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Periodical volume 14. März 1910

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1910

98 Sitzung vom 14. März 1910
gew ußt, er hat ja gew ußt, daß eine R eichsw ert­ N un, m eine H erren, komme ich zur S te u e r­
zuwachssteuer kommen m uß, und konnte infolge­ ordnung selbst. Ich  m nß konstatieren, daß im  all­
dessen schneller arbeiten . Ich  gebe zu, daß wir gem einen gegenüber der B edeutung  der V orlage 
das freilich alles gew ußt haben ; aber der R eferent, die E inw endungen, die gemacht w orden sind, doch 
H err Dr Frentzel, h a t ja  ausdrücklich betont, daß die m eines Erachtens ziemlich unerheblich sind, und ich 
B era tu n g en  ungcm ein  eingehend gewesen sind, glaube, daß die H erren  Antragsteller ihre E in ­
und daß w ir u n s  über die verschiedenen F ragen , w endungen sogar zum T eil zurückziehen werden, 
w er weiß wie oft und wie lange, un te rh a lten  haben w enn ich die G ründe ausführe , die gegen ihre 
und deshalb die Z eit leider in  dem  ganzen ver­ eigenen A nträge sprechen. Ic h  hoffe, daß bei den 
gangenen J a h r  verstrichen ist. verschiedensten A nträgen  ohne w eiteres die S te llu n g ­
B or allen D ingen  ist H err S tad tv ero rd n e te r nahm e des M agistra ts eingesehen w erden wird. 
Zietsch auf die F rage  der direkten W ertzuw achs- D enn  ich glaube, konstatieren zu können, daß w ir 
steuer eingegangen. D ie F rag e , ob indirekte oder jeden der einzelnen Punkte, die von den H erren  
direkte W ertzuwachssteuer, ist sehr eingehend V orrednern  hier berührt w orden sind, im  M agistrat 
ven tiliert w orden, h a t u n s  ungem ein  lange in durchberaten haben und m it eingehenden G ründen  
Anspruch genom m en; aber die Gegensätze über schließlich zu unserer Fassung gekommen sind.
diese F rag e  w aren  so groß, daß nicht angenom m en D a, m eine H erren, ist zunächst die große F rage , 
w erden konnte, daß jetzt, w enn w ir die Sache nicht ob die direkte W ertzuw achssteuer bei § 2 ein­
beschleunigten, ü b erhaup t eine E inigung erfolgte, zuführen ist oder nicht. M eine H erren, der A ntrag  
lind  nun , m eine H erren, kamen jetzt plötzlich alle des H errn  S tad tv ero rd n e ten  Zietsch ist verfehlt. 
die M om ente, die H err Dr. Frentzel angeführt h a t: B ei dieser S teu ero rd n u n g  können S ie  diesen A ntrag  
der E rlaß  des M inisters in erster Linie betreffend n iem als stellen au s rechtlichen B edenken; denn  die 
die Beschleunigung, die Beschlüsse anderer großer direkte W ertzuwachssteuer ist eine veränderte G rund­
G em einden in derselben Schnelligkeit und überall steuer und hat m it der W ertzuw achssteuer a ls 
die M ahnungen  in der Presse und der Öffentlich­ solcher gar nichts zu tu n .
keit : w er jetzt nicht kommt, kommt am  Ende zu spät. (S e h r richtig! bei den Liberalen. S tad tv . Zietsch: 
D eshalb  haben wir die F rage  der direkten W ert­ S e h r unrich tig!)
zuwachssteuer zurückgestellt und gesagt: auf jeden —  I n ,  m eine H erren, S ie  schütteln den K opf; ich 
F a ll müssen w ir vorangehen und fertig w erden. kann I h n e n  aber erklären, daß ich diese F rage  m it 
Und u n te r  diesem Druck haben w ir I h n e n  jetzt der Aufsichtsbehörde erö rtert habe, und gerade 
die V orlage so plötzlich gebracht. H err S ta d t ­ I h n e n , die S ie  eine W ertzuwachssteuer haben 
verordneter Zietsch, glauben S ie  etw a, w enn wir wollen, möchte ich ausdrücklich ans Herz legen, von 
u n s  im  vergangenen J a h re  geeinigt h ä tten , daß diesem A ntrage zurückzugehen. D en n  zu einer 
w ir I h n e n  eine andere V orlage als eine über­ S teu ero rd n u n g  m it derartigen  P a rag rap h en , die 
raschende gebracht h ä tte n ?  W ir h ä tten  n iem als nicht in  die W ertzuwachssteuer hineingehören, 
d a ran  gedacht, e tw a 14 T age vorher in  der S ta d t­ sondern eine Ä nderung der G rundsteuerordnung 
verordnetenversam m lung zu sagen: in  der nächsten bedingen, w erden S ie  n iem als eine G enehm igung 
S tad tvero rdnetenversam m lung  kommt eine W ert- der Aufsichtsbehörde erlangen ; dam it w erden S ie  
zuwachssteuervorlagc. Nein, unsere V orlage w äre, fü r den F a ll der A nnahm e der ganzen W ert­
ob sie jetzt, in  einem  halben J a h re  oder in  dreiviertel zuw achssteuerordnung das G rab  graben. Diese 
J a h re n  gekommen w äre, im m er über Nacht ge­ Erklärung kann ich aufs bestimmteste abgeben; 
kommen und w äre in  der Beziehung im m er fü r denn ich habe vor einigen T agen  diese F rage  
S ie  eine überraschende gewesen. speziell m it der Aufsichtsbehörde erö rtert.
(Z u ru f des S tad tv e ro rd n e ten  Zietsch.) (Hört, hö rt!)
—  I n  der D ep u ta tio n  ist sie nicht überhastet w orden. D an n , m eine H erren, möchte ich auf § 2 
Ic h  m uß darin  dem H errn  R eferen ten  w ider­ eingehen, indem  ich der Reihenfolge nach gehe, 
sprechen; er h a t iich in  einem  P unk t geirrt. E r ha t und mich zu den A usführungen  des H errn  S ta d t­
gesagt, in  e i n e r  Sitzung ist die V orlage beraten  verordneten  S tad th ag en  w enden. E r ha t gewünscht, 
w orden ; es sind tatsächlich z w e i  sehr ausgiebige daß statt des W örtchens „kann" das W ort „w ird" 
Sitzungen gewesen. Also von einer Überhastung e ingeführt w ird. J a ,  m eine H erren, es handelt sich 
in  der D ep u ta tio n  kann, glaube ich, kaum die sich beim  Niederschlagen einer S te u e r  um  die 
Rede sein. A usübung eines F inanzhoheitsrechtes einer G e­
Ic h  möchte n u n  noch auf einen Punk t ein­ m einde. Und, m eine H erren, S ie  w erden nicht 
gehen, den gerade H err S tad tv ero rd n e te r Zietsch wollen, daß S ie  von vornherein der S tad tgem einde 
bezüglich der F o rm  erw ähn t hat. E r hat hier bei der A usübung des F inanzhoheitsrechtes fü r 
rühm end die Beispiele in  denjenigen S tä d te n  alle Z ukunft die H and binden wollen. Es ist be­
erw ähn t, die m it so großer Schnelligkeit vor­ grifflich m eines Erachtens m it der A usübung eines 
gegangen sind. E r h a t von amerikanischer Schnellig­ derartigen  Rechts nicht vereinbar, daß S ie  von 
keit gesprochen, m it der eine Nachbarstadt eine vornherein schon B estim m ungen treffen, daß es 
S teu e ro rd n u n g  eingeführt hat. J a ,  m eine H erren, n iem als anders au sg eü b t w erden kann, als daß ta t­
gerade in  dieser S ta d t  sind die V erhandlungen  sehr sächlich in positivem  S in n e  eine Niederschlagung 
schnell gegangen, vielleicht noch schneller a ls bei erfolgen m u  ß. Ich  glaube deshalb, daß aus diesem 
u n s . Und, m eine H erren, die B ew eggründe liegen logischen Grunde, weil schon der B egriff „m uß" 
bei u n s  ebenso vor wie dort, und w as unsere oder „w ird" sich nicht deckt m it dem B egriff des 
Nachbarstädte können, das w erden S ie  auch jeden­ F inanzhoheitsrechtes, es unrichtig, zum m indesten 
falls können und jedenfalls m it amerikanischer aber unzweckmäßig ivüre, hier eine Ä nderung zu 
Schnelligkeit eine S teu ero rd n u n g  annehm en. treffen.
(Z u ru f des S tad tv . Zietsch: S o  w ar es nicht D an n , m eine H erren, ist vor allen D ingen  
gem ein t!) noch der A ntrag vom H errn  S tad tv ero rd n e ten  
—  J a ,  ich habe es so aufgefaßt. Zietsch gestellt w orden, der der O rdnung der
        
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