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Periodical volume 17. März 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

80 Sitzung vom' 7. März 1909.
unsere B ahn  große Vorteile hat. Zunächst bringen Aber, meine Herren, diesen hohen Kosten 
wir von unserem Charlottenburger äußersten Westen gegenüber stehen doch auch sehr bedeutende und 
dieser B ahn , die nach der Behrenstraße führt, einen beträchtliche Wertsteigerungen, die u n s  zugute 
großen Teil des Verkehrs zu. Zw eitens  teilen wir kommen. Es ist doch unzweifelhaft, daß unsere 
auch die Kosten des Untergrundbahnhoses Nollen- neuen Gelände durch die Durchführung dieser 
dorfplatz, welche sonst Schöneberg allein zufallen B ahn  enorm und ziemlich schnell an Wert gewinnen 
würden. Infolgedessen ist es kein W under, daß werden, und die M illionen, die auf diese Weise 
eben diese S ta d t  sich bereits mit u n s  in freund­ frei werden, die wir genießen können, können wir 
schaftlichster V erbindung befindet. uns  doch ruhig hier auf das Bahnprojekt abschreiben. 
M it  Wilmersdorf ist die Angelegenheit noch Ich  möchte S ie  nun  daran  erinnern, daß wir ja  auch 
nicht so weit gediehen. Aber ich glaube auch, man genau so vorgehen können, wie es W ilmersdorf 
kann die Hoffnung aussprechen, daß diese S t a d t ­ getan hat, das die Adjazenten der neu zu erschließen­
gemeinde die Vorteile, die ihr durch die B ah n  e r­ den Gelände, namentlich des Südgeländes beim 
wachsen werden, einsieht. M eine Herren, ich habe Bahnhof Schmargendorf, ziemlich stark zu den 
bereits vorhin darauf aufmerksam gemacht, daß die Kosten der B ahn  heranzuziehen beabsichtigt. Ich  
B ahn  an der Leibnizstraße in den Kurfürstendamm will S ie  daran  erinnern, daß eine einzige T erra in ­
e inm ünden soll, und an dieser S te lle  ist, wie S ie  gesellschaft mehr als eine M illion Mark zu den 
aus  der Vorlage ersehen, ein Bahnhof projektiert. Kosten der B ah n  zusteuert, daß größere Beiträge 
Dieser Bahnhof würde in der unmittelbarsten i von einzelnen Interessenten  in Aussicht genommen 
Nähe eines der wertvollsten Plätze W ilmersdorfs sind, und daß fast die Hälfte der gesamten Kosten­
gelegen sein, nämlich des Olivaer Platzes, der jetzt summe durch diese Beitrüge gedeckt werden soll. 
bebaut ist, dem aber der Zuzug von M ie te rn  an ­ Auch w ir  können, ohne irgendwie ungerecht zu sein, 
scheinend noch fehlt. Dieser Olivaer Platz und seine das gleiche Verfahren gegen die übrigen Adjazenten 
Umgebung würden sich aber un ter  der Wirkung einschlagen und dadurch die Kostensumme sehr 
dieser B ahn  wahrscheinlich sehr schnell zu einem stark verbilligen.
Verkehrszentrum ersten R anges für Wilmersdorf Aber auch dies zugegeben, wird m an  im m er 
ausgestalten, und von diesem Platz aus  führt nach noch denen nicht unrecht geben können, die sagen: 
dem Fehrbelliner Platz, au welchem das neue trotzdem und alledem wird immer noch ein starkes 
R a thaus  W ilmersdorfs zu stehen kommt, und wel­ Stück Geld übrigbleiben, das wir in die B ahn 
cher als ein zweites Berkehrszentrum dieser S ta d t  hineinbauen, und wir wissen nicht genau, w as für 
gedacht worden ist, die B ah n  auf einem sehr einen W ert wir dafür eigentlich erhalten.
kurzem Wege direkt durch das allerwertvollste D a, meine Herren, möchte ich S ie  doch daran 
Gelände, das W ilmersdorf hat, und hier von dem erinnern, wie andere Perkehrsunternehm ungen 
Fehrbelliner Platz nachher weiter bis zum Rastatter in dieser Beziehung denken. Ich  möchte S ie  hier 
Platz und nach Dahlem hinaus, deckt sich also voll­ an die Große B erliner S traßenbahn  erinnern  und 
kommen m it dem, was Wilmersdorf bisher p ro ­ an die Opfer, die sie bereit ist zu bringen, w enn 
jektiert hat, und legt ihm keinerlei Opfer oder sie diese ersehnte neunzigjährige Konzession erhält. 
Beschränkungen in dieser Beziehung auf. W ir haben uns  in diesem S a a le  sehr eingehend 
darüber unterhalten. S ie  will mehr als 100 M illi­
Ic h  glaube, daß der P la n  zwischen den drei onen, m ehr als den Betrag  ihres Aktienkapitals, 
Gemeinden alle entgegenstehendenJnteressen— oder aufwenden für eine Verkehrsveränderung, von der 
auch nicht entgegenstehenden In teressen  —  organisch sie sich einen direkten M ehrertrag  eigentlich nicht 
und p lanm äßig  so abwägt, daß jeder der drei versprechen kann, sondern nu r  als Entgelt für die 
Kom parente» m it  dem Ergebnis wohl zufrieden verlängerte Konzession, die es ihr möglich macht, 
sein kann, und ich möchte fast die Hoffnung au s ­ auch eine derartig große S u m m e  zu verzinsen und 
sprechen, daß diese hier neu geplante Linie den zu amortisieren. D arf  ich S ie  weiter erinnern  an 
Anfang bilden wird für den auch von den V orort­ die elektrische Untergrundbahn, die ihr ganzes 
gemeinden gewünschten Verkehrszweckverband zur Unternehm en lediglich aufgebaut hatte  auf ihre 
Herstellung von Untergrundbahnen, indem sich an lange neuundneunzigjährige Konzession zu einer 
diese nach meiner M einung  sehr zweckmäßig und Zeit, als m an  Erfahrungen über die Untergrund» 
richtig gegliederte Trace organisch und planmäßig und Schnellbahnen überhaupt noch nicht besaß, 
die neuen Linien anfügen werden, welche die ein­ zu einer Zeit, als Leute, die die Verhältnisse sehr 
zelnen Vororte noch zu bauen beabsichtigen und 
bauen werden. wohl kannten, noch sehr zweifelnd diesem Projekte gegenüberstanden. D er  Verlauf der Dinge hat diese 
N un, meine Herren, das sind alles Vorteile Zweifler widerlegt, und es ist ohne weiteres klar, 
—  und trotzdem werden eine ganze Reihe von daß das Geld, welches in dieses Unternehmen hinein­
I h n e n ,  welche durchaus geneigt sind, diesen V or­ gesteckt worden ist, einen W ert geschaffen hat, der 
teilen die volle W ürdigung zuteil werden zu lassen, für diejenigen, welche es riskiert haben, ohne wei­
sich zunächst an den hohen Kosten des Unternehm ens teres einen Vorteil ergibt. D arf  ich S ie  weiter 
s toßen! Und m an  kann I h n e n  in dieser Beziehung daran  erinnern, daß unsere B ah n  vor jenen Bahnen  
nicht ganz unrecht geben. Aber ich möchte S ie  doch den Vorzug hat, daß sie eigentlich nu r  m it  einem 
darauf aufmerksam machen —  und in der M agistrats­ Obligationskapital, nicht mit einem Aktienkapital, 
vorlage ist das auch nach meiner M einung sehr das eventuell höher zu verzinsen wäre, arbeitet. 
wirksam betont — , daß die Kosten recht hoch sind, Und darf ich S ie  weiter daran erinnern, daß diese 
ja, ich möchte auch nicht einmal darauf schwören, unsere Konzession nahezu unbeschränkt ist, und daß 
daß es bei diesen 20 M illionen bleiben wird, und es ganz sicher ist, daß sie sich später in einer gewissen 
ich möchte diejenigen Herren, welche das Projekt Zeit zu einem ganz bedeutenden W ert auswachsen 
aufstellen, noch nicht vor die F rage  stellen, ob sie für m u ß ! M ögen diejenigen recht haben, die sagen, daß 
diese 20 M illionen auch wirklich die B ahn  durch­ für die ersten Betriebsjahre unsere Finanzverhült- 
führen und auf eigene Kappe übernehme» wollen. nisse, unser E ta t vor eine Belastungsprobe gestellt
        
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