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Periodical volume 13. April 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

Ich  weiß nicht, w arum  ihr h ieraus ein B orw urf standen erklärt, aber den Wunsch ausgesprochen, 
gemacht w erden sollte und könnte. daß die Ausschußberatung dahin führen möge, 
D an n  noch ein W ort über jene unglückseligen die M agistratsvorlage abzulehnen. Nach diesen 
Auslassungen in der Zeitschrift der Genossenschaft, beiden Erklärungen könnte die S te llung  der M ehr­
die vorhin erw ähn t w urden. D ie betr. N um m er heit m einer F reunde in ein schiefes Licht geraten , 
der Zeitschrift ist, soweit ich mich erinnere, vor deshalb will ich darüber ganz kurz bemerken, daß 
m e h r  a l s  I  a h r e s f r  i st erschienen zu einer die M ehrheit m einer F reunde zu der M agistrats­
Z eit, a ls die Redaktion nicht in  den H änden des vorlage eine andere S te llu n g  einn im m t als diese 
eigentlichen Vorsitzenden, sondern w ährend dessen beiden H erren Kollegen.
Krankheit in  anderen H änden w ar. I n  dieser Z eit Zunächst m uß ich dem  H errn O berbürger­
hat der vertretende R edakteur gewisse T orheiten  meister bestätigen, daß die M agistratsvorlage auf 
begangen, die w ir ihm  schleunigst gelegt haben. dem Wege in der W ohnungspolitik liegt, den 
S e itdem  w erden S ie  derartige Entgleisungen nicht M agistrat und S tad tvero rdnete  seit J a h re n  be­
wieder bemerkt haben. schritten haben, und daß die V orlage des M agistrats 
D an n  ist von H errn  B rode bem ängelt worden, ein organischer Fortschritt auf diesem Wege ist. 
daß kein Projekt vorläge, auf das w ir das D a r­ An dieser grundsätzlichen Auffassung der M agistrats­
lehn geben sollen. J a ,  m eine H erren, wie soll vorlage hält die M ehrheit m einer F reunde unbedingt 
das die Genossenschaft m achen? S ie  kann sich doch fest. W enn w ir trotzdem in dieser M ehrheit heute 
nicht ein Grundstück in C harlo ttenburg  hinlegen zu einer endgültigen S te llu n g  der M agiftratsvor- 
und w arten , bis w ir u n s entschließen, ob w ir ihr läge gegenüber nicht gekommen sind, so sind im  
etw as darau f leihen wollen. D as  w äre doch so wesentlichen die E inw endungen  bestimmend ge­
unwirtschaftlich wie n u r irgend möglich. S ie  wird wesen, die H err Kollege Haack gemacht hat. Ich  
sich das Grundstück sofort beschaffen, w enn sie weiß, habe den Eindruck gehabt, a ls ob diese E inw endungen 
daß sie eine B eleihung von u n s  erhalten  kann. des H errn  Kollegen Haack im engeren und ge­
I m  übrigen  hat sie bereits durch ihre B au ten  schlosseneren Kreise w irkungsvoller gewesen w ären 
gezeigt —  ein B au  ist fertig, der andere ist, soviel a ls heute hier in  der V ersam m lung. Aber auch 
ich weiß, gerichtet — , daß sie im stande ist, zu bauen, an  sich, bedeuten sie so schwerwiegende G ründe, 
und m it den M itte ln  auszukom m en, die ihr im daß die M ehrheit m einer F reunde sich ihre end­
einzelnen Falle  zur V erfügung stehen. Überdies gültige S te llungnahm e nach der P rü fu n g  im  A us­
hat sich der M agistrat ausdrücklich das Recht vor­ schuß vorbehält. W ir w erden diese P rü fu n g  im  
behalten, das Projekt zu genehm igen und  vor der Ausschuß außerordentlich gründlich und objektiv 
G enehm igung es ans das eingehendste zu prüfen . vornehm en und w erden dabei auch die allgem einen 
Auch die F rage  des Bedürfnisses nach Klein­ Bedenken des H errn  Kollegen B rode, wie er sie 
w ohnungen ist von einigen S e iten  angeschnitten ausgesprochen hat bezüglich der B edeutung  von 
w orden. Es ist dem gegenüber schon hervorgehoben Baugenossenschaften fü r Großstädte und bezüglich 
worden, w aru m  jenes B edürfn is  hier nicht ohne des Charakters der Sparkasse, auf ihre Richtigkeit 
w eiteres m aßgebend ist, daß es vielm ehr darauf p rü fen . I m  Gegensatz zu m einem  F reunde B rode 
ankom m t, eine g u t e  Q u a l i t ä t  von Klein­ wünsche ich, daß das endgültige E rgebnis der A us- 
w ohnungen zu schaffen, die v o r b i l d l i ch wirken schußberatung nicht sein möge die A blehnung der 
sollen. I n  diesem Z usam m enhange ist auch der M agistratsvorlage, sondern eine S te llungnahm e, 
S p a n d a u e r B a u  der Genossenschaft bem ängelt wie sie der Gerechtigkeit und dem allgem einen 
w orden. Ich  will n u r feststellen, daß er nach In teresse der Bürgerschaft entspricht.
sachverständigem U rteil unvergleichlich besser ist (B rav o !)
als die große M ehrzahl der B erliner H ofw ohnungen; 
er kann sich m it diesen nicht n u r messen, sondern V orsteher-Stcllv . D r. Hubatfch: M eine H erren, 
er kann ihnen geradezu als M  u ft e r  dienen. es ist der Schluß der B era tung  b ean trag t w orden, 
Auch die Vorliebe fü r die „M ietskaserne" wird allerdings noch nicht m it der genügenden U nter­
der Genossenschaft vorgew orfen. I n  C harlo tten­ stützung.
burg können wir, wie die Verhältnisse heute liegen, i S ta d tv . Dr. L iepm ann: W er steht auf der R edner­
ohne große M ietshäuser nicht auskom m en; das ist liste?)
bedauerlich, aber nicht zu ändern . Die Kunst —  ü b e r A nträge auf V ertagung oder Schluß der 
besteht n u r darin , daß m an  auch im  B a u  von B era tu n g  wird sofort ohne w eitere B egründung 
„M ietskasernen" etw as G utes leistet, w as eben und Besprechung abgestim m t. Aber ich will es 
bisher im allgem einen n i c h t  geschehen ist, w as I h n e n  m itte ilen : auf der Rednerliste stehen noch die 
aber die Genossenschaft m it ihren Schwester- H erren  B rode, Dr L iepm ann und Haack.
genossenschaften versuchen will und auch durch­ Ic h  b itte  diejenigen H erren, die den A ntrag 
führen wird. Ich  bitte S ie  daher, trotz des A ntrags auf Schluß unterstützen wollen, —  es sind nur 
der ersten H erren R edner den A ntrag  auf A us­ 6 H erren unterzeichnet, es müssen 10 sein — , sich zu 
schußberatung anzunehm en. erheben.
(Geschieht.)
Stabtb . O tto : M eine H erren, ich will nur D er A ntrag ist genügend unterstützt. N un  bitte ich 
eine kurze Erklärung über die S te llu n g  m einer diejenigen H erren , die den Schluß der D ebatte  
F reunde zu der M agistratsvorlage abgeben. Abge­ wollen, die H and zu erheben. '
sehen von dem  H errn  B erichterstatter haben von (Geschieht.)
m einen F reu n d en  H err Kollege Haack und H err D as  ist die M ehrheit. D ie B era tu n g  ist geschlossen.
Kollege Brode gesprochen. H err Kollege Haack 
hat sich als einen grundsätzlichen G egner der Berichterstatter S tab tb . M eyer lS ch lußw ort): 
M agistratsvorlage bekannt und gewünscht, sie möge M eine H erren, ich möchte nicht in dasjenige ver­
hier gleich abgelehnt w erden. H err Kollege B rode fallen, w as m einer Ansicht nach ein F eh ler ist, n äm ­
hat sich zw ar m it einer Ausschußberatung einver­ lich im  P len u m  die E rö rte rungen  einer sicheren
        
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