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Periodical volume 25. Mai 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

248 Sitzung vom 25. Mai 1910
im Zentrum  der S tad t zwischen dem Leipziger Untergrundbahnhöfe voneinander gesprochen. Der 
Platz und dem Kaiserhof und dem Kaiserhof und der Bahnhof in der Schwarzburgallee, der ja bereits 
Friedrichstraße. Außerdem —  Herr S tad tbaura t angelegt ist, ist von dem Bahnhof Reichskanzlerplatz 
erinnert mich zur rechten Zeit noch daran — haben 1250 m entfernt. Nach der M agistratsvorlage 
wir ja einen Tarif, der sich nach der Anzahl der beträgt die ganze Verlängerungsstrecke etwa 
S ta tionen  richtet; es würde sich also für diejenigen, 1500 m; der Bahnhof in der Schwarzburgallee 
welche auf der neuen S ta tion  Schwarzburgallee ist ganz nach Westen hinausgerückt worden, so nahe 
einsteigen, durch die Einfügung einer neuen S tation  an das Gleis der Spandau-Charlottenburger Eisen­
eine nicht unwesentliche Verteuerung ergeben. bahn, daß vielleicht nur 150 m dort übrig bleiben, 
Trotz alledem konnte der Ausschuß von seiner dann fängt der Bahnhof an und zieht sich nach 
Spm pathie für dieses Projekt nicht abkommen. Nordosten hin, und dann kommt der Eingang. 
Er hat sich in einer, glaube ich, überaus mäßigen W enn m an von Eingang zu Eingang rechnet, vom 
und milden Form  auf eine Resolution geeinigt, Reichskanzlerplatz bis zur Schwarzburgallee, dann 
die S ie  abgedruckt sehen, und die im wesentlichen kann m an vielleicht auf 1150 m kommen. Die 
eigentlich nichts anderes bezwecken soll, als für den Einsteigepunkte in die Wagen liegen aber etwa 
Fall, daß dort der Berkehr sich stärker steigern sollte, 1250 m voneinander entfernt.
die Möglichkeit der künftigen Errichtung einer D ann hat der Herr Berichterstatter gesagt: 
S ta tion  vorzusehen. wenn m an eine S ta tion  dazwischenlegte, würden 
Ich möchte S ie  nun bitten, die Ausschußan­ sich Strecken ergeben, wie sie sonst auf der Hoch- 
träge m it dieser Resolution anzunehmen und die unb Untergrundbahn nicht vorkommen. D as ist 
Genebmigung zum Abschluß dieses Vertrages auszu­ auch ein I r r tu m . Die S ta tion  Kaiserdamm ist vom 
sprechen. Reichskanzlerplatz nur 600 m entfernt. D as würde 
(B rav o !) also dieselbe Entfernung fein, wie sich etwa ergeben 
wird, wenn zwischen Reichskanzlerplatz und Schwarz­
S tab tb . Becker: Meine Herren, der Herr burgallee noch eine S ta tion  eingeschoben wird. 
Berichterstatter hat einen Teil der Kommissions­ Vom Sophie-Charlotte-Platz bis zum Reichs­
beratungen doch in so blaßblauer Farbe gemalt, kanzlerplatz hinauf ist ungefähr dieselbe Entfernung 
daß ich genotwendigt bin, näher darauf einzugehen wie vom Reichskanzlerplatz nach der Schwarzburg­
und etwas energischere Worte zu benutzen. allee.
Von dem Kommunalverein Westend ist zu dem Meine Herren, die Verhältnisse liegen jetzt so: 
vorliegenden Antrage eine Petition aufgestellt die S ta tion  Reichskanzlerplatz ist von dem Herzen 
worden, in  welcher er bittet, m an möge von der B e­ von Alt-Westend in etwa 12 bis 15 M inuten zu 
willigung der 200 000 M  a fonds perdu und von der erreichen und die neue S ta tion  an der Schwarzburg­
Zustimmung zur Verlängerung der Untergrundbahn allee ebenfalls in 12 bis 15 M inuten. W enn m an, 
Abstand nehmen, m an möge die Genehmigung ver­ wie es früher projektiert war, die S ta tion  an der 
weigern, wenn nicht noch eine S tation, etwa an Eschenallee baute, würde die Entfernung nur 
der Eschenallee, eingerichtet werde. Meine Herren, 4 bis 6 M inuten betragen. M eine Herren, S ie  
wenn dieser Antrag angenommen und ein ent­ können sich die Bedeutung der Untergrundbahn 
sprechender Beschluß gefaßt werden könnte, dann an der Eschenallee für Westend vorstellen. Wenn 
hätten wir natürlich ein radikales M ittel, um die m an bei schönem W etter an einem M aientage 
S ta tion  durchzusetzen. Aber diese Verlängerung 12 bis 15 M inuten zur S ta tion  zu gehen hat, und 
der Bahn ist m it einem anderen Geschäft verquickt man hat Zeit, so macht das nichts, das ist ein an­
worden — es handelt sich um das Geschäft, das wir genehmer Spaziergang. Wenn man aber im 
heute unter Punkt 2 der nichtöffentlichen Sitzung November, wenn der S tu rm  dort oben pfeift und 
behandelt haben —, so daß es doch wohl fraglich der Regen und Schnee einem ins Gesicht schlägt, 
erscheint, ob es richtig ist, zu so energischem M ittel die 12 bis 15 M inuten zu gehen hat, so ist das für 
zu greifen. Einmal würde eine höchst peinliche Lage uns Großstädter eine sehr unangenehme Leistung. 
geschaffen werden, wenn wir Inaussichtstellungen, Die Leistung ist für uns um  so unangenehmer, weil 
die der Magistrat gemacht hat, nicht halten wollten, wir oben feine Droschken haben, feine Automobile, 
und ich fühle mich entschieden verpflichtet, wenn feine elektrische Bahn, feinen Omnibus. Es fehlt 
unser Magistrat Inaussichtstellungen gemacht hat, uns also die geschützte Verbindung m it den B ahn­
und ich kann es nur irgendwie mit meinem Ge­ höfen; wir müssen die Entfernung mit unseren 
wissen vereinigen, daß ich auch die Worte des Schuhsohlen abklappern.
M agistrats hochhalte und meine Zustimmung gebe. Die Untergrundbahn hat für Westenb und 
Denn, meine Herren, der Magistrat würde ja in eine namentlich auch für Alt-Westend eine überaus hohe 
üble Lage kommen, er würde seine Autorität ver­ Wichtigkeit gewonnen. I n  früherer Zeit, als 
lieren und überhaupt nicht mehr verhandeln die S tadtbahn die Verbindung nach dem Norden 
können. Es treten natürlich immer wieder Fälle von Berlin darstellte, bestand die besitzende B e­
ein, wo der Magistrat verhandeln muß und nicht völkerung von Westend zum großen Teil aus 
erst die Stadtverordnetenversam mlung fragen kann. Fabrikbesitzern und Industriellen, die im Norden 
Aber, meine Herren, ich glaube auch, daß wir das­ Berlins wohnten und nur mit der S tadtbahn 
jenige, was wir in Westend erstreben und wünschen, herüberkommen konnten. Nachdem die elektrische 
vielleicht auch ohne solche energischen M ittel er­ B ahn mit der P= und R-Linie eingerichtet worden 
reichen werden, und aus diesem Grunde bin ich in ist, haben sich einige Kaufleute und Industrielle aus 
der Kommission auch auf die Resolution eingegangen, Charlottenburg, einige aus Berlin herangezogen. 
die Ih n e n  vorgelegt ist, auf deren W ortlaut ich Jetzt, meine Herren, wo die Untergrundbahn 
nachher noch zurückkommen werde. besteht, kommt der Zufluß, auf den wir rechnen 
Meine Herren, ich muß zunächst eine Angabe müssen, aus Berlin C. D as sind die wohlhabenden 
des Herrn Berichterstatters berichtigen. Der Herr Kaufleute und Geschäftsleute, die in Berlin C ihr 
Berichterstatter hat von den Entfernungen der Geschäft betreiben und herausfahren wollen, um
        
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