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Periodical volume 22. März 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

Sitzung vom 22. März 1910 137
keine Bezahlung ein treten  m ürbe, so w urde m ir gelegenheiten einer H ausverw altung  sehr stark 
w enigstens im  ersten Augenblick das auch keineswegs belastet. E rlaub t es ihnen ihre freie Zeit, diese 
a ls richtig erscheinen. Ich  m eine also, die A nfrage, Nebenbeschäftigung ohne G efährdung ihres Dienstes 
die H err Kollege Klick gestellt hat, berüh rt nicht zu tu n , so habe ich nichts dagegen. Ich  glaube 
sowohl die p riva ten  A ngelegenheiten der B eam ten , aber doch, daß bei großen V erw altungen  —  
sondern eine A ngelegenheit, die u n s alle in te r­ einzelne B eam te verw alten  sogar, soviel ich weiß, 
essieren m uß. m ehrere Häuser —  der Dienst d a ru n te r leiden m uß. 
M ir ist ein F a ll bekannt, wo ein M agistratsbeam ter 
Oberbürgermeister Srhustehrus: M eine w ährend der Z eit der Dienststunden in ein H aus 
H erren, es kommt an  zwei S te llen  in der V erw altung hineinkam und sich dort nach einem  M ieter er­
vor, daß B eam te  amtliche Sachen bearbeiten und kundigte, der in  dem seiner V erw altung  u n te r­
dafü r eine besondere R em unera tion  erhalten. D as stehenden Hause gew ohnt ha tte . Es w ar vor­
sind A rbeiten, die sie in  den Überstunden erledigen m ittags 10 Uhr. Ich  nehm e an, daß der betreffende 
müssen, und zw ar geschieht das bei der A us­ B eam te das un terw egs bei einem  Dienstgange 
schreibung der S teuerveran lagungsze tte l und in gemacht hat. Jed en fa lls  gehört aber diese A rt der 
jedem J a h re  einm al bei dem Jahresabschlüsse Beschäftigung nicht zu seinen dienstlichen Ob­
der Sparkasse; die Sparkasse m uß in  ganz kurzer liegenheiten.
Z e it ihre sämtlichen großen K onten um  die J a h re s ­
wende fertigstellen, dam it keine Stockung des Vorsteher K aufm ann: D as W ort ist dazu 
Verkehrs e in tritt. Beide A rbeiten sind geheim er nicht w eiter verlangt. E in A ntrag  ist nicht gestellt, 
N a tu r und können n u r von den B eam ten  der be­ es ist n u r eine A nregung des H errn  Kollegen Klick, 
treffenden S te llen  angefertig t w erden. Es ist seit die ja  au s  dem  stenographischen Bericht hervorgehen 
vielen J a h re n  Brauch —  ich glaube, das ist auf wird.
eine A nregung der S tad tverordnetenversam m lung M eine H erren, w ir kommen n u n  zur Ab­
zurückzuführen, ich weiß es allerdings nicht genau, stim m ung über den A ntrag  des H errn  Kollegen 
ob m eine E rinnerung  mich nicht trü g t — , diesen L iepm ann,
B eam ten  die Überstunden zu bezahlen. Ich  weiß in  K apitel I B ,  E inm alige A usgaben, Ab­
nicht, wieviel Prozentsätze von einem  P fenn ig  schnitt 17: 4000 M  zu streichen.
sie fü r  das Ausschreiben eines S teuerze tte ls  be­ (U nruhe.)
kom m en; ich kann I h n e n  aber m itteilen , m eine Ich  bitte um  etw as Aufmerksamkeit, m eine H erren, 
H erren, daß die R em unera tion , die diese B eam ten  da S ie  hier abstim m en sollen! —
erhalten , sich auf sehr geringe Z iffern  beläuft. (D er A ntrag wird abgelehnt.)
Es wird dazu nicht bloß einer oder ein p aa r h eran ­ W eiter ist das W ort zu K apitel I  nicht verlangt. 
gezogen, sondern die A rbeit wird auf das ganze Ich  stelle nunm ehr fest, daß das K apitel 1, All­
B u reau  verteilt. E s bekommt jeder n u r einen gem eine V erw altung , in  E innahm e und A usgabe 
verhältn ism äßig  kleinen T eil zu bearbeiten , so daß nach dem A ntrage des M agistrats m it den vom 
au f den einzelnen beim  Abschluß etw a 50 bis 60 M  B erichterstatter vorgetragenen Ä nderungen fest­
entfallen . D aß  B eam te  unserer V erw altung  so gestellt ist m it A usnahm e der erst nach der Fest­
hohe N ebeneinnahm en haben, wie sie H err Klick stellung des K apitels X V  zu regelnden N um m er 3 
aus der B erliner V erw altung  erw ähnt hat, E in­ des Abschnitts 10 und der N um m er 10 des Ab­
nahm en von 2000 bis 3000 M,  trifft in  keinem schnitts 11 der A usgabe und N r. 1 des Abschnitts 5 
F a lle  bei u n s  zu. E s handelt sich hier im m er der E innahm e, die ausgesetzt w orden sind. — 
n u r um  m inim ale S u m m en  von etw a 50 bis 60 M  W iderspruch erfolgt nicht, es ist so beschlossen.
im  J a h r .
M eine H erren, diese B eträge  in  die E ta ts  K apitel II B. Höhere Mädchenschulen.
hineinzuschreiben, w ürde m ir allzu kleinlich er­
scheinen. W ir verlangen von unseren B eam ten , Berichterstatter S tad tv . Otto : I n  K apitel I I B  
auch von diesen, vielfach Überstunden, die w ir soll die Überschrift lau ten : „Höhere Lehranstalten 
ihnen n i c h t  bezahlen, und da soll m an  nicht fü r die weibliche Ju g e n d " . D er Etatsausschuß 
kleinlich hin- und herrechnen. Ich  bin der Ansicht, em pfiehlt die A nnahm e des K apitels m it folgender 
daß der jetzige Zustand durchaus befriedigend ist Ä nderung :
und zu keinem M ißstande V eranlassung gibt. A usgabe.
S tab tb . Klick: M eine H erren, so groß kann A b s c h n i t t  1.
ich m ir die Schwierigkeit bei solcher Aufstellung N r. 1 —  B esoldungen —  erm äßigt auf 
nicht denken. B erlin  m it seinem großen B eam ten ­ 382 337,50 M.
stabe macht es doch in  ganz übersichtlicher Weise. Ich  em pfehle m it dieser A bänderung die 
Ich  denke, es m üßte auch bei u n s  möglich sein. A nnahm e des K apitels.
D ie A uskunft, die der M agistrat betreffs der 
Schreibarbeit der V erw altung  gegeben hat, genügt S tabtb . Dr. B orchardt: M eine H erren, ich 
m ir ja, nicht aber die A uskunft bezüglich der andern  möchte n u r den H errn  R eferen ten  um  eine Auskunft 
Nebenbeschäftigungen der B eam ten . M ir ist be­ b itten , w as nämlich der innere G rund ist fü r die 
kannt, daß ein T eil der B eam ten  sehr große H aus­ Ä nderung der Überschrift. U nter höheren Lehr­
verw altungen  h a t und dabei ganz horrende anstalten fü r die weibliche Ju g e n d  kann m an 
N ebeneinnahm en erzielt. Auch au s diesem G runde allerd ings unsere höheren Mädchenschulen m it 
möchte ich b itten , daß der M agistrat m einem  begreifen; aber sie umfassen doch keineswegs 
A ntrage stattgibt und u n s im  nächsten J a h re  über alle höheren Lehranstalten fü r  die weibliche Ju g e n d . 
die Höhe der S u m m en  Aufschluß gibt. Die D esw egen habe ich m ir nicht recht ein Bild machen 
B eam ten , die Häuser verw alten , w erden doch m it können, aus welchen G ründen  der E tatsausschuß 
dem  Mieteeinkassieren, m it den andern  An­ die Überschrift geändert wünscht. Ich  möchte m ir die
        
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