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Periodical volume 13. April 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

180 Sitzung vom 13. April 1910
G ang in die G egend der G asanstalt, nicht viel T e rra in  getauft, um  tausend A rbeiterw ohnungen, 
daraum  gekümmert, wie kleine Leute w ohnen. Ich  die so hergestellt sind, wie ich sagte, zu erstellen; 
aber weiß es, ich bin in den W ohnungen des B e r­ von diesen sind, glaube ich, 600 bis 700 schon fertig, 
liner B au - und S p a rv e re in s  gewesen und habe eine die übrigen w erden noch gebaut w erden. Also, 
helle F reude gehabt, wie der B au- und S p arv e re in  H err Haack ist falsch berichtet, w enn er ann im m t, 
im Gegensatz zu dem gewöhnlichen Schem a unserer daß die B erliner Baugenossenschaften, welche die 
M ietskasernen baut, so daß die F am ilien  ein ge­ Sache verstehen, sich in  schwieriger Position  be­
sundes, körperlich und sittlich gesundes D asein in  finden.
ihren W ohnungen führen. J e d e  dieser W ohnungen (S ta d tv . Haack: E inige, nicht a lle !)
wird so gebaut, daß sie zu durchlüften ist, daß m an M eine H erren, schon m eine bisherigen A us­
also, w enn m an  die Fenster in  der H inter- und der führungen  w erden Ih n e n  einigerm aßen zum B e­
Borderstube öffnet, Z ug  durchlassen kann. Je d e  wußtsein gebracht haben, daß ich in der Lage bin, 
W ohnung wird so gebaut, daß sie einen besonderen es zu verteidigen, daß ich diese V orlage u n te r­
Abort hat. Je d e  W ohnung hat ihre besondere Küche. schrieben habe. Ich  schäme mich dessen nicht und 
I n  keiner W ohnung dürfen Schlafstcller und A fter­ übernehm e gern dafü r die V eran tw ortung . Ich  
m ieter aufgenom m en w erden. Keine W ohnung hoffe, daß die näheren A usführungen, die w ir in 
darf gekündigt w erden, w as von sehr großer B e­ der Ausschußberatung machen w erden, auch die 
deutung  ist. W enn heute der B aum arkt schwächer G egner überzeugen w erden, daß wir den richtigen 
ist — das will ich einschalten — , und die W ohnungen W eg gegangen sind und daß m an  m ir keine V or­
sind verm ietet, und er w ird m orgen gut, so schlägt w ürfe machen kann, daß ich diese M agistratsvorlage 
sofort der Hausbesitzer m it dem Preise auf, erhöht unterschrieben habe. Auf die einzelnen Sachen, 
die M iete, und w enn der A rbeiter nicht zahlen kann, die H err Haack vorgebracht hat, kann ich heute u n ­
dann  heißt es: N un, bitte, h in au s! D an n  m uß der möglich eingehen, das w ürde I h r e  Z eit zu sehr in  
A rbeiter herausw andern  und suchen, wo er eine Anspruch nehm en. W ir im  M agistrat sind aber 
andere W ohnung findet. I n  den Zeiten  gerade, gern bereit, m it I h n e n  alle die E inw endungen, die 
in denen die Hausse beginnt auf dem B aum arkt, t r  gemacht hat, im  Ausschuß durchzugehen und 
findet er n u r schwer oder überhaup t nicht eine ihm  unserseits nachzuweisen, inw iew eit er sich ge­
W ohnung, die er m it seinem G ehalt oder Lohn irr t hat und inw iew eit w ir recht haben. Ich  bitte 
angemessen bezahlen kann. E s ist also auch von S ie , m eine H erren, m it V ertrauen  und nicht m it 
außerordentlich großer B edeutung , daß die B a u ­ einem  solchen M iß trauen , wie die beiden H erren 
genossenschaften eine K ündigung ausschließen. Die es vorhin der V orlage entgegengebracht haben, in 
B edeutung  dieser F rage  wird um  so größer, je die Ausschußberatung einzutreten , von der ich an ­
größer die Z ahl der K inder ist, die ein A rbeiter erkenne, daß sie dringend notw endig ist. D enn die 
oder kleiner B eam ter hat. Auch das ist eine T a t­ H erren  haben manche D inge hervorgehoben, die 
sache, daß Leute m it 5, 6 K indern äußerst schwer einer näheren  E rläu te rung , a ls sie in  der V orlage 
eine W ohnung bekommen. Kein H ausw irt n im m t gemacht w erden konnte, bedürfen, und w ir werden 
sie gern in sein H aus auf, weil ihm  natu rgem äß  Ih n e n  diese E rklärungen gern geben.
die K inder das H aus m ehr ru in ieren  als die E r­ (B ra v o !)
wachsenen. G erade die F am ilien , die m it großer 
Nachkommenschaft gesegnet sind, finden es schwer, Borsteh er-S te llv . D r. Hubatsch: Es ist m ir
bei u n s in der G roßstadt gute, angemessene W oh­ m itgeteilt w orden, daß, als der H err O berbürger­
nungen  zu erhalten, sie müssen entw eder eine teure meister von der Unterstützung sprach, die die S ta d t  
M iete bezahlen, die in keinem richtigen V erhält­ dem Ledigenheim  angedeihen läßt, H err Kollege 
nisse zu ihren E innahm en steht, oder sich m it elenden Haack sich den Zwischenruf erlaub t habe: „V er­
Räumlichkeiten behelfen. D as  wollen w i r  ver­ brechernest". Ich  habe diesen Zwischenruf nicht 
hüten , und das verhüten auch die B au - und S p a r ­ gehört. W enn ich ihn aber gehört hätte  —  u n te r der 
vereine. Die M ietspreissteigerung ist bei ihnen Voraussetzung, daß er wirklich geschehen ist — , so 
ausgeschlossen, und die K ündigung ist ausgeschlossen. w ürde ich S ie  haben zur O rdnung ru fen  müssen.
I n  diesen W ohnungen des B erliner B au - und S p a r ­ (S tad tv . Haack: Ic h  bitte  um s W ort!)
vereins findet m an  ein B ehagen in  den F am ilien , S tad tv . Hirsch: M eine H erren, das, glaube 
das sich sofort auch äußerlich ausdrückt. D ie F ra u  ich, haben auch die H erren Kollegen Haack und Brode 
w eiß: hier bleibst du w ohnen; sie richtet infolge­ vom H errn  O berbürgerm eister nicht verlangt, daß 
dessen ihr Heim ganz anders ein a ls eine F ra u , er sich schämen und sein H aup t in  Sack und Asche 
die jeden M o n at e rw arten  kann, daß ihr gekündigt hüllen solle, weil er die V orlage unterschrieben hat. 
w ird, sie macht es behaglich und traulich. D er D ie H erren haben n u r zunächst prinzipielle B e­
Fam iliensinn im  guten  S in n e  wird geweckt. D er denken gegen die V orlage erhoben und d an n  eine 
M an n  bleibt zu Hause und geht nicht, wie au s der Reihe von ganz bestim m ten E inw endungen  vor­
unbehaglichen W ohnung, in  die Kneipe, sondern gebracht , die m eines E rachtens in  der Kommission 
sitzt gern zu Hause m it seiner F am ilie . D as  sind nachzuprüfen sind. W enn e tw as erfreulich an  der 
nicht erfundene D inge, das ist m ir von den F rau en  V orlage ist, so ist es die Tatsache, daß n u n  endlich 
an  O rt und S te lle  freudig erklärt w orden, wie eine einm al w ieder die W ohnungsfrage, die so lange 
W andlung eingetreten ist in  dem ganzen F am ilien ­ J a h re  hier in C harlo ttenburg  geschlafen hat, au f­
sinn, dadurch, daß. sie eine gute, behagliche W oh­ gerollt w orden ist, daß w ir nunm ehr endlich einm al 
nung erhalten  haben. D er B au - und S p arv e re in , wieder die Möglichkeit haben, u n s  m it dieser fü r 
m eine H erren, hat solche guten  D inge geschaffen, die A llgem einheit so wichtigen F rage  eingehender 
er ist hier vorbildlich gewesen. H err Haack irrt sich zu beschäftigen. D er H err O berbürgerm eister hat 
vollständig, w enn er m eint, der B au- uud S p a r ­ ja recht, daß das, w as die V orlage u n s  bietet, 
verein habe schlechte Geschäfte gemacht. I m  G egen­ nichts N eues ist. E s ist im  G runde genom m en nur 
teil, der B au - uud S p arv e re in  hat sich unendlich die E rfü llung  eines schon vor langen J a h re n  ge­
w eit ausgedehnt, er hat hier in C harlo ttenburg  ein gebenen Versprechens. Ich  lasse hier die F rage
        
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