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Periodical volume 25. Mai 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

244 Sitzung vom 25. Mai 1910 darauf aufmerksam gemacht, daß es durchaus not-1 Zu der Garantiesumme für eine vom Ju li wendig ist, in modernen S traßen für Luft und Licht bis Oktober 1910 in B erlin zu veranstaltende zu sorgen. Hier in der Neuen Christstraße ist gerade „Fritz-Reuter-Hundertjahr-Ausstellung" wird das Gegenteil geschehen; und nicht bloß in der ein Beitrag von 500 M aus dem D ispo­ Christstraße, auch anderswo, am Kaiserdamm z. B., sitionsfonds bewilligt.) in der Bismarckstraße ist es ebenso: von außen prachtvolle S traßenfronten und hinten die Höfe, D as Protokoll der heutigen Sitzung bitte ich die Hinterwohnungen ohne Möglichkeit, sie ordent­ die Herren Kollegen Brode, Wolffenstein und lich zu durchlüften. D arauf, möchte ich bitten, Zander zu vollziehen. bedacht zu sein. M ir ist gesagt worden, daß das W ir kommen zu Punkt 13 der Tagesordnung: durch die jetzt bestehende Bauordnung einmal so zulässig sei; ich möchte aber doch bitten, daß der Vorlage betr. Beschaffung von Büchern anläßlich Magistrat seinen Einfluß dahin geltend macht, daß der hundertjährigen Wiederkehr des Todestages in dieser neuen S traße dieser Fehler nicht gemacht der Königin Luise. — Drucksache 152. wird, daß dort die für die Gesundheit sehr not­ wendige Möglichkeit des Durchzuges geschaffen wird. Stadtv. Dr. Borchardt: M eine Herren, meine Ich habe mit Bedauern gesehen, daß bei Freunde können es durchaus verstehen, w e in dieser Borlage wohl an Erweiterung des Verkehrs gelegentlich nationaler Gedenktage die Schüler gedacht ist; aber ganz unm ittelbar anstoßend unserer Volksschulen auch durch besondere Ehren­ daran — das möchte ich noch bemerken — ist gaben darauf hingewiesen werden. M eine Freunde das zu einem dringend nötigen Straßendurchbruch finden es auch begreiflich, daß dynastische Feiern bestimmte Gelände der früheren Gam brinus- nach Lage der Dinge unter unseren Verhältnissen brauerei, und dieses Gelände liegt seit über einem m it nationclen Gedenkfeiern verbunden werden. J a h r ganz kahl und wüst da; es gereicht der B is­ M eine Freunde halten es aber für ganz und gar- marckstraße nicht zur Zierde. Es gehört allerdings unangebracht, durch die Stadtgem einde dem B e­ nicht zu diesem Punkt der Tagesordnung, aber ich streben, den geschichtlich nicht ganz — na, ich kann möchte hier doch darauf hinweisen, daß da eben­ mich auch, glaube ich, noch etwas schärfer aus­ falls baldigst weitergeschritten werden muß. drücken : (Heiterkeit) (Die B eratung wird geschlossen. Der Bericht­ dem Kultus, der m it der Königin Luise getrieben erstatter verzichtet. Die Versammlung beschließt wird, Vorschub zu leisten. Dieser Kultus führt die Einsetzung eines Ausschusses von 11 M it­ geradezu zu einer Verleugnung anerkannter ge­ gliedern und wählt zu Ausschußmitgliedern die schichtlicher Tatsachen, S tadtv. Bergm ann, Dunck, Harnisch, Klau, Klick, (S tadtv . F reund: Nein, garn ich t!) Nickel, Rackwitz, Wagner, Wenig, Wils und Z ander.) und es besteht durchaus die Befürchtung, daß das Buch, welches bei Gelegenheit dieser Gedenkfeier Borsteher K aufm ann : Von Herrn Kollegen in unseren Volksschulen verteilt werden soll, unserer Brode und einer großen Anzahl anderer Herren Jugend nicht einfache geschichtliche Tatsachen ver­ ist folgender Antrag eingegangen: m ittelt, sondern daß geradezu der S in n für geschicht­ Die Stadtverordnetenversam mlung wolle liche W ahrheit vergiftet wird durch diesen u n ­ beschließen, den Magistrat zu ersuchen, an gesunden Kultus, der in weiten Kreisen künstlich die Versammlung schleunigst eine Vorlage gepflegt wird. behufs Änderung des § 5 der Wertzuwachs­ (S tadtv . Jachm ann: P fu i! — S tadtv . S te in : D er steuerordnung vom 14. M ärz 1910 gelangen Kultus ist sehr gesund?) zu lassen. Deswegen sind meine Freunde nicht in der Lage, Die Änderung soll sich darauf beziehen, dieser Ehrengabe zuzustimmen. daß dieser P aragraph im S inne des § 10 der Die Zwischenrufe, die hier gefallen sind, zeugen von der Reichskommission beschlossenen von einer durchaus künstlichen Erregung Reichswertzuwachssteuer gefaßt wird, so daß (sehr gut! bei beir Sozialdem okraten) Aufwendungen, welche für Verbesserungen und beweisen, daß dieser Kultus, der auch n u r durch Neu- und Umbauten erfolgt sind, dem künstlich gepflegt worden ist, eben seine vergiftende Anschaffungswerte bei Erm ittelung des W ert­ Wirkung bereits gezeitigt hat. zuwachses hinzugerechnet und nicht vom (S tad tv . Zietsch: S ehr gu t! — Sachen bei der Veräußerungswerte abgezogen werden. Vereinigten alten Fraktion.) Ich werde diesen Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung setzen. Vorsteher Kaufmann: M eine Herren, ich (Unruhe.) möchte bitten, daß die Herren doch ihre Zwischenrufe Meine Herren, S ie haben sich ja vorgenommen, unterlassen. Bei der vom Standpunkt des Herrn in anderen Lokalen Privatunterhaltungen zu führen; Kollegen Borchardt in seiner Rede ruhig geführten ich würde S ie bitten, daß S ie sich Ih re s Vor­ Debatte habens doch entsinnen. (sehr richtig! bei den Liberalen) ist der Ausdruck „P fu i" , den ich gehört habe, m einer Punkt 12 der Tagesordnung: Ansicht nach nicht am Platze gewesen. Vorlage betr. Beitrag zur Garantiesumme für (Sehr richtig!) eine Fritz-Reuter - Hundertjahr - Ausstellung. — Ich möchte bitten, die Zwischenrufe durchaus zu Drucksache 151. unterlassen. (Die B eratung wird eröffnet und geschlossen. Stadtv. Dr. S tad th agen : M eine Herren, w ir Die Versammlung beschließt nach dem Antrage mußten ja erwarten, bei dieser Gelegenheit wieder des Magistrats, wie folgt: eine derartige Aussprache zu hören, wie wir sie vor
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