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Periodical volume 25. Mai 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

Sitzung vom 25. Mai 1910 247 Punkt, der uns beschäftigt hat, der Zuschuß von Es hat aber, sollte sich diese Hoffnung nicht erfüllen, 200 000 M. Nicht unbestritten hat sich schließlich für uns keinen Zweck, der Gesellschaft eine Be­ der Ausschuß darauf geeinigt, Ih n e n die Annahme dingung aufzudrängen, die praktisch und volkswirt­ dieser Sum m e zu empfehlen, sondern es waren schaftlich ganz wesenlos ist; denn wenn dort im Gegenteil auch eine ganze Reihe von Stim m en keine Menschen wohnen, kann es uns gleichgiltig vorhanden, welche glaubten, m an könnte diesen sein, ob die Bahn fährt oder nicht. Vertrag auch ohne Bewilligung dieses Zuschusses Der dritte Punkt w ar die Zeitfolge der Züge. schließen. M an hatte zunächst an die Rolle erinnert, Hier hat der Ausschuß geglaubt, eine Änderung welche die Neuwestendgesellschaft, die ja an vorschlagen zu sollen. Es ist richtig, daß eine Bahn, dieser B ahn vor allem interessiert ist, vor einigen die nur in den belebtesten S tunden eine Zugfolge Jah ren bei Gelegenheit des B aues des Bahnhofes in In tervallen von 15 M inuten vorsieht und in Heerstraße gespielt hat, und man hat gesagt, man minder belebten S tunden diesen Zwischenraum könnte diese Rolle nun umdrehen und sagen: wenn sogar auf 22% M inuten erhöhen wil>, keine Bahn ihr uns dam als einen Beitrag nicht bewilligt habt, ist, die als eine Schnellbahn angesehen werden kann. wollen wir jetzt diesen Beitrag von 200 000 M Der Ausschuß schlägt Ih n e n daher vor, daß diese auch nicht bewilligen; es wurde auf das große I n ­ Bestimmung geändert werde, wenigstens für die teresse hingewiesen, welches die Neuwestendge­ Zeit nach dem 1. April 1918, und zwar auf 10 sellschaft an der Erschließung ihrer Terrains hätte, resp. 15 M inuten Zwischenpause. Ich glaube, daß und endlich aus das Interesse, welches die Hochbahn die Hochbahngesellschast ohne weiteres diese B e­ gerade an der Erschließung dieser Strecke haben dingung bewilligen wird, und möchte Ih n e n die müßte, um einen direktenAnschluß an den Grune- Annahme empfehlen. wald zu ermöglichen. Dem wurde entgegenge­ Am längsten hat den Ausschuß die Frage der halten, daß zwar eine gewisse moralische Berech­ Errichtung einer Zwischenstation etwa in der Ge­ tigung vorläge, diese Forderung der 200 000 M gend der Eschenallee beschäftigt. Zu dieser Frage wieder abzustreichen, daß auf der anderen Seite lag auch die Petition eines Bezirksvereins vor. aber doch zu berücksichtigen wäre, daß die Neu­ Es w ar durchaus nicht zu verkennen, daß das, westendgesellschaft dadurch schon genügend ihr w as in der Petition und was auch im Ausschuß Interesse an diesem Bahnbau zum Ausdruck bringe, gefordert wurde, durchaus sachgemäß, vernünftig daß sie die ganzen Fehlbeträge des Betriebes und begründet war. So kam es auch, daß die garantiere, und daß endlich die Hochbahn ein großes sämtlichen M itglieder des Ausschusses diesem Ver­ Interesse an dem Ausflüglerverkehr nach dem langen, das von einzelnen M itgliedern gestellt Grunewald nicht habe. Endlich — und das war wurde, sehr sympathisch gegenübergestanden haben, auch wohl das Durchschlagende — wurde hervor­ und es w ar sogar S tim m ung vorhanden, Ih n e n gehoben, daß m an die Frage nicht so stellen müsse, vorzuschlagen, den Zuschuß von 200 000 M noch ob etwa den anderen Gesellschaften etwas zuviel beträchtlich, etwa auf 300 000 M, zu erhöhen, wenn des G uten oder des Vorteils geschähe, sondern daß andererseits sich die Untergrundbahngesellschaft m an zu fragen habe, ob m an die 200 000 M als eine bereit erklären würde, für dieses P lu s eine weitere Anlage anzusehen haben werde,- die sich rentiere, S ta tion einzurichten. Leider mußte man nach den und daß m an sie aus diesem Grunde bewilligen Darlegungen, die die M agistratsmitglieder machten, könnte. D arin war m an einstimmig, daß diese sich sagen, daß auch eine solche Sum m e von 200 000 M ein gut angelegtes Kapital sein würden, 100 000 Ji nur ein Tropfen auf den heißen S te in das durch die einsetzende Bebauung, durch die wäre. Die Kosten eines solchen Bahnhofbaues Erhöhung der Steuereinnahm en sich zweifellos bezifferte der Herr S tad tbaura t auf etwa 500 000 M, nicht nur rentieren, sondern sehr reichlich rentieren und da kann m an nicht m it einer Sum m e von nur und amortisieren würde, und so kam es, daß 100 000 M Zuschuß kommen. schließlich die Mitglieder des Ausschusses, auch die­ Auf der anderen Seite sind es aber auch gewisse jenigen, welche zunächst gegen die Bewilligung sachliche Bedenken, die dagegen sprechen. M eine gesprochen haben, für sie stimmten. Dabei wurde Herren, die Strecke zwischen der neu zu errichtenden auch noch hervorgehoben, daß bei diesem Preise S ta tion Schwarzburgallee und der S ta tion Reichs­ von 200 000 M m an auch an die Vorlagen denken kanzlerplatz beträgt ilOO m. W ürden wir nun an müßte, die wir vorher beschlossen haben, die m it der Eschenallee eine S ta tion einrichten, so hätten dieser ein unzertrennbares Ganzes bilden, und daß wir auf der einen Seite eine Strecke von 500 m, man nicht ausrechnen könne, ob die 200 000 M auf der anderen Seite eine Strecke von 600 m. etw a auf die Dahlemer Wiese zu rechnen wären, Diese Strecken würden aber sehr viel kleiner sein oder ob sie auf diese B ahn in Anrechnung zu als die Entfernungen, die wir im allgemeinen bringen wären. zwischen den S tationen in unserer Charlotten­ Der zweite Punkt war der Eröffnungsterm in burger Gemarkung finden. Es wurde uns im der Bahn. Es wurden S tim m en laut, die sich m it Ausschuß bekanntgegeben, daß die Entfernung dem Eröffnungsterm in des 1. April 1918 in zwischen dem Nollendorfplatz und dem W ittenberg­ keiner Weise einverstanden erklärten, sondern einen platz 900 m beträgt, zwischen dem Wittenbergplatz früheren Term in wünschten. Die M itteilung jedoch, und dem Zoologischen Garten und ebenso zwischen daß die Westendgesellschaft sich das Recht vor­ dem Zoologischen Garten und dem Knie etwa 1000 m, behalten hat, die Eröffnung der Bahn schon vor dem und daß die Entfernung der neuen S ta tion Uhland- 1. April 1918 fordern zu dürfen, hat den Ausschuß straße, über die wir nachher zu beraten haben, von bewogen, in diesem Punkte von einer Änderung der S ta tion Wittenbergplatz sogar 1300 m be­ Abstand zu nehmen. Es ist allerdings ziemlich klar, tragen wird, also sogar noch länger sein wird als daß, falls die Bebauung so einsetzt, daß der B ahn­ die Strecke, die hier vorgeschlagen wird. Es wäre betrieb vernünftig und rationell erscheint, die West­ also immerhin bedenklich, eine derartige Häufung endgesellschaft von ihrem Rechte Gebrauch machen der S tationen auf einer Außenstrecke anzuordnen, wird, daß auch der Bahnbetrieb früher beginnt. wie sie berechtigt ist und in der T at auch gebaut ist
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