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Periodical volume 22. März 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

Sitzung vom 2 2 . 5 lärz 1910 1 5 5
Die Stadtgem einde hält es deshalb für ihre Pflicht, zum Ausdruck zu bringen, haben jemals daran ge­
hier zu helfen. Der Verein verschafft einer großen dacht, diese beiden Dam en in die Stelle der berufs­
Anzahl von Gemeindeschulkindern die Gelegenheit, mäßig vorgebildeten Pflegerinnen hineinzusetzen. 
sich in freier N atur m it der Blumenpflege zu be­ Ich halte mich für verpflichtet, gegenüber diesem 
fassen und so m it der N atur in innige Berührung Anwurf, der der Verwaltung und dem S tad tra t 
zu kommen. D as ist gerade in den großstädtischen S am ter gemacht worden ist, die Wahrheit der T a t­
Verhältnissen eine anerkennenswerte und freund­ sachen öffentlich klarzustellen.
liche Einrichtung, die man ganz besonders freudig (B rav o !)
unterstützen sollte. Ich möchte S ie daher bitten, 
meine Herren, gerade diese Position stehen zu Stadtv. O tto : M eine Herren, ich sehe davon 
lassen, zumal da eine Aussicht, von anderer Seite ab, zu der Angelegenheit, die die Erklärung des 
die erforderliche Sum m e zu erhalten, nicht vor­ Herrn Oberbürgermeisters veranlaßt hat, m ateriell 
handen ist. S tellung zu nehmen. Aber der Schlußsatz des Ar­
tikels im „Berliner Tageblatt" zwingt mich — und 
Vorsteher Kaufmann: Herr Kollege Dzia- ich kann diese Erklärung im Namen meiner Freunde 
loszynski zieht für die heutige Etatsberatung seinen abgeben — , dem tiefsten Bedauern darüber Aus­
Antrag betreffs des Verhältnisses zur Provinz zu­ druck zu geben, daß eine derartige Verdächtigung 
rück und behält sich vor, ihn als selbständigen Antrag eines Charlottenburger M agistratsmitglieds über­
einzubringen. haupt möglich gewesen ist. Ich erkläre, daß unsere 
l Zuruf.) Überzeugung von der unbedingten Lauterkeit und 
— Der Antrag ist hiermit als selbständiger Antrag der strengsten Objektivität in der Am tsführung des 
eingebracht. Ich frage, ob die M itunterzeichner Herrn S tad tra ts  S am ter durch diesen Angriff in 
etwas dagegen haben? — Einen Widerspruch höre nichts erschüttert worden ist.
ich nicht. Der Antrag ist demnach eingegangen und (B rav o !)
wird auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung 
gesetzt werden. Stadtv. l)r. Hubatsch: Auch wir schließen uns 
der Erklärung des Herrn Vorredners vollkommen 
Stadtv. W it t : M eine Herren, wir haben im an und bedauern es aus tiefstem Herzen, daß ein 
Etatsausschuß gegen die 400 M  gestimmt, die für Ehrenm ann wie Herr S tad tra t S am ter in dieser 
die Rechtsschutzstelle für F rauen gefordert waren. Weise öffentlich angegriffen worden ist.
Durch den Bericht, der uns zugegangen ist, sind wir (B ravo!)
eines Besseren belehrt worden und werden nun 
auch für die 400 M  stimmen. (Die Beratung wird geschlossen. Der Bericht­
(B rav o !> erstatter verzichtet aufs Schlußwort.)
I n  bezug auf das Cecilienhaus nahmen wir 
auch den gegenteiligen Standpunkt ein. Wir waren Vorsteher Kaufmann : W ir kommen zur Ab­
nicht der M einung, daß wir der Niederschlagung stimmung. Es liegt der Antrag vor, im Abschnitt 5 
dieser Sum m e zustimmen dürften; wir haben aber Nr. 18 dem Brandenburgischen Provinzialvereine 
doch im Laufe der Zeit zu würdigen gelernt, daß zur Bekämpfung des V agabundentum s den Ja h re s ­
tatsächlich im Cecilienhaus nicht zu unterschätzende beitrag in Höhe von 150 M ,  den der Etatsausschuß 
Wohlfahrtseinrichtungen vorhanden sind. In fo lg e­ gestrichen hat, zu bewilligen, also die M agistrats­
dessen stimmen wir jetzt für den M agistratsantrag. vorlage wieder herzustellen.
Oberbürgermeister Schnsteyrus: Ich habe zu (Der Antrag wird abgelehnt. Es bleibt bei 
dem Abschnitt 8 betr. Säuglingsfürsorge eine E r­ dem Beschlusse des Etatsausschusses.)
klärung abzugeben. Die Erklärung knüpft sich an 
einen Artikel, den ich heute in der Abendzeitung D ann ist von Herrn Kollegen Frentzel beantragt 
des „Berliner Tageblatts" gelesen habe, der über­ worden, in  Nr. 32 des Abschnitts 5 die vom E ta ts­
schrieben ist: „Ein Streik von Waisenpflegerinnen ausschuß gestrichenen 400 M  für die Rechtsschutz- 
in Sicht" und der anknüpft an die Tatsache, daß stelle der F rauen  wieder einzustellen.
der M agistrat in dem Ih n e»  vorliegenden E tat zum 
Ausdruck gebracht hat, daß er beabsichtige, die O r­ (Der Antrag ivird angenommen.)
ganisation der Waisenpflegerinnen auszubauen 
durch Einstellung berufsmäßiger Waisenpflegerin­ F erner ist beantragt worden, die unter E in­
nen in den Dienst der Säuglingsfürsorge, und zwar maligen Ausgaben eingesetzten 1000 M  als J u -  
in den Dienst der Säuglingsfürsorge für uneheliche biläumsgeschenk für die Schutzmannschaft Char- 
Kinder. Dieser Artikel schließt m it folgender Be­ lottenburgs zu streichen.
merkung:
F ü r das Amt der besoldeten Waisen­ (Der Antrag wird abgelehnt. Die Position 
pflegerin soll, wie wir hören, F rau  P fo ten­ bleibt bestehen.)
hauer, die F rau  des städtischen Waiseninspek­
tors, und eine Verwandte des S tad tra ts  W eiter ist beantragt worden, in den Einmaligen 
S am ter in Betracht kommen. Ausgaben den Abschnitt 13 nach dem M agistrats- 
M eine Herren, diese Nachricht ist unwahr, sie antrage wieder herzustellen, also statt 13 630 M,  
entbehrt jeglicher Grundlage; sie ist völlig und ganz wie der Etatsausschuß beschlossen hat, 20 430 M  
aus der Luft gegriffen. Weder der Magistrat noch dem Vaterländischen Frauenverein Charlotten­
der Dezernent der Armenpflege, Herr S tad tra t burg zu bewilligen.
Sam ter, bei dem ich mich dieserhalb erkundigt habe 
und der m ir die dahin gehende ausdrückliche Erklä­ (Der Antrag wird angenommen. D arauf wird 
rung abgegeben und mich ermächtigt hat, sie hier Kapitel XTV, Verschiedene Einnahmen und Aus-
        
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