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Periodical volume 11. Mai 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

218  Sitzung vom 11. Mai 1910
Wenn irgendetwas bewiesen hat, wie! Stellvertreter aus der betreffenden Gruppe zu 
ungerechtfertigt und gemeingefährlich das bestimmen.
Hausbesitzerprivileg ist, dann, meine Herren, 
haben wir das ja hier im Saale erfahren: wir (Die Versammlung beschließt demgemäß.)
haben erst vor wenig Wochen Debatten 
gehabt, bei denen es sich so recht gezeigt hat, Vorsteher Kaufmann: Punkt 5 der Tages­
wie die Hausbesitzer lediglich ihre Sonder­ ordnung :
interessen in der Stadtverordnetenversamm­
lung wahrzunehmen suchen zum Schaden der Vorlage betr. Umlegung eines Kanalisations­
Gesamtheit. rohres an der Börnicker Lake. — Drucksache 133.
Ich hatte schon in der vorigen Sitzung Anlaß ge­
nommen, Herrn Kollegen Hirsch deswegen zu Berichterstatter Stadtv. Dunck: Meine
rektifizieren, und ihn ersucht, diese Äußerung zurück­ Herren, vor 20 Jahren  hat die S tadt einen Gelände­
zunehmen. Er hat es im Laufe der Sitzung nicht streifen in der Börnicker Lake angekauft, einem 
getan, im Gegenteil, am Schluß behauptet, er halte Sumpfland bei Pichelsdorf-Boxfelde. Dieser Ge- 
seine Behauptung aufrecht. Ich sehe mich daher ländestreifen ist 1095 q m  groß. Um Ihnen  einen 
genötigt, nachträglich Herrn Kollegen Hirsch wegen näheren Begriff davon zu machen, teile ich Ihnen  
dieser Äußerung zur Ordnung zu rufen. mit, daß die Länge etwa 200 m, die Breite etwa 
5 m ist. Für diesen Geländestreifen wurden damals 
Wir treten nun in die Tagesordnung ein. 924,18 M  bezahlt. Wir hatten unser „zweites" 
Punkt 1: Druckrohr in diesen Geländestreifen gebettet, und es 
hat dort viele Jahre ruhig und sicher gelegen und 
Vorlage betr. Zahlung von Witwengeld. — seine Schuldigkeit getan, bis es in seiner Ruhe jetzt 
Drucksache 129. durch den Bau der Döberitzer Heerstraße gestört wird. 
Ein Teil der Heerstraße durch die Börnicker Lake 
(Die Beratung wird eröffnet und geschlossen. ist bereits hergestellt, und Spandau geht jetzt daran, 
Die Versammlung beschließt nach dem Antrage des die Dämme zu beiden Seiten aufzuschütten. Wenn 
Magistrats, wie folgt: Dämme im Moorland geschüttet werden, wissen 
Das der Witwe des verstorbenen Vor­ wir aus Erfahrung, daß dieses seitlich hochgetrieben 
schullehrers Friedrich Gast aus städtischen wird. Wir machten Spandau deshalb verantwort­
M itteln zustehende Witwengeld für die Zeit lich, daß, wenn an unserm Druckrohr etwas 
vom 1. Ju n i 1910 bis 31. März 1911 im passieren würde, es dafür aufzukommen habe. 
Gesamtbeträge von 1021,67 ,M  ist dem Spandau hat diese Verpflichtung anerkannt und 
Dispositionsfonds Ord. Kapitel I Ab­ machte uns den Vorschlag, das Druckrohr an 
schnitt 12 Nr. 1 für 1910 zu entnehmen.) Pfählen, die durch das Moor 1)4 m tief in den 
festen Untergrund gerammt werden sollten, mittels 
Punkt 2 und 3 der Tagesordnung darf ich wohl Ketten aufzuhängen. Später schien Spandau 
miteinander verbinden: diese Sicherungsvorrichtung doch nicht ganz einwandsfrei, und es kam mit dem Vorschlag, wir 
Vorlage betr. Ablauf der Wahlzeit des Ober­ möchten das Druckrohr in die Heerstraße verlegen, 
bürgermeisters. — Drucksache 130. wohin wir nach dem Vertrage vom 21. August / 2. September 1908 auch unser erstes und drittes 
Druckrohr verlegen können. Spandau wäre auch 
Vorlage betr. Ablauf der Wahlzeit eines Ma­ geneigt, einen Teil des vorerwähnten Gelände­
gistratsmitgliedes. — Drucksache 131. streifens uns abzukaufen, soweit die Döberitzer 
Heerstraße hindurchgeht. Eine Einigung über den 
Stadtv. Otto : Meine Herren, ich beantrage, Preis konnte aber nicht erzielt werden. Spandau 
beide Vorlagen einem Ausschuß von 15 M it­ schlägt nun vor, den ganzen Geländestreifen ihm 
gliedern zu überweisen. zu verkaufen und unser zweites Druckrohr gleich­
falls in die Heerstraße zu verlegen. Wir haben die 
(Die Versammlung beschließt demgemäß.) Kosten, die diese Verlegung verursacht, auf 20 000 J t 
berechnet. Hierbei sind inbegriffen sämtliche Erd­
Vorsteher Kaufmann: Ich bitte, mir die arbeiten sowie die Reinigung, der Anstrich, der 
Vorschlagsliste für den Ausschuß im Laufe der Transport und die Verlegung der Rohre: nicht 
Sitzung zu überreichen. aber ist inbegriffen der Wert der Rohre, da wir vor­
handene Rohre verwenden können, und diejenigen, 
Punkt 4 der Tagesordnung: die wir später aus dem Geländestreifen heraus­
nehmen, auch wieder anderweitig unterbringen 
Vorlage betr. den 33. ordentlichen Branden- können. Spandau erklärte daraufhin, es sei 
burgifchen Städtetag. — Drucksache 132. bereit, uns für den Geländestreifen 20 000 M  
zu zahlen; wir möchten diese 20 000 M  verwenden, 
Stadtv. Otto: Meine Herren, ich beantrage, um die Rohrverlegung zu besorgen. Nun ist das Ab­
daß wir wie in früheren Jahren  so auch diesmal kommen insofern kein sehr günstiges für uns, als 
6 Vertreter aus der Stadtverordnetenversammlung wir tatsächlich ein Eigentum der S tadt ohne Ent­
zu dem Städtetage entsenden, und zwar außer den gelt weggeben. Im m erhin müssen wir freund­
beiden Herren Vorstehern die Herren Kollegen nachbarliche Rücksichten auf Spandau nehmen, auf 
Hirsch, Dr Landsberger, Wöllmer und Zander. Zu­ das wir des öfteren bezüglich der Kanalisation an­
gleich bitte ich, wie in früheren Jahren dem Herrn gewiesen sind, und mit dem wir verschiedene Be­
Vorsteher die Ermächtigung zu geben, im Falle rührungspunkte haben. Auch möchten wir uns nicht 
der Behinderung eines der Vorgeschlagenen einen gern den Vorwurf zuziehen, daß wir den Bau
        
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