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Periodical volume 19. Januar 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

10 Sitzung vom 19. Januar 1910
der Etatssumme beträgt. Allerdings ist in den M eine Herren, ich gehe über die kleineren 
Erläuterungen gesagt, daß diese 12 000 Ai zum Punkte hinweg und möchte nur zu Punkt i be­
Teil zur Begleichung alter Schulden oder, wenn merken, daß hier die M ehrforderung mit dem 
man so sagen darf, alter Sünden dienen sollen, die größeren Verschleiß begründet wird, den die 
dem Jah re  1908 eigentlich hätten zur Last fallen Herstellung schwefelsauren Ammoniaks im Ver­
sollen. gleich zur Herstellung von konzentriertem Am­
Die Position b weist, was den Prozentsatz moniakwasser m it sich bringt. Ich habe seinerzeit 
betrifft, nur eine verhältnismäßig kleine Ziffer auf, bei der Inbetriebsetzung der Ammoniakfabrik auf 
nämlich nur 5,8%. Indessen ist doch daran zu die Vorteile hingewiesen, die die Herstellung 
erinnern, daß diese Position auch in dem E tat schon von konzentriertem Ammoniakwasser m it sich 
sehr stark gegen die früheren Jah re  angeschwollen bringt, und freue mich, daß das hierdurch indirekt 
ist. Es beträgt nämlich für 1909 das Soll 53 000 Ai eine Bestätigung erfahren hat. Ich möchte aber 
mehr gegen das Soll für 1908 und 70 000 M  mehr fragen, ob bei dem wahlweisen Verkauf, wie er 
gegen das I s t  für 1908. Ich will nur hoffen, daß zwischen schwefelsaurem Ammoniak und konzen­
die Taxe, wonach nur noch 24 000 M  erfordert triertem  Ammoniakwasser gehandhabt wird, und 
werden, richtig ist, und daß diese Sum m e nicht noch bei den Preisen, die der Käufer zu zahlen hat, 
weiter überschritten wird. M an kann um so eher dieser Mehrverschleiß der Apparate m it in B e­
über diese Position hinweggehen, als ja ein Teil tracht gezogen wird, oder ob lediglich der P re is 
derselben nach den Ausführungen des M agistrats nach dem Stickstoffgehalt berechnet wird.
zu Verbesserungen verwandt werden soll, also für M eine Herren, soviel zu dem Tatsächlichen. 
Dinge, die sich im  Betriebe wahrscheinlich auch S ie werden m ir, glaube ich, darin Recht geben, daß 
wieder gut bezahlt machen werden. Ich möchte es keinen Zweck hat, die E tats der industriellen 
m ir hierbei die Anfrage erlauben, ob diese Ver­ Werke auf der Ausgabcnseite zu knapp zu bemessen. 
besserungen an den Vertikalöfcn deswegen nötig Es ist das eine Freude, die nur sehr kurz dauert. 
waren, weil die Betriebsresultate der Ofen bisher Die Werke brauchen schließlich das, was notwendig 
nicht den gehegten Erw artungen entsprochen haben, ist, um  sie rationell und ordnungsmäßig zu führen. 
oder ob die Bertikalöfen das, was sie leisten sollten, Es hat keinen Zweck, wenn wir einen derartigen 
geleistet haben und die Verwaltung m it der Auf­ Wirtschaftskörper schließlich in eine zu enge Weste 
stellung weiterer Vertikalöfen vorzugehen gedenkt. zwängen und uns darüber freuen, daß die Knöpfe doch noch zugegangen sind; denn wenn dieser 
Zu Position c habe ich zu bemerken, daß Körper nachher arbeiten soll, springen die Knöpfe 
diese bei weitem den größten B etrag der geforderten ab, und wir erleben es, daß wir nicht nur neue 
Sum m en in Anspruch nim m t, nämlich mehr als die Knöpfe annähen, sondern sogar eine neue Weste 
Hälfte. Die Überschreitung beträgt 78,3% des kaufen müssen, die noch mehr kostet.
Voranschlages. Allerdings muß dabei bemerkt 
werden, daß 25 000 Ai auf eine neue, bei der Auf­ S ta d tr a t  C ass irc r: M eine Herren, der Herr 
stellung des E tats noch nicht gekannte Anlage zu Berichterstatter hat als praktischer Kaufmann 
berechnen sind. Von dieser Neuanlage wird be­ Ih n e n  auseinandergesetzt, daß Überschreitungen bei 
hauptet, daß sie Ersparnisse bringen werde. I n  industriellen Unternehmungen sich niem als werden 
welcher Höhe und in welchem Grade, darüber vermeiden lassen. Wir sind immer auf Schätzungen 
schweigt des S tad tra ts  Höflichkeit. Ich möchte angewiesen, und derartige Schätzungen beruhen 
deshalb fragen, ob die bei dem Koksverbrauch er­ bisweilen auf einer schwachen Basis. Wir stützen 
wartete Ersparnis auch wirklich einigermaßen in uns auf die Erfahrungen vorhergehender Ja h re ; 
dem Umfange eingetreten ist, wie es den Ausgaben gewöhnlich werden die Schätzungen bei uns in der 
entsprechen sollte. Jedenfalls kann ich der Be­ Weise vorgenommen, daß wir den Durchschnitt der 
merkung des Magistrats ohne weiteres beipflichten, letzten drei Jah re  nehmen und danach das Ergebnis 
daß die Etatsposition hier zu niedrig eingesetzt war. des kommenden Jah res  vorauszusehen hoffen. 
Wen die Schuld dafür trifft, das müssen wir hier D as täuscht aber manchmal, und namentlich hat es 
unerörtert lassen. Den Magistrat sicher; aber ich hier bei einzelnen Positionen getäuscht.
kann auch unsere Versammlung, insbesondere den Der Herr Berichterstatter hat weiterhin ver­
Etatsausschuß und namentlich den Referenten des schiedene F ragen an die Verwaltung gerichtet, 
Etatsausschusses für dieses Kapitel, nämlich mich insbesondere, ob die Verbesserungen, welche an 
selbst, von einer gewissen Schuld dabei nicht frei­ den Vertikalöfen vorgenommen sind, nur auf die 
sprechen, obgleich ich nicht weiß, welche Erläu­ allgemeinen Einrichtungen zurückzuführen sind, 
terungen damals gegeben worden sind, um diese die an Vertikalöfen bestehen, und ob insbesondere 
Etatsposition verhältnismäßig so niedrig zu be­ die V erw altung die Absicht hat, m it der Auf­
messen — niedrig nämlich dann, wenn m an auf die stellung von weiteren Vertikalöfen vorzugehen. 
Ist-Ausgabe des Jah re s  1908, die schon 106 000 Ai Die Frage betreffend die weitere Ausstellung von 
beträgt, zurückgeht. Bertikalöfen befindet sich augenblicklich noch in 
D as gleiche gilt für die Positionen d  und e. dem S tadium  der P rü fu n g ; es ist noch nicht gänzlich 
Auch hier haben wir eine Verstärkung von 100% geklärt, ob die Güte des Kokses und die Beschaffen­
nötig in dem einen Falle, im andern von 66%. heit des Gases allen berechtigten Anforderungen 
M eine Herren, cs ist unzweifelhaft nicht richtig entspricht. I n  der letzten Zeit sind die Versuche 
hier vorgegangen worden, daß m an diese E ta ts­ erneut aufgenommen worden. Wir haben erst 
sätze so sehr beschnitten hat. I n  dem einen Falle, jetzt Gelegenheit gehabt, die Vertikalofenanlage 
bei der Position e, ist der Etatsansatz genau um m it der Versuchsgasanstalt in Verbindung zu 
soviel niedriger getroffen worden, als jetzt die bringen, und wir werden die Versuche weiter 
Überschreitung beträgt, ein deutlicher Beweis dafür, ausdehnen und vom Ergebnis dieser Versuche 
daß man cs besser bei dem alten Etatssatze belassen es abhängig machen, ob wir in dem weiteren Ausbau 
hätte. der Vertikalöfen fortschreiten sollen. W ir sind
        
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