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Periodical volume 22. Juni 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

308 Sitzung vom : i. Juni 1910
also, daß die Frequenz ganz bedeutend gestiegen Stadtv. G tebh : Meine Herren, ich erlaube
ist und daß im Verhältnis dazu die Räume nicht ge­ mir, mit dem Herrn Berichterstatter die Annahme 
wachsen sind. Ich habe Gelegenheit gehabt, den der Vorlage zu empfehlen. Ich möchte gleichzeitig 
Arbeitsnachweis öfter zu besuchen, und habe ge- die StadtverordnetenversamrÄung bitten, den M a­
fuuüen, daß die Raumverhältuisse sehr viele Mängel gistrat zu ersuchen, es den Mitgliedern der städtischen 
aufweisen. Körperschaften zu ermöglichen, einem solchen Vor­
Der Magistrat und auch die Arbeitsnachweis- trage mit kinemato graphischen und grammopho- 
Deputation haben sich mit der Frage beschäftigt, nischen Vorführungen beizuwohnen. Ich bitte, 
es sind Verhandlungen eingeleitet worden, und in diesem Sinne beschließen zu wollen.
diese haben sich zu einer Vorlage verdichtet. 
Zuerst schien die Beschaffung von Räumen auf Stadtschulrat Dr. Neufert: Meine Herren, 
Schwierigkeiten zu stoßen. Es hatte den Anschein, es ist in Aussicht genommen worden, daß, sobald 
als ob man keine besseren Räume finden könnte. die Vorbereitungen fertig sind, die beiden städtischen 
Räume in Mietshäusern zu finden, war recht Körperschaften eingeladen werden, einem Vortrage 
schwer, da die Leute nicht gern ein derartiges oder wenigstens einem Telle desselben beizuwohnen, 
Institut in ihre Häuser hineinnehmen wollen. Von und zwar ist einstweilen der Donnerstag der nächsten 
öffentlichen Gebäuden kam nur das Polizeiprä­ Woche dafür in Aussicht genommen. Wir hoffen, 
sidium in der Kirchhofstraße in Frage. Es stellte daß bis dahin eine genügend große Zahl von Bil­
sich aber heraus, daß die dort verfügbaren Räume dern fertig sein wird. Aber wenn Sie auch nicht 
schon an die Armen- und Waisendirektion versagt den ganzen Vortrag hören und die sämtlichen 
waren. Es blieb weiter nichts übrig, als das Haus Bilder sehen können, so werden Sie doch aus dem, 
Berliner Straße 81 in Betracht zu ziehen. Das was geboten werden kann, einen Eindruck von dem 
ist geschehen. gewinnen, was in Brüssel vorgeführt werden soll.
Der Magistrat unterbreitet uns nun die Vor­ Es handelt sich im wesentlichen darum, daß 
lage mit dem Ersuchen, sie zu bewilligen. Zu der das, was in der Schule geboten wird, zugleich ge­
ganzen Einrichtung werden 12 025 M gebraucht; sehen und gehört wird. Zu Grunde liegt der Ge­
davon entfallen lediglich aus den Umbau 8 750 M. danke, daß wir Deutschen auf die Ausstellung nach 
Die übrige Summe von 3 275 M ist erforderlich, um Brüssel dasjenige schicken sollen, was das Beste in 
den Ausfall der Mieten dem Grundstückserwerbs­ unseren Schulen ist, was uns das Ausland so leicht 
fonds zu ersetzen. Damit keine Zeit verloren geht — nicht nachmachen kann: das ist das methodisch durch­
die Mietsräume müssen rechtzeitig gekündigt werden gebildete und praktisch erprobte Lehrermaterial. 
— bitte ich, daß die Versammlung der Vorlage ohne Die Häuser kann man nachbauen, auch einen guten > 
Ausschußberatung zustimmen möge. Lehrplan können die tüchtigsten Köpfe anderer 
Nationen sehr leicht herstellen. Aber eine nach Tau­
Vorsteher Kaufmann: Meine Herren, mir senden zählende Lehrerschaft, welche gut vorgebildet 
ist zu dieser Vorlage eine Eingabe zugegangen, die ist und geschickt und treu ihres Amtes waltet, das 
die Unterschrift trägt: Ein Bewohner in der Ber­ können die anderen Nationen uns so leicht nicht 
liner Straße. Ich habe, jedenfalls im Einverständnis nachliefern. Nun ist es natürlich zu teuer, Lehrer 
mit Ihnen, das anonyme Schreiben dahin beför­ und ganze Klassen nach Brüssel zu schicken; es 
dert, wohin es gehört: in den Papierkorb. würden auch noch manche anderen Bedenken dagegen 
(Die Versammlung beschließt entsprechend dem geltend zumachen sein. Aber im Bilde können wir das zeigen, und wir hoffen, daß es aus dem angegebenen 
Vorschlage des Berichterstatters nach dem Antrage Wege möglich sein wird. Herr Dr Driesen hat bereits 
des Magistrats, wie folgt: mit großem Erfolge Vorträge in der Urania ge­
Für den Umbau des städtischen Hauses halten, in welchen er darzustellen suchte, wie Kine­
Berliner Straße 81 zur Aufnahme der Haupt­ matograph und Grammophon im Dienste der Wissen­
stelle des Arbeitsnachweises und zur Erstattung schaft verwendet werden können. Die beiden Hilfs­
der Mietsbeträge an den Grundstückserwerbs­ mittel wollen wir mm verwenden, um geeignete 
fonds für 1910 werden 12 025 M aus dem Abschnitte aus dem Schulleben zu zeigen. Ich hoffe, 
Dispositionsfonds bewilligt.) daß es mir gelingen wird, Ihnen  in der nächsten Woche eine Probe aus diesen Darbietungen zu 
Wir kommen zu Punkt 17 der Tagesordnung: geben.
Vorlage betr. Entsendung eines Oberlehrers zur Vorsteher Kaufmann: Ich bin überzeugt, daß 
Weltausstellung nach Brüssel. — Drucksache 201. die Stadtverordnetenversammlung mit Dank von 
dieser Absicht Kenntnis nimmt. Ich möchte nur 
Berichterstatter Stabtb. Otto : Meine Herren, den Herrn Stadtschulrat darauf aufmmcksam machen, 
ich habe Veranlassung genommen, mit dem Herrn daß der nächste Donnerstag dafür nicht vorgesehen 
Stadtschulrat über den einzigen Punkt, der mir zu werden kann; denn da wird möglicherweise noch 
einigen Bedenken Veranlassung gab, nämlich über Stadtverordnetensitzung sein. Ich bitte also, einen 
den Inhalt der in Brüssel zu haltenden Vorträge anderen Tag dafür in Aussicht zu nehmen.
über das Schulwesen in Charlottenburg, zu sprechen, 
und ich habe eine durchaus befriedigende Auskunft (Die Beratung wird geschlossen. Der Bericht­
erhalten. Die Themen, die dort erörtert werden erstatter verzichtet aufs Schlußwort. Die Ver­
sollen, und die Art der Behandlung bürgen nach mei­ sammlung beschließt entsprechend dem Vorschlage 
ner Überzeugung dafür, daß, soweit es möglich ist, des Berichterstatters nach dem Antrage des M a­
ein klares Bild von gewissen Ausschnitten des gistrats, wie folgt:
Charlottenburger Schulwesens geboten werden Die Kosten für die Dienstreise des Ober­
wird. Ich empfehle Ihnen die Annahme der lehrers Dr Driesen als Vertreters der S tadt
Magistratsvorlage. Charlottenburg zur Weltausstellung nach
        
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