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Periodical volume 19. Januar 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

18 Sitzung vom 1I  Januar 1910
5. Der M agistrat wird ermächtigt, einen Vertrag Ich möchte m ir erlauben, im Zusammenhang 
über ine Herstellung der zu vermietenden m it dieser Vorlage noch auf diejenigen Punkte 
Gebäude abzuschließen, durch den der Unter» einzugehen, die uns schon beschäftigten/ als w ir 
i ... nehmer gegen eine Gesamtverdingungsver­ jüngst den S tundenplan für die obligatorische 
gütung die fertige Herstellung der Gebäude Fortbildungsschule festsetzten. Ich habe w ir damüls 
nach den Entw ürfen zu 1 und den auf­ erlaubt, darauf hinzuweisen, daß es zwischen der 
zustellenden Kostenanschlägen derart über­ Fortbildungsschule und dem JnnUngsausschusse-in 
nim mt, . daß durch den B auvertrag einer­ Charlottenburg nicht so sei, wie w ir es-wünschen 
seits die Erfüllung des M ietvertrages sicher­ müßten, daß der Jnnungsausschuß gewisse Wünsche 
gestellt wird, andererseits die zu 2 für den habe und der Herr Stadtschulrat, wie ich aus den 
Grundstücksankauf und die B auausführung Akten damals referieren konnte, in einer Unter­
bewilligten M ittel nicht überschritten werden. redung die Wünsche entgegengenommen und m it 
6. F ü r den Fall, daß der Bauvertrag und damit den Jnnungsm eistern besprochen habe. Die An­
auch der endgültige Abschluß des M iet­ gelegenheit hat weiter die D eputation für das 
vertrages nicht zustande kommt, wird zu den städtische Fortbildungsschulwesen beschäftigt, und 
Kosten, die durch die Anfertigung von B au­ ich möchte in aller Kürze Ih n e n  einige Punkte 
p länen und Kostenanschlägen entstehen, ein angeben, in denen die D eputation schlüssig ge­
Betrag bis zur Hälfte jener Kosten, jedoch worden und Wünschen der Handwerksmeister da­
nur bis 1000 M,  aus dem Dispositionsfonds durch entgegengekommen ist.
des E tatsjahres 1909 bewilligt.) Die D eputation hat in einer Sitzung am 
29. November v . J .  folgendes festgelegt:
Borsteher K aufm ann : Wir kommen nunm ehr 1. Gegen die Vorlegung der Lehrplanentwürfe 
zu Punkt 9 der Tagesordnung: bei den Jnnungsvorständen werden Ein­
wendungen nicht erhoben.
Vorlage betr. Abänderung des Ortsstatuts über 2. Von der M itteilung betr. die Beschwerde 
die Verpflichtung zum Besuche der Fortbildungs­ des Jnnungsausschusses über den zu sta­
schule. — Drucksache 11. tistischen Zwecken ausgefüllten Fragebogen 
nim m t die D eputation Kenntnis, nachdem 
Berichterstatter Stadtv. Otto: D er M a­ der Direktor erklärt hat, daß solche F rage­
gistrat beantragt in dieser Vorlage eine Änderung bogen nicht mehr vorgelegt werden sollen.
des Ortsstatuts für die gewerblichen Fortbildungs­ 3. Es wird zugestimmt, daß die Lehrer den 
schulen nach der Richtung, daß au s der bisherigen Gesellenprüfungen beiwohnen.
dreieinhalbjährigen Schulpflicht eine dreijährige 4. Bezüglich der Beschwerde des Jn n u n g sau s­
gemacht werden soll. Während bisher die Schüler schusses, die Lehrerwahl betreffend, erklärt 
die Schule bis zum Anfang des Halbjahres besuchen die D eputation, daß auch in Zukunft von 
mußten, in dem sie das 18. Lebensjahr vollendeten, Fall zu Fall geprüft werden wird, welche 
soll vom 1. April 1910 an diese Verpflichtung bis Lehrkraft die geeignetste ist, die einzustellen ist.
zum Schlüsse des Halbjahres dauern, in dem 5. D as Nachsitzen soll nicht Wochentags in der 
sie das 17. Lebensjahr vollenden. Allerdings will Zeit von 7 Uhr m orgens bis 7 Uhr abends 
der M agistrat für diejenigen Schüler, die erst ein stattfinden.
Halbjahr oder später nach Beendigung der Schul­ 6. Zum  Theaterbesuch soll der Sonnabend nicht 
pflicht die Fortbildungsschule besuchen, die alte mehr verwendet werden.
Bestimmung beibehalten. M eine Herren, diese Beschlüsse bedeuten ein 
Z u dieser Änderung veranlassen den M a­ Entgegenkommen gegenüber den Wünschen des 
gistrat drei G ründe: einmal der Umstand, daß in Jnnungsausschusses, von dem ich annehme, daß 
den für uns ausschlaggebenden Vororten wie es in diesem Kreise die richtige W ürdigung finden 
in Berlin selbst die Fortbildungsschulpflicht eben­ wird.
falls nur drei Jah re  dauert, zum zweiten Wünsche Und wenn dann weiter in den Akten sich noch 
aus den Kreisen der Arbeitgeber, vor allem der der Vermerk findet:
Handwerksmeister, und zum dritten Unzuträg­ Alljährlich sollen die Obermeister der ver- 
lichkeiten, die sich für die Schüler aus dieser B e­ schiedenen Inn u n g en , der Direktor und die 
stimmung ergeben haben. Ich habe der M agistrats­ hauptamtlichen Lehrer zusammenkommen, Um 
vorlage nach diesen drei Gesichtspunkten nichts gemeinsam die die Fortbildungsschule be­
hinzuzufügen und empfehle Ih n e n  die Annahme. treffenden Angelegenheiten zu besprechen, 
Der Vorschrift, daß Arbeitgeber und Arbeit­ und die nächste Zusammenkunft schon für den 
nehmer zu hören sind, ist genügt worden. 23 Hand­ M onat F ebruar in Aussicht genommen ist, so 
werksmeister haben sich m it dieser Angelegenheit glaube ich, daß auch dieser Schritt einen Schritt 
beschäftigt und 12 Arbeitnehmer. weiter auf dem Wege der Verständigung und 
Ich will, was Ih n e n  vielleicht nicht un­ des Friedens bedeutet.
interessant ist, noch hinzufügen, daß diese 12 Arbeit­ Es wird S ie  heute noch die Wahl eines B ürger­
nehm er den Wunsch ausgesprochen haben, das deputierten in die Fortbildungsschuldeputation be­
Privileg für die Einjährig-Freiwilligen, die bisher schäftigen. Der Wahlausschuß hat sich in An­
von dem Besuche der obligatorischen Fortbildungs­ erkennung der Berechtigung einer P etition  der 
schule befreit sind, in Wegfall bringen zu lassen. Jnnuugsm eifter in dieser Richtung auf den S tan d ­
Vielleicht nim m t der M agistrat oder die D eputation punkt gestellt, Ih n e n  einen Bürger als B ürger­
für das Fortbildungsschulwesen Veranlassung, zu deputierten zu empfehlen, der unter den von 
dieser Frage einm al S tellung zu nehmen. S ie  dem Jnnungsausschusse vorgeschlagenen drei Kan­
ist schon in der Debatte erörtert worden, die wir didaten sich befindet. Ich  hoffe, daß S ie im Sinne 
hatten, als wir im Jah re  1904 die obligatorische des Wahlausschusses diese Wahl vornehmen werden, 
Fortbildungsschule für Charlottenburg einführten. um dadurch diese berechtigte P etition  ebenfalls
        
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