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Periodical volume 8. Juni 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

Sitzung born 8. Juni 1910 259
I. D er Regulierung der P la tanenallee zwischen breiten, halte ich mich nicht für berechtigt, erachte
der Kastanien- und Lindenallee auf städtische es auch nicht für zweckmäßig. Jedoch werde ich der 
Kosten wird zugestimmt. Gesundheitspflegedeputation, von der ich aller­
II. Die Kosten der Freilegung, Pflasterung, E nt­ dings annehme, daß sie die nächste Sitzung erst 
wässerung, Beleuchtung und Bepflanzung nach den Som m erferien halten wird, m it solchem 
des zu I genannten Straßenteils, welche auf M aterial kommen können. Die Angelegenheit hat 
93 600 M  veranschlagt sind, sind, wie folgt, auch gar keine Eile. Wenn S ie vorläufig eine E r­
zu entnehm en: höhung der Sum m e um das Doppelte bewilligen, 
a) 50 000 M  aus dem Überschuß des Jah res  so haben wir eisten jedenfalls bis mindestens 
1909, November ausreichenden Fonds. Es liegt also 
b) der Rest von 43 600 M  aus dem D is­ gar kein Anlaß vor, die Sum m e heute noch zu über­
positionsfonds des Jah res  1910. schreiten. Es ist wirklich, wie m ir scheint, eine Frage 
III. Die Kosten der Kanalisierung sind in der an­ der richtigen finanziellen Taktik und der Erwägung, 
schlagsmäßigen Höhe von 10 200 M in das daß m an sich unter Umständen auch danach richten 
Extraordinarium  des Kanalisationsetats für muß, wie andere Leute über die Art dieser Vor­
1910 einzustellen.) nahmen denken, ob man die Sum m e vorläufig 
bloß auf das Doppelte statt auf das Dreifache be­
Vorsteher Kaufmann: Punkt 5 der Tages­ willigen will. Ich stelle demnach den Antrag, die 
ordnung : Erhöhung nur um  1000 und nicht um  2000 M  aus 
Vorlage betr. Verstärkung der Etatsnummer Ord. dem Dispositionsfonds vorzunehmen.
Kapitel X — 8— 8 für 1910. — Drucksache 162. Stabtrat S a m ter : M eine Herren, ich bitte 
Stabtb. Dr. Landsberger: M eine Herren S ie, dem Antrage des Herrn S tadtv . De Lands­
Kollegen, ich möchte persönlich beantragen, daß berger nicht zu entsprechen. Wenn es möglich sein 
wir die geforderte Sum m e nicht in  ihrer vollen wird, einen Weg zu finden, auf den Herr Dr Lands­
Höhe bewilligen, sondern uns darauf beschränken, berger hingedeutet hat, um auf billigere Weise 
den bisher angesetzten Betrag von 1000 Ji  zu ver­ die Aufnahmen auszuführen, so werden wir ihn 
doppeln, also auf 2000 M  festzusetzen. Es ist richtig, m it Dank akzeptieren, und dann wird die Sum m e 
daß sich, wie die Vorlage ausführt, in  der kurzen nicht ausgegeben werden. I m  Augenblick ist es m ir 
Beobachtungszeit von 5 Wochen seit dem Beginn wenigstens nicht bekannt, auf welchem W ege.w ir 
dieses E tatsjahres die Zahl der Untersuchungen zu billigeren Aufnahmen gelangen können, nachdem 
in der Lungenfürsorgestelle gegen die entsprechende wir alles versucht haben, was möglich war. Wir 
Zeit des Vorjahres verdoppelt hat. M an kann aber haben alle das lebhafte Interesse, daß die Lungen­
aus einem so kurzen Zeitraum  noch kein definitives kranken in der Fürsorgestelle auf die zweckmäßigste 
Bild über die größere Inanspruchnahm e der F ü r­ und beste Weise untersucht werden. Der verant­
sorgestellen gewinnen, wenn ich auch nicht bestreiten wortliche Leiter der Fürsorgestelle hält es für un­
will, daß sie in immer weiterem Umfange, wie wir bedingt erforderlich — und Herr I)n Landsberger 
es auch alle wünschen, in Anspruch genommen hat in der D eputation selbst anerkannt, daß m an ihm 
werden wird. darin volle Freiheit lassen müsse — , daß in gewissen 
Aber es sind andere Erwägungen, die Fällen Röntgenuntersuchungen vorgenommen wer­
mich bestimmen, hier den Antrag zu stellen, den, und er ist bei dem kolossalen Andrange der 
die geforderte Sum m e nicht in der ganzen bean­ P atien ten  nicht in der Lage, m it 2000 M die Zahl 
tragten  Hohe zu bewilligen. Über die Häufigkeit der Aufnahmen, die er für nötig hält, auszuführen.
der Notwendigkeit, sich des Röntgenverfahrens Es handelt sich übrigens um  eine Sache, die auch 
zu bedienen, um die Diagnose in Zweifelsfällen finanziell für die S tad t von gewisser Tragweite ist. 
zu sichern, sind die M einungen in ärztlichen Kreisen Denn wenn es gelingt, durch die Röntgenaufnahme 
durchaus geteilt. Ich mache darauf aufmerksam, festzustellen, daß jemand nicht mehr für die Heil­
daß in den Berliner Fürsorgestellen zur Feststellung stättenbehandlung geeignet oder daß sie nicht nötig 
der Diagnose n i e m a l s  Röntgenaufnahm en statt­ ist, so ersparen wir die Kosten für diese Behandlung, 
finden. Wir selbst haben in neuerer Zeit das Ver­ die wir sonst ausgeben müßten. Es liegt daher 
fahren geübt, zweifelhafte Fälle zur Begutachtung sogar im finanziellen Interesse der S tad t, dem 
ins Krankenhaus aufnehmen zu lassen, um  dort verantwortlichen Leiter der Fürsorgestelle die M ög­
ein sicheres Bild über den zu erwartenden Verlauf lichkeit zu geben, da, wo es notwendig ist, solche 
zu erhalten. Es würbe sich also, sollte ich meinen, Untersuchungen vornehmen zu können. Es sind 
empfehlen, zunächst nur entsprechend der erhöhten im Vorjahre über 8000 Patienten  untersucht 
Inanspruchnahm e der Fürsorgestelle zu verfahren, worden; schätzungsweise werden in  diesem Jah re  
d. h. die Sum m e bloß zu verdoppeln. mindestens 200 " Personen mit Röntgenstrahlen 
Die Sache ist ja an sich nicht sehr bedeutend. untersucht werden müssen. Die erbetene Sum m e 
Es handelt sich nur um 1000 M.  Es scheint m ir aber ist m inimal, darunter können wir nicht gehen. 
grundsätzlich nicht unwichtig zu sein, darauf hinzu­ Finden sich andere Wege, um auf billigere Weise 
weisen, daß es nicht angängig ist, ohne weiteres zu den Durchleuchtungsaufnahmen zu gelangen, 
jede aus dem Ungefähren gegriffene Sum m e zu so werden wir sie gehen und Vorschläge in dieser 
bewilligen. Ich  glaube, auch in der Lage zu sein, Beziehung mit Dank akzeptieren.
in  ganz kurzer Zeit Ih n e n  M aterial zu beschaffen, Stabtb. Dr. Frentzel: Meine Herren, nach 
das beweisen würde, daß wir selbst bei der I n ­ den Ausführungen des Herrn S tad tra ts  S am ter 
anspruchnahme, wie sie hier in Aussicht genommen muß es allerdings etw as prekär erscheinen, eine 
ist, m it der von m ir angegebenen Sum m e reichen Verkürzung der zu bewilligenden Sum m e eintreten 
würden. Ich denke dabei an die Möglichkeit, die zu lassen. Wenn es richtig ist, daß man durch die 
R öntgenaufnahm en zu verbilligen. Dieses M aterial frühzeitig und exakter zu stellende Diagnose Kosten 
Ih n e n  heute und in öffentlicher Sitzung zu unter- ( erspart, so würde es ja vom finanztechnischen S tand-
        
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