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Periodical volume 3. Mai 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

Sitzung vom 3. Mai 1910 215
Anstoß in dieser F rag e  nicht von den V ertre tungen  heit der nächsten W ahlbew egung oder auch sonst, 
der kleinen S tä d te  e rw arten , sondern w ir haben w enn S ie  es fü r pastend und richtig halten , in einem 
ausgeführt, daß der Anstoß n u r ausgehen kann F lu g b la tt steht, es hätte  ein  M itglied der liberalen 
und ausgehen m uß lediglich von den Großstädten. Fraktion, das dieser F raktion schon sehr lange an ­
D esw egen w ar es vom  M agistrat nicht richtig, daß gehört, das auch bereits von seinen F reunden  des 
er diese A ngelegenheit in einem  so bedachtsamen öfteren beau ftrag t gewesen w äre, den W illen der 
Tem po aus die B ahn  geschoben hat, die von der Fraktion  hier zur K enntnis zu bringen, wie sicher 
M ehrheit und von H errn  Kollegen O tto m it B eifall feststände, in  der F raktionsversam m lung seine M ei­
aufgenom m en w orden ist, vor der V ertre tung  der nung  zugunsten eines Vierklassenwahlrechts — 
kleinen S tä d te  verhandelt zu w erden. W ir ha tten  vielleicht verm ehrt es sich auch noch: zugunsten 
vielm ehr von dem M agistrat e rw arte t —  und die eines F ünf-, Sechsklassenwahlrechts —  abgegeben, 
V erhandlungen von 1904 lassen darüber gar keinen möchte ich feststellen, daß ich dam als, a ls diese 
Zw eifel — , daß der M agistrat sich m it denjenigen B era tu n g  in der Fraktion stattfand, überhaup t nicht 
K om m unen in  V erbindung setzen w ürde, in denen m  C harlo ttenburg anwesend w ar, sondern mich in  
das Unrecht und die wirtschaftlichen Nachteile, die der Schweiz befand, infolgedessen an  der Sitzung 
sich au s dem gegenw ärtigen System  ergeben, ebenso nicht teilnehm en konnte. I m  übrigen möchte ich 
em pfunden w erden wie bei der großen Masse der konstatieren, daß m ir noch kein Mensch, vernünftiger 
Bevölkerung von C harlo ttenburg , —  daß er sich oder unvernünftiger, vorgekommen ist, der im 
also m it den industriellen G roßstädten, speziell Ernste jem als von einem  Vier-, F ün f-, Sechs­
auch m it den G roßstädten in  unserer Nachbarschaft klassenwahlrecht gesprochen hat. S ie  w erden aus 
in V erbindung setzen w ürde. I n  dieser Richtung dieser m einer Kritik wohl ersehen, daß ich im  Ernste 
ist leider nichts geschehen, und daß in  dieser Richtung niem als auch nur einen derartigen Gedanken ge­
nichts geschehen ist und vielleicht auch w eiter nichts habt habe, daß diese m eine Ä ußerung selbstver­
geschehen wird, darin  haben mich die A usführungen  ständlich n u r eine scherzhafte oder vielm ehr eine 
des H errn  Kollegen O tto  und des M agistra ts noch ironische gewesen ist.
bestärkt. D as  kann ich n u r bedauern.
W ir w erden bei verschiedenen Anlässen G e­
legenheit nehm en, die F rage  von neuem  zur E r­ S tad tv . Hirsch (persönliche Bemerkung),: 
örterung  zu bringen, w ir w erden von neuem  ver­ M eine H erren, ich lege W ert darauf, festzustellen, 
suchen, die F rag e  in den V ordergrund des I n t e r ­ daß ich in  demselben Augenblicke, wo H err Kollege 
esses zu rücken, und w enn dieses In teresse  nicht Frentzel seine Bem erkung über das Vierklassen­
durch unsere A usführungen hier bei I h n e n  erweckt wahlsystem gemacht hat,, selbst hinzugefügt habe, 
w ird, so w erden w ir versuchen, auf diejenigen daß ich diese Bem erkung nur scherzhaft auffasse. 
W ählermassen, die heute noch h in te r Ih n e n  stehen, Infolgedessen w ar es vollkommen unangebracht, 
dahin zu wirken, daß auch S ie  das notw endige daß H err Kollege Frentzel es hier so darstellt, a ls 
In teresse  für diese F rage  gew innen. ob seitens m einer F reunde m  F lugb lä tte rn  m it 
(B rav o ! bei den Sozialdem okraten.) derartigen  A rgum enten  operiert w ürde. D as überlassen w ir Ih n e n  und Ih re n  F reu n d en !
Vorsteher K aufm ann: Die Rednerliste ist (Z uruf bei den L iberalen: N a, n a !)
erschöpft. D am it ist die Besprechung der A nfrage — L ü g e n h a f t e  F lu g b lä tte r verbreiten w ir nicht.
erledigt.
Vorsteher K au fm an n : G egen den Vorschlag 
S tad tv . Dr. Frentzel (persönliche B em erkung): des Wahlausschusses zu N r. 25 der T agesordnung 
M eine H erren, ich halte es für gefährlich, auch n u r  hat H err Kollege 'Hirsch Einspruch erhoben. Es 
im Scherze dem H errn  Kollegen Hirsch und seinen wird darüber in  der geheimen Sitzung verhandelt 
F reu n d en  den kleinen F inger zu reichen; sie nehm en w erden. I m  übrigen ist gegen die zur A uslegung 
dann  nicht n u r den, sondern, wie m ir der heutige gekommenen Vorschläge des Wahlausschusses keine 
Abend bewiesen hat, die ganze Hand und , w enn E inw endung erhoben w orden; sie sind dam it a n ­
sie können, auch gleich den ganzen Menschen. genom m en.
(Z uru f bei den Sozialdem okraten: W enn er Ich  schließe die öffentliche Sitzung.
n e tt ist!)
Lediglich u m  einer gewissen Legendenbildung vor­
zubeugen, u m  zu verhüten, daß etw a bei G elegen­ (Schluß der Sitzung 9 Uhr 27 M in u te n .)
M o n o ty p < a p  und  Druck Adolf Gertz G. m. b. H ., Charlottenburg.
        
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