlen zu 
Hauptwert darauf zu legen fein, daß wir endlich ein dürfen.
        
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