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Periodical volume 22. Juni 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

2 8 8  Sitzung vom ' 2. Juni 1910
in einer Anzahl von Bmldesstaaten besteht, hält zu haben, wie der B au sich gestalten wird. Dem 
d i e K i r c h e  das Verbot dennoch in der Provinz wurde entgegengehalten, daß diese Modelle nicht 
Brandenburg für notwendig. S ie  glaubt anschei­ zur Ausstellung bestimmt werden könnten, weil 
nend, daß ihre A utorität durch eine völlige Auf­ sie nicht derartig seien, daß sie sich auf einer Hygiene­
hebung des Verbots hier gefährdet würde. Es ausstellung sehen lassen könnten. S ie seien wohl 
wird also für die Provinz Brandenburg ein anderer für die Arbeit zweckmäßig, aber doch nicht als 
Maßstab angelegt als für alle übrigen Provinzen Ausstellungsobjekte verwendbar.
und Bundesstaaten. Die Weltfremdheit und Rück­ I m  allgemeinen hat sich der Ausschuß auf 
ständigkeit der obersten Kirchenbehörde ist ja hin­ den Standpunkt gestellt, daß wir auf der Hygiene­
länglich denjenigen bekannt, die mit der Kirche zu ausstellung selbst viel lernen wollen und daß es 
tun  haben. Am meisten haben darunter die libe­ mithin auch notwendig ist, daß wir von denjenigen 
ralen Kirchenräte und Synoden zu leiden. Es Sachen, an denen andere von uns lernen können, 
gibt keine Rekursinstanz gegen diese Behörde, und eine reichliche Ausstellung vornehmen. Ich emp- 
so ist gegen die Entscheidungen, denen eine besondere fehleJhnen also, die Magistratsvorlage zu bewilligen.
Anschauung zu ©runde liegt, leider nichts zu Der Ausschuß ist darüber noch hinausgegangen 
machen. Der jetzige Herr Oberpräsident hat sich und hat auf Grund eines Brieses des Herrn P ro ­
dieser Anschauung ja auch gefügt oder leider wohl fessor G ärtner aus Jen a , des Vorstandes der Ab­
f ü g e n  m ü s s e n  und sich dadurch bezüglich teilung für Wasserversorgung — der darum  gebeten 
der Sonntagsheiligung in strikten Gegensatz zu hatte, es möge ein Modell oder eine instruktive 
seinem Amtsvorgänger, dem jetzigen Kultusminister, Zeichnung des hiesigen Wasserwerks als Aus­
gestellt. stellungsobjekt zur Verfügung gestellt werden — 
Meine Herren, ich will nicht das Hauptgewicht den Beschluß gefaßt, daß auch die P läne des Wasser­
auf den Erfolg legen, der zu verzeichnen ist, s o n ­ werkes Jungfernheide m it der Maßgabe auszu­
d e r n  d a r a u f ,  w a s  n o c h  z u  t u n  ü b r i g  stellen wären, daß durch das Hinzutreten dieser 
b l e i b t .  Durch die nicht v o l l s t ä n d i g e  F rei­ Ausstellungsplüne eine Erhöhung der Gesamt­
gabe erscheint d e r  W e r t  des Erfolges b e d e u ­ summe von 11 000 M nicht eintreten soll. Der 
t e n d  herabgesetzt. Es muß nunm ehr eine n e u e  Herr V ertreter des Magistrats hat auch zugesagt, 
A g i t a t i o n  einsetzen, d a m i t  a u s  d e r  daß die Kosten sich keineswegs erhöhen werden. 
b l o ß e n  V e r k ü r z u n g  d e r  S c h a u f e n ­ Ich möchte nun um  eine Auskunft bitten. I n  den 
s t e r s p e r r e  e i n e  v o l l s t ä n d i g e  B e s e i ­ Akten finde ich eine Notiz vom 11. Ju n i, in der steht: 
t i g u n g  w e r d e  u n d  a u c h  d e r  ü b e r ­ Modelle des Wasserwerkes Ju n g fe rn ­
f l ü s s i g e  R e s t  d e r  a l t e n  V e r o r d n u n g  heide sind nicht vorhanden, auch reichen die 
v e r s c h w i n d e ,  d e s s e n  F o r t e x i  st e n z  vorgenommenen Bohrproben nicht aus, um 
n i c h t  i m  g e r i n g s t e n  e i n e  i n n e r e  das gewünschte Modell der Bohrschichten 
N o t w e n d i g k e i t  ist.  I n  d i e s e m  Sinne zusammenzustellen; jedoch können instruk­
bitte ich von der M agistratsm itteilung K e n n t -  tive P läne des Wasserwerkes, insbesondere 
n i s zu nehmen. des B runnens, mit sorgfältigen zeichnerischen 
Darstellungen angefertigt werden. D a hierzu 
(Die B eratung wird geschlossen. Die Versammlung eigenes Personal nicht zur Verfügung steht, 
nim m t Kenntnis.) würden die Kosten für diese Zeichnungen 
etwa 300 M  betragen.
Vorsteher Kaufmann: Punkt 11 der T ages­ Es ist aber doch gesagt worden, es würden keine 
ordnung : besonderen Kosten daraus erwachsen. Ich möchte 
um  Aufklärung bitten, wie sich die Sache verhält.
Bericht des Ausschusses über die Vorlage betr. I m  übrigen beantrage ich die Annahme der 
Beschickung der internationalen Hygiene-Aus­ M agistratsvorlage.
stellung in Dresden 1911. —  Drucksachen 166 
und 196. Stadtrat Sey b e i : Die gewünschte Auskunft 
kann ich gleich erteilen. Allerdings entstehen durch 
Berichterstatter Stadtv. Dr. B auer: Meine die Zeichnungen für das Wasserwerk Kosten, und 
Herren, der Ausschuß, den S ie zur B eratung der zwar im Betrage von etwa 300 Jfc. Einmal haben 
M agistratsvorlage über die Beschickung der in ter­ wir aber die 11 000 M  nicht auf den Pfennig genau 
nationalen Hygiene-Ausstellung in Dresden ein­ berechnen können, sondern nur geschätzt, so daß an­
gesetzt haben, empfiehlt Ih n e n  die Annahme der zunehmen ist, daß an irgendeiner S telle noch etwas 
Vorlage. Es waren im Ausschuß zunächst M ei­ übrig bleiben wird. Anderseits möchte ich ausdrück­
nungsverschiedenheiten über die Notwendigkeit lich feststellen, daß bei der Berechnung der Unkosten 
aller der 13 einzelnen Ausstellungsobjekte vor­ für die von der Tiefbauverw altung vorgeschlagenen 
handen. M an hat sich schließlich dahin geeinigt, Gegenstände insofern ein I r r tu m  obwaltet, als da 
daß man alle 13 bewilligte. Bei Nr. 13 ist die einige hundert Mark für Generalunkosten, wie Ver­
Bewilligung mit Stimmengleichheit erfolgt, die packung, T ransport usw., eingesetzt sind, während 
Stim m e des Vorsitzenden gab den Ausschlag. Bei diese Generalunkosten in der Vorlage schon an 
Nr. 4, dem Modell des geplanten Krankenhauses anderer S telle mit einer Pauschalsumme berück­
für Geburtshilfe, und Nr. 13, den Modellen und sichtigt sind. Es ist also m it Sicherheit darauf zu 
P länen  für das Tuberkuloseheim in Beetz-Sommer­ rechnen, daß bei der Tiefbauverwaltung mehrere 
feld, wurde von denjenigen Herren, die diese P o ­ hundert Mark gespart werden; diese können dann 
sitionen nicht bewilligen wollten, eingewandt, daß vom W a s s e r w e r k  verbraucht werden. Die 
m an die sogenannten Arbeitsmodelle des B au­ Endsumme kann danach so bleiben, wie sie ist.
am tes einsenden könnte. D as sind Modelle, die das 
B auam t jedesmal bei größeren B auten anfertigt, Stadtv. Jastrow : I n  Übereinstimmung mit 
um  eine eigene Übersicht über die Art und Weise meinen Freunden möchte ich erklären, daß wir bei
        
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