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Periodical volume 17. März 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

78 Sitzung vom 17. Marz 1909.
t Seite N u», meine H erren, bei diesem letzten U nter­
W i l l ....................................    90, 91, 100 nehme» standen aber ans der Kreditseite zw ar 
W öllm er  .........................................   85 schwankende, aber bis zu einem  gewissen G rade 
Zietsch 81, 82, 86, 87, 93, 95, 96, 97, 102, 104, im m erhin bew ertbare B odenw erte , zu Buche, 
105, 119. w ährend hier, wo w ir es m it einem  V erkehrs­
B eg inn  der Sitzung 6 Uhr 20 M inu ten . unternehm en zu tun  haben, in welches zw ar eine 
große M enge von Geld hineingesteckt w erden soll, 
Vorsteher K au fm an n : Ich  eröffne die Sitzung. welches doch aber, w enn es auch gegenüber andern 
Als V ertre te r des M agistrats sowohl für die V erkehrsunternehm ungen in einer gewissermaßen 
heutige als fü r die möglicherweise m orgen noch priv ilegierten  und geschützten Lage ist, alle die 
stattfindende Sitzung sind abgeordnet die H erren Chancen und M ißchancen eines größeren kauf­
S ta d tb a u ra t Bredtschneider, S ta d trä te  S ten d e l, männischen U nternehm ens ohne w eiteres teilt und 
M eyer, D rJa s tro w , Seydel, S tad tsyndikus D rM aier, teilen m uß. M eine H erren, auch diejenigen von 
K äm m erer Scholtz und zu N r. 2 der T agesordnung  Ih n e n , welche diesem P la n e  des M agistra ts durch­
die betr. B erw a ltu n g s- und  technischen D ezernenten. au s freundlich gegenüberstehen, welche wie ich dem 
Als Beisitzer w alten  die H erren S te in  und P la n  eine günstige Zukunft prophezeihen, w erden 
R uß. H err S tad tv . R uß fü r die Rednerliste. sich doch der Berechtigung aller dieser E rw ägungen  
Entschuldigt sind die H erren  Dunck, Dzia- nicht verschließen können, E rw ägungen , welche 
loszynski, D e  Frank, G ebert, Harnisch, Jacob i, dahin führen, daß w ir, ehe w ir u n s definitiv en t­
Dr Landsberger, Liebe, L ingner, Dr Nöthig, Scholz, scheiden, doch reiflich und sehr ernstlich noch w eiter 
S e llin . prü fen  zu haben w erden. Diese P rü fu n g  des 
D ie Vorschläge des W ahlausschusses zu N r. 14 P la n e s  kann hier im  P len u m , glaube ich, zweck­
bis 17 der T agesordnung liegen nebst den Akten müßigerweise nicht vorgenom m en w erden; es wird 
au s und gelten a ls genehm igt, w enn bis zum Schlüsse sich also wohl die N otwendigkeit ergeben, einen 
der öffentlichen Sitzung Widerspruch nicht erhoben Ausschuß, den ich auf 15 M itglieder bemessen 
wird. möchte, zu beantragen  und in diesem Ausschuß die 
Es w erden 2 Einbürgerungsgesuche ausge­ w eitere P rü fu n g  des Projektes vorzunehm en.
legt. Läge auch dies nicht vor, so w ürde schon ganz 
W ir tre ten  in  die T agesordnung  ein. von selbst die Notwendigkeit eines Ausschusses sich 
(U nruhe.) durch die Überlegung ergeben, daß das M ateria l, 
Ich  bitte die H erren  um  Aufmerksamkeit! welches u n s  der M agistrat un te rb re ite t hat, doch bei 
w eitem  noch nicht ausreicht, u m  einen so schwer­
i Punk t l der T ageso rdnung : w iegenden und ernsten Entschluß zu fassen, wie 
w ir es in dieser S tu n d e  tu n  wollen. Ich  darf wohl 
V orlage betr. V au einer Untergrundbahn zwischen daran  erinnern , daß w eder in  der V orlage des 
R ollendorfplatz und R ingbahn an der Renen  M agistrats noch auch in den Akten sich auch nur 
Kantstraße. —  Drucksache 67. ein Versuch einer R entabilitätsberechnung findet. 
Ich  weiß wohl, bin m ir darüber vollkommen klar, 
Berichterstatter S tad tv . Dr. Frcntzel: M eine daß eine derartige R entabilitätsberechnung au f­
H erren, m it der heutigen V orlage legt uns der zustellen ein äußerst schwieriges D ing ist, und daß, 
M agistrat ein Projekt vor, das wahrscheinlich bei selbst w enn sie gelingt, das R esultat äußerst zweifel­
allen denjenigen H erren, welche nicht e tw a aus der haft bleiben w ird. Aber vielleicht wird es trotzdem 
T iefbaudepu tation  m it dem P la n  des M agistrats möglich sein, an  der H and von Z ahlen , die andere 
bereits v e rtrau t w aren , eine gewisse große Über­ V erkehrsunternehm en uns beibringen w erden, das 
raschung gebracht haben w ird ; ja  ich kann m ir auch hierüber w altende Dunkel vielleicht ein wenig auf­
denken, daß diese Überraschung, dieses Erstaunen zuklären und es dadurch denjenigen M itgliedern, 
sich bei einigen H erren bis zu einer gewissen B e­ die heute in ihrer S te llungnahm e noch schwankend 
stürzung verdichtet haben wird, in dem M om ent, sind, zu ermöglichen, ihren Spruch nach der einen 
wo sie sahen, vor welche gew altigen A usgaben unsere oder nach der andern  S e ite  zu fällen.
S ta d t  durch dieses Projekt des M agistrats gestellt Ich  erinnere w eiter daran , daß w ir von dem 
w erden soll. T arif weder in der M agistratsvorlage noch in den 
Schon der H inw eis auf die geforderte Kosten­ Akten e tw as finden- und trotzdem ist die K enntnis 
summe von 20 M illionen M ark genügt wohl, um  der T arife  fü r die B eurte ilung  der Leistungsfähig­
solchen E m pfindungen  eine gewisse Berechtigung keit eines V erkehrsunternehm ens absolut notw endig, 
zuzusprechen —  ein K ostenaufwand von 20M illionen die K enntnis der T arife , die ein solches U nter­
zu einer Z eit, wo unsere F inanzverhältnisse nicht nehm en gew ähren kann, ohne selbst N ot zu leiden.
gerade die glänzendsten sind. Und in der T a t  hat M eine H erren, dies und eine ganze Reihe 
sich unsere S ta d t  bisher an  ein Projekt, an  ein von anderen  kleineren D ingen  sind die F rag en , die 
U nternehm en von einer derartig  großen A us­ den Ausschuß noch eingehend beschäft gen werden, 
dehnung, von derartig  großer T ragw eite  noch nicht w ährend w ir über zwei m einer M einung  nach 
h erange trau t. Ic h  darf zum Vergleich hier vielleicht sehr wichtige prinzipielle F ra g e n  u n s , glaube ich, 
anführen , daß das B uchkapital unserer G asanstalt auch hier im P len u m  w erden leicht verständigen 
im V erlauf der vielen D ezennien, die sie existiert, können
erst auf 14 M illionen angewachsen ist; ich darf D ie erste F rage  ist die: sollen w ir überhaup t 
vielleicht erw ähnen, daß das Elektrizitätswerk nur prinzipiell an derartige große, im großen S ti l  
m it 11 M illionen M ark zu Buche steht, und endlich geplante und durchgeführte V erkehrsunternehm en 
sei angeführt, daß das Bism arckstraßen-Unterneh- h e ran tre ten ?  Ich  glaube, nach alledem , w as bei der 
m en, welches vielleicht m it unserm  P la n  am  ersten B era tu n g  über den V erkehrsverband in diesem 
zu vergleichen w äre, n u r m it 12 M illionen an fäng ­ S a a le  gesprochen und  verhandelt w orden ist, 
lich dotiert w ar. erübrig t es sich, eine B egründung fü r die B ean t-
        
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