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Periodical volume 8. Juni 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

Sitzung vom 8, Juni 1910 267
I n  V orbereitung befindet sich als w eitere E s w ar also tatsächlich von 2 Uhr ab leer und blieb 
M aßnahm e ein z w e i t e r  Anschluß au  das R ohr­ leer bis abends um  11 U hr! D as w ar der gestrige 
netz der C harlo ttenburger Wasserwerke A. - G. Zustand. Es w ar dabei unmöglich, Wasser in  die 
Dieser wird vermutlich in  der nächsten Nacht höheren Geschosse zu treiben, weil der Druck aus 
fertig gestellt w erden können. S o d a n n  haben w ir diesem Reservoir fehlte. I m  Laufe der Nacht 
die provisorische Aufstellung einer V orpum pe in  hat sich dann  allmählich der Wasserstand des R e­
V orbereitung, die ermöglichen soll, Wasser in  servoirs erhöht; heute um  6 Uhr m orgens zeigte 
größeren M engen  au s dem B ru n n en  unseres es eine Höhe von 4,20 m , m ittags um  12 Uhr 
Wasserwerks heraufzusaugen, a ls es die vorhan­ 3,90 m , w ar also beinahe 4/s gefüllt. H eute nach­
denen V orpum pen  können. Diese V orpum pe m ittag  um  5 Uhr hatte  es noch eine F ü llu n g  von 
w erden w ir e tw a in  einer Woche spätestens auf­ 4,80 m . W ährend es also gestern um  diese Z eit 
gestellt haben, so daß dann  ein w eiterer Zuw achs vollständig leer w ar, ist es jetzt annähernd  voll. 
an  W asserförderung ein treten  wird. W ir sind sogar H eute um  6 Uhr nachm ittags, zu der Z eit der 
in der Lage, m it dieser V orpum pe eine unserer stärksten Inanspruchnahm e, ist es n u r auf 4,20 m 
jetzt im  B etriebe befindlichen V orpum pen, die gesunken. D as  ist im m er noch eine sehr anständige, 
natürlich zurzeit stark in Anspruch genom m en werden, m an kann sagen, über das M itte lm aß  hinausgehende 
im  F alle  einer B etriebsstörung zu ersetzen. W ir Wasserhöhe.
w erden im stande sein, m it dieser provisorischen S ie  sehen also, m eine H erren, daß tatsächlich 
V orpum pe 18 000 cbm Wasser zu fördern, d. H. die M aßnahm en, die w ir getroffen haben, trotzdem 
eine größere M enge, a ls unser Wasserwerk am  die Hitze heute den T ag  über angehalten hat, 
Teufelssee täglich fördert. ausreichend w aren , und daß es gelungen ist, m it 
D as sind die M aßnahm en, die getroffen Hilfe dieser M aßnahm en  die Bürgerschaft in  au s­
w orden sind. reichendem M aße wieder m it Wasser zu versorgen. 
W ir ha tten , um  diese wichtige Angelegenheit Die D ep u ta tio n  hat in  ihrer Sitzung heute aner­
nicht n u r  im  D ezernatsw ege zu erledigen, für kannt, daß diese M aßnahm en  Abhilfe geschaffen 
heute nachm ittag um  5 Uhr eine Sitzung der haben und irgendein G rund zur B eunruhigung 
W asserw erksdeputation einberufen und dieser die für die nächste Zeit nicht m ehr vorliegt, zum al 
M aßnahm en, die w ir getroffen hatten , vorge­ da in der nächsten Woche durch Inbetriebsetzung 
tragen . Die D ep u ta tio n  hat diese M aßnahm en  der neuen  provisorischen V orpum pe und zw eitens 
gebilligt und hat sich davon überzeugt, daß da­ auch durch den erw ähn ten  zweiten Anschluß an 
durch schon das erreicht w orden ist, w as w ir erreichen das Netz der C harlo ttenburger Wasserwerke noch 
w ollten. W ir haben nämlich erreicht, daß bereits erheblich bessere Wasserverhältnisse geschaffen sein 
heute den ganzen T ag  über unsere Wasserversor­ werden.
gung w ieder no rm al funktioniert hat. D aß  dies Z um  Schluß möchte ich noch bemerken, daß 
der F a ll ist, ergibt sich am  besten aus dem S tan d e  fü r den F a ll der F euersgefahr keinerlei Schw ierig­
der beiden H auptreservoire, die fü r unsere Wasser­ keiten bestehen und selbst bei dem  frühern  schlech­
versorgung in F rage  kommen, d. h. einm al des te ren  Zustande nicht bestanden haben; denn die 
Reinw asserbehälters auf dem Werk Ju n g fe rn ­ F euerw ehr en tn im m t im  F a lle  eines F eu ers  ihr 
heide, in  den das Wasser au s den R ein igungsan ­ Wasser au s  den H ydran ten , die u n te r der S tra ß e  
lagen hineingeführt und au s dem heraus liegen und st e t  s  Wasser führen, und drückt es 
es durch P u m p e n  in  die S ta d t  gedrückt w ird, m it Hilfe der D am pfspritzen bis zu der nötigen 
sowie zw eitens des Reservoirs in  den Wasser­ Höhe hinauf. Auch bevor diese K alam ität e in tra t, 
tü rm en  aus W estend. Ich  möchte Ih n e n  kurz hat sie es nicht anders gemacht. S ie  bedarf nicht 
einige W asserstandszahlen geben. D er Reinw asser­ des Druckes, den die H ausleitungen  nötig haben. 
behälter verm ag eine Wassersäule von höchstens E s hat sich auch bei dem großen B rande, der vor 
3 m  zu fassen. Auf dieser Höhe w ar der Wasser­ zwei T agen  in  der Motzstraße stattgefunden hat, 
stand gestern frü h ; er sank dann, besonders im  ergeben, daß trotz des geringen Druckes in  den 
Laufe des N achm ittags, im m er m ehr, bis er um  E t a g e n  die F euerw ehr m it den Dam pfspritzen 
5 Uhr nachm ittags auf 30 cm angelangt w ar, ohne jede S tö ru n g  und ohne jeden Nachteil fü r 
d. h. auf einer Höhe, die deshalb nicht unterschritten das H aus h a t arbeiten  können. Ich  glaube, m eine 
w erden darf, weil die P u m p e  dann  nicht m ehr H erren, daß diese E rklärungen genügen w erden, 
Wasser, sondern L uft ansaugen w ürde. Es w ar um  S ie  und die Bürgerschaft zu befriedigen.
also ein M in inum  an  Wasser vorhanden, das von (B ra v o !)
nachm ittags 5 bis abends 9 Uhr angehalten  hat. 
D an n  ist erst ein allmähliches S te ig en  des Wasser­ S tad tv . W agner: M eine H erren, es ist in 
standes eingetreten . H eute h a t der R einw asser­ den Z eitungen  nicht bloß über die Q u an titä t, 
behälter den g a n z e n  T a g  über n i c h t  u n t e r  sondern auch über die Q u a litä t des Wassers ge­
I m  W a s s e r h ö h e  gehabt, ist also n iem als sprochen w orden. E s sind Trübungserscheinungen 
auch n u r  annähernd  auf das M in im um  zurück­ eingetreten . Ich  glaube ja, daß das d a rau s en t­
gegangen; er hatte  am  M orgen eine Höhe von standen ist, daß die P u m p e n  plötzlich zu stark ge­
2,90, m ittag s  um  12 Uhr eine solche von 1,50 m , arbeite t haben. W enn die Wasserhöhe des einen 
nachm ittags von 5 bis 6 Uhr eine solche von 1,10 m, Reservoirs n u r noch 30 cm betragen  hat, so ist 
w ar also auch demnach über ein D ritte l gefüllt. es sehr leicht möglich, daß Luftpartikelchen in  die 
D as  ist gerade in der Z eit des stärksten N achm ittags­ L eitung hineingerissen w orden sind. Ich  wollte 
verbrauchs, um  5 Uhr, als ein durchaus günstiges n u r noch H errn  S ta d tra t  S eyde l darauf hinweisen, 
R esulta t zu betrachten. D as  zweite Reservoir, n äm ­ dam it er zur B eruhigung der Bürgerschaft diese 
lich die W assertürm e auf Westend, das im  M axi­ m eine Ansicht bestätigt.
m um  bis zu 5 m  Wasser fassen kann, w ar gestern 
früh noch auf einer Höhe von 4,90 m , sank m ittags S tad trat S e y d e l : Wie H err D irektor Küm m el 
um  12 auf 1,30 und nachm ittags 2 Uhr bis auf 0. m ir m itte ilt, ist diese T rü b u n g  tatsächlich n u r auf
        
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