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Periodical volume 22. März 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

Sitzung vom 22. März 1910 143
Ich bitte Sie, meine Herren, Kapitel V II I  mit aufzuweisen hat, ist am Nonnendamm verwandt 
der Abänderung, wie ich sie vorgelesen habe, zu worden. S ie können sich lebhaft denken, wenn die 
genehmigen, die Petition des Hausbesitzers Rühl schnellfahrenden Wagen und die Automobile da 
dem Magistrat zur Erwägung und die Petition vorüberfahren — ich hatte das schon im vergangenen 
des Eigentümers Creutzfeld und Gen. dem M a­ Jah re  ausgeführt —, in welcher Lage sich dann die 
gistrat zur Berücksichtigung zu überweisen. Straßenpassanten, die den Weg zu passieren haben, 
befinden. Und das ist eine ungeheuer große Anzahl. 
Stadtv. W i l l : Meine Herren, wir haben den Gering geschützt gehen 10 000 Menschen da durch, 
Antrag gestellt, die S traße 45, die den Stadtteil das ist noch niedrig gegriffen. Außerdem herrscht 
Nonnendamm durchschneidet, zu regulieren. Ehe ein ungemein starker Fährverkehr. Die Fuhrwerke 
ich näher auf diese S traße eingehe, möchte ich noch müssen, da der Fahrdamm nur die halbe Breite hat, 
einer Äußerung des Referenten Herrn Kollegen hintereinander fahren; kommt ein Fuhrwerk von 
Jolenberg entgegentreten. Er hatte behauptet, daß der entgegengesetzten Seite, so müssen sie sich 
die Petition bezüglich Schaffung der Pasealbrücke mit einer wahren Kunst hiudurchschängeln. Ich 
nicht notwendig wäre, da der Stadtteil noch nicht habe vor einigen Tagen Gelegenheit gehabt, den 
ausgebaut wäre. Weg draußen zu beobachten. Infolge des Regens 
(Stadtv. Jo lenberg : Die S traßen!) war die sandige rechte Seite furchtbar aufgeweicht, 
Herr Kollege, S ie  sind da im I r r t u m  und kennen die es war niemand möglich, richtig auszuweichen. Die 
Verhältnisse nicht. Die Brücke ist außerordentlich Radfahrer mußten absteigen, die Automobile jagten 
notwendig für diesen Stadtteil. Sollte der S tad t­ hindurch, die Pferde wurden scheu und gingen auf 
teil, wo jetzt die Gemeindedoppelschule in der den Bürgersteig. Ein weiteres erschwerendes 
Hallerstraße steht, noch nicht so ausgebaut sein, M oment kommt noch hinzu: am Nonnendamm
wie es dem Geschmacke des Kollegen Jolenberg befindet sich das Schleusenhaus für die Wasserbau­
entspricht, so liegt doch auf der anderen Seite der inspektion, das einen Vorgarten besitzt, der sehr 
Spree der Stadtteil Martinickenfelde, der voll­ weit auf den Bürgersteig hinauf reicht, so daß die 
ständig ausgebaut ist, und die Brücke käme doch Passage nur ungefähr i y 2 bis höchstens 2 Meter 
auch diesem Stadtteil zu gute. Ich möchte also doch breit ist. Diese Passage wird noch dadurch beein­
der Auffassung entgegentreten, daß die Brücke nicht trächtigt, daß auf dem Bürgersteig ein Laternen­
notwendig wäre. Schließlich könnte der Magistrat pfahl und ganz kurz dahinter, vielleicht 1/i  Meter 
durch solche Äußerungen veranlaßt werden, in der entfernt von dem Gartenzaun, ein ziemlich starker 
Erledigung dieser Frage noch etwas mehr zu Baum steht. Nun stellen S ie  sich vor, bei Finsternis 
bremsen, als bisher geschehen ist. und schlechtem Wetter müssen die Leute wahre 
Nun zu unserem Äntrage, die S traße 45 zu Kunstläufer sein, um sich durch diese Schlangenlinie 
regulieren. Wir haben in der Sitzung vom durchzuwinden. Ebenso schwer ist es an dieser 
20. Oktober vergangenen Jah re s  uns hier mit einer Stelle bei den Fuhrwerken.
Petition zu beschäftigen gehabt, die der Arbeiter­
ausschuß der Siemenswerke eingereicht hatte, und Wir wünschen nun, daß diese mißlichen Ver­
zwar wegen Regulierung des Nonnendamms. hältnisse endgültig beseitigt werden. Zu diesem 
Wir hatten darum ersucht, die Petition dem Zwecke schlagen wir Ih n e n  vor, die S traße 45 zu 
Magistrat zur Berücksichtigung zu überweisen. Von regulieren. Wie aus der überreichten Petition 
der Stadtverordnetenversammlung wurde aber der zu ersehen ist, sind die Verhältnisse jetzt klar. Die 
Beschluß gefaßt, sie als Material zu überweisen. Anlieger sind zum größten Teil, zu 90 % bereit, 
Die Notwendigkeit der Regulierung des Nonnen­ zu den Kosten beizutragen. Außerdem hat sich die 
damms ist inzwischen noch dringender geworden. F irm a S iemens & Halske bereit erklärt, zu den 
Die Verhandlungen mit den betreffenden An­ Regulierungskosten die S um m e von 150 000 Ji 
liegern am Nonnendamm waren scheinbar sehr zu zahlen. Ich kann Ih n e n  auch weiter mitteilen, 
schwierig und sind auch wohl zum Teil gescheitert. daß die F irm a S iemens & Halske, wenn die B au­
Aber im Laufe der Zeit haben sich die Verhältnisse verwaltung von Charlottenburg bzw. der Magistrat 
zugunsten der S traße No. 45 wesentlich geändert heute die Erlaubnis gibt, daß die F irm a die S traße 
und geklärt. Es ist uns allen wiederum eine regulieren oder mit den Anliegern weiter in Ver­
Petition zugegangen, unterschrieben von dem handlung treten kann, sofort morgen anfängt, die 
Vorsitzenden des Bezirksvereins Nonnendamm Straße mit Sand aufzuschütten. Der S tad t selbst 
sowie dem Obmann des Arbeiterausschusses der also werden nicht die geringsten Kosten entstehen, 
Siemenswerke, aus der wir ersehen, daß der und ich möchte Sic also dringend bitten, heute den 
Regulierung der genannten S traße nichts Wesent­ Beschluß zu fassen, daß der Magistrat die Regu­
liches mehr im Wege steht. M an  schlügt der S tad t­ lierung der S traße 45 vornimmt.
verordnetenversammlung vor, die S traße 45, die, 
wie S ie aus dem P lan  ersehen, in gerader Linie Stadtsyndikus Dr. M a ier : Meine Herren,
zu den Siemenswerken führt, zu regulieren. Ich ich möchte S ie bitten, dem Antrage in der Form, 
weiß nicht, ob Ih n e n  die Perkehrsverhältnisse am wie er gestellt ist, nicht Folge zu geben. Es ist 
Nonnendamm bekannt sind. Ich will sie hier ganz unmöglich, daß die Stadtverordnetenversammlung 
kurz streifen. Der Nonnendamm hat an seinem einen Beschluß über die Regulierung einer S traße 
Anfang nur auf der rechten Seite einen Bürgersteig faßt, ohne zu wissen, in welcher Weise die Mittel 
und einen halben Fahrdamm. Wenn S ie  hinter für diese Straßenregulierung aufgebracht werden 
das Schleusenhaus kommen, so hört der Bürger­ sollen. Es handelt sich im vorliegenden Falle nicht 
steig auf, man muß den Fahrdamm passieren, um lediglich darum, eine Straße, die dem Verkehr 
den schmalen Fußgängerweg der linken Seite zu bereits dient, für den Verkehr so herzustellen, daß 
benutzen; auf der rechten Seite ist dann nur man ohne Gefahr dort verkehren kaun, sondern es 
wieder ein halber Fahrdamm. Das minderwertigste handelt sich darum, einen bisher nicht anbaufähigen 
Kopfsteinpflaster, das überhaupt' Charlottenburg Verkehrsweg als eine für den Anbau bestimmte
        
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