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Periodical volume 11. Mai 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

Sitzung vom 1l. Mai 1910- 2 19
der Döberitzer Heerstraße aufhalten. Ich  beantrage Punkt 6 der Tagesordnung :
daher, der Magistratsvorlage:
1. die Druckrohrparzelle für den P re is  von B orlage betr. K analisierung von Straßen auf 
20 000 M  an  S p a n d a u  zu verkaufen, mit Westend. —  Drucksache 134.
der M aßgabe, daß wir das  750 m m  weite 
Druckrohr in die Döberitzer Heerstraße ver­ Berichterstatter S ta d tv . Becker: M eine
legen dürfen; Herren, es ist I h n e n  bekannt, daß die S ta d t  C har­
2. die erzielten 20 000 M  zur Deckung der Kosten lottenburg mit der Gesellschaft Neuwestend einen 
für  die Verlegung zu verwenden. V ertrag  abgeschlossen hat, wonach die S ta d t  Char­
I h r e  Zustimmung erteilen zu wollen. lottenburg verpflichtet ist, innerhalb einer gewissen 
Frist nach erfolgter Aufforderung die S t ra ß e n  
Borsteher K aufm ann: Ich  hoffe, daß die und Alleen oben auf Neuwestend zu regulieren, d. h. 
Versam m lung den H errn  Berichterstatter hat ver­ m it  Kanalisation usw. zu versehen. Von der Neu- 
stehen können. Es w aren  wieder sehr viel P r iv a t ­ westend-Gesellschaft ist diese Aufforderung an den 
gespräche. F ü r  den Verlauf der Sitzung wäre es Magistrat ergangen bezüglich derjenigen Alleen, 
doch angenehmer, w enn die Herren sich darin e tw as welche westlich von der Preußenallee  liegen. S ie  
einschränkten. sind in der Vorlage sämtlich aufgeführt. Die 
Kanalisierung soll im J a h r e  1911 ausgeführt 
(Die B era tung  wird geschlossen. Die V er­ werden und kostet 348 900 M.  Wir sind zu dieser 
sammlung beschließt mit großer M ehrheit nach dem Arbeit vertraglich verpflichtet; sie m uß also au s ­
Antrage des Magistrats, wie folgt: geführt werden.
1. Der Magistrat wird ermächtigt, mit der S t a d t ­ Ehe aber die Kanalisation in Angriff ge­
gemeinde S p a n d a u  einen Nachtragsvertrag nom m en  werden kann, müssen die V orflutverhält­
zum Hauptvertrage vom 21. August/2. S e p ­ nisse in  O rdnung gebracht w erden; es m uß  eine 
tem ber 1908 betreffend die Verlegung von Vorflu t geschaffen werden, ehe der erste S p a t e n ­
Druckrohren im S p a n d a u e r  Gemeindegebiet stich zur Kanalisation geschieht. Die S ta d t  Char­
abzuschließen, und zwar ist in diesem Vertrage lottenburg ha t  seinerzeit auf Veranlassung der 
un te r  den Bedingungen des H auptvertrages , Landespolizeibehörde einen großen Entwässerungs­
aber ohne Erhöhung der V ergütung des § 9 p lan  fü r  das ganze P la te a u  von Westend aufgestellt 
der S tadtgem einde Charlo ttenburg das Recht und in diesem großen P la n  ist vorgesehen, am 
einzuräum en, in der Döberitzer Heerstraße alten Fürstenbrunner  Wege eine große P u m p ­
zwischen der Pichelsdorfer S traß e  und dem station I I /I I I  zu errichten. D a s  Schmutz- und 
Westrands der Börnicker Lake und in  der Regenwasser von ganz Weftend wird dann  von 
Verbindungsstraße zwischen der Heerstraße dieser P um psta t ion  nach den Rieselfeldern be­
und dem Boxfelder Wege einen 4 m  breiten fördert. Vorläufig wird das Wasser von dem öst­
S tre ifen  für den Einbau, den Betrieb und lichen Teil von Westend, der nach der S ta d t  Char­
die U nterhaltung von drei Kanalisations­ lottenburg hin abwassert, nach dem großen P u m p ­
druckrohrleilungen zu benutzen, mit der M a ß ­ werk I befördert und wird von dort verarbeitet. 
gabe, daß in diesen S tre ifen  ein Rohr von Wie lange das aber noch geschehen kann, m uß  ab­
750 m m  Durchmesser sofort nach Abschluß gew arte t  w erden; vielleicht wird in einigen J a h r e n  
des V ertrages eingebaut wird, während der der B au  des Pum pw erkes  notwendig werden. D as  
Zeitpunkt des Einbaues der anderu  Druck- Wasser des westlichen Teiles von Neuwestend 
rohrleitungen der S tadtgem einde Charlotten­ und des von Nordwestend soll in einen großen 
burg freigestellt bleibt. I n  diesem Nachtrags- Kanal, der in der Gegend des S p a n d a u e r  Bocks 
vertrage übern im m t die S tadtgem einde beginnt und rund  um  den B erg  an  der S p ree  
S p a n d a u  die Verpflichtung, die der S ta d t ­ entlang a u fw är ts  führt, nach dem P um pw erk  II  III  
gemeinde Charlottenbucg gehörige, in dem geleitet werden. Dieser Kanal ist e tw a 2400 m 
Grundbuche von Tiefwerder Bd. 4 Bl. 96 lang und 2,10 m hoch und soll 1 000 000 M  kosten. 
aufgeführte Druckrohrparzelle für den P re is  M a n  wird sich w undern , daß ein einziger Kanali­
von 20 000 M  un te r  Übernahme sämtlicher sationskanal so viel Geld in  Anspruch n im m t. D er  
mit dein Verkauf verbundenen Nebenkosten Kanal hat so groß gewählt werden müssen, damit, 
für Auflassung, S tem pel,  Wcrtzuwachssteuer w enn plötzliche Regenfälle kommen, das Regen­
und dgl. käuflich zu erwerben. wasser in der Tiefe einen R au m  findet, in  dem es 
2. F ü r  den E inbau der 750 mm weiten Druck­ sich sammelt, um  allmählich von den P u m p e n  
rohrleitung aus der zu 1 genannten Strecke befördert zu werden. Es brauchen dann  nicht jeden 
der Döberitzer Heerstraße und für die H eraus­ Augenblick die Notauslässe in Tätigkeit zu treten.
nahme des aus der unter  1 geirannten Es ist aber noch nicht möglich, diesen großen 
Parzelle  befindlichen Druckrohres wird ein Kanal zu bauen. E inm al gehört das Gelände, 
Betrag  von 20 000 M  bewilligt, der aus dem durch das er hindurchgelegt werden soll, noch nicht 
Kaufpreise zu 1 zu decken ist.) der S ta d t ,  und zweitens ist das Pum pw erk  I I /I I I  
auch noch nicht gebaut. D er  Kanal soll 1 Million 
M eine Herren, die Zusammensetzung des zu Mark kosten, das Pum pw erk  e tw a  2(4  Millionen 
Punkt 2 und 8 beschlossenen Ausschusses wird wie Mark. N u n  ist die F rage  aufgetreten, ob es nicht 
folgt vorgeschlagen: S tad tv .  Dr. Crüger, Dr praktischer und billiger ist, von dem B a u  dieser 
Frentzel, Hirsch, Holz, Dr Hubatsch, M eyer, Otto, Objekte einstweilen abzusehen, die Zinsen und 
R uß, Schwarz, Di S tad thagen , S te in ,  Vogel, die Amortisation zu ersparen und dafür ein p ro ­
Weise, Wöllmer und K aufm ann. W enn ich keinen visorisches Pum pw erk  in der Gegend des S p a n d a u e r  
Widerspruch höre, erkläre ich, daß das der Beschluß Bocks anzulegen. D er Gedanke ist schon frühzeitig 
der Versammlung ist. —  Widerspruch erfolgt nicht, e rwogen worden, schon zurzeit der ersten Verein­
es ist so beschlossen. barungen m it der Neu westend-Gesellschaft im J a h r e
        
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