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Periodical volume 22. Dezember 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

6 0 0  Sitzung vom 22. Dezember 1909
Borsteher K au fm an n : W ir kommen zur M eine H erren, es ist ganz fraglos, daß w ir doch 
Abstim m ung. Es liegt zunächst die Resolution des in  ein gewisses S tad iu m  der S tag n a tio n  hinein­
H errn  S to d tv . Dr Frentzel vor: kommen. W ir müssen nicht n u r daran  denken, die 
D ie S tad tverordnetenversam m lung n im m t großen V erbindungen, die U ntergrundbahnver­
davon K enntnis, daß die von dem  Ausschusse bindungen, die V erb indungen nach dem Z en trum  
vorgenom m ene P rü fu n g  auch nicht den der S ta d t  zu verbessern; w ir müssen auch an  unser -> 
geringsten A nhalt dafür ergeben hat, daß der großes S tad tgeb ie t selber denken. Es fehlen u n s 
H ausvater Lehrer Richter sich eine der ihm soviel Q uerverbindungen, wo w ir an  Schnell­
zur Last gelegten H andlungen zuschulden verbindungen nicht denken können und auch 
kommen lassen oder ü b erhaup t gegen die nicht zu denken brauchen, daß der M agistrat alle 
ihm  als H ausvater obliegenden Pflichten Ursache hat, energischer vorzugehen als bisher. Ich  
irgendw ie verstoßen hat. glaube auch nicht, daß die B egründung, die der 
Die S tad tverordnetenversam m lung gibt M agistrat für die S tag n a tio n  gegeben hat, nämlich 
ihrem  tiefen B edauern  über die unverdiente die F rage  der U ntergrundbahn usw., wirklich 
öffentliche Kränkung Ausdruck, die einem  berechtigt ist. Es handelt sich w eniger um  große 
städtischen B eam ten  durch F o rm  und I n h a l t  V erbindungen, sondern um  die in ternen  innerhalb 
des A ntrages der S tad tv . Bartsch und G en. unserer S ta d t  gelegenen V erbindungen. Ich  will 
zugefügt w orden ist. n u r einige Punkte hervorheben; bei der vor­
gerückten Z eit werde ich mich natürlich kurz fassen.
(D ie V ersam m lung beschließt dem gem äß.) W ir beschweren u n s  darüber, daß m an  nach 
dem Kirchhof in S tah n sd o rf so schwer hinkommt. 
W ir kommen nunm ehr zur Abstimmung über J a ,  m eine H erren, geht es u n s viel anders in 
den A ntrag Bartsch und G en. D er Ausschuß C harlo ttenburg  selber? E s ist doch trau rig , daß 
em pfiehlt, diesen A ntrag  abzulehnen. diejenigen, die au s  dem I n n e r n  der S ta d t, au s  dem 
Osten oder der B erliner Gegend kommen, gerade 
(Die V ersam m lung lehnt nach dem A ntrage n u r bis zum S p a n d a u e r B erg  und dem Fürsten­
des Ausschusses den A ntrag der S tad tv . Bartsch brunner Weg gelangen und bei schlechtem W etter 
und G en. ab.) noch eine Strecke von über 10 M inu ten  laufen 
müssen, w enn sie auf dem Kirchhof einer B eerdigung 
D as Protokoll der heutigen Sitzung bitte ich beiw ohnen wollen. So llte  es nicht möglich sein, zu 
die H erren Kollegen M eyer, M ottek und Protze veranlassen, eine elektrische B ahnlin ie bis zu dem 
zu vollziehen. Kirchhof fortzuführen, ich will sagen, etw a eine 
Punk t 14 der T ag eso rd n u n g : Linie einzurichten vom Kirchhof bis zum W itten ­
bergplatz, wodurch auch eine Entlastung und V er­
M itteilung des Borstandes betr. K ontrolle über besserung der P» und P -L in ie  herbeigeführt w erden 
die A usführung der Befchlüffc der S ta d tv er­ w ü rd e?  D an n  w äre doch auch zu erw ägen, ob nicht 
ordnetenversam m lung. —  Drucksache 377. eine Abhilfe m it O m nibuslin ien  zu schaffen w äre, 
die der S te ig u n g  wegen nicht über den S p an d au e r 
Ich  werde die F rag en  der N um m er nach ver­ B erg, sondern über den Kaiserdam m  gehen m üßten . 
lesen und den A ntrag  I h r e s  V orstandes dazu. W enn W ir haben u n s zum großen T eil m it der F rage  der 
sich n iem and zum W orte m eldet, nehm e ich an, daß A utom obilom nibuslinien abgefunden, w ir w ürden 
S ie  m it den A nträgen des V orstandes einver­ es schon als einen V orteil ansehen, w enn w ir einen 
standen sind, indem  ich nochmals hervorhebe, daß Pferdeom nibus bekämen.
der A ntrag auf K enntnisnahm e bedeutet: die F ü r  eine V erbindung durch die Knesebeck­
F rag e  bleibt im F luß  und wird noch einm al vor­ straße von M oabit au s  nach der Gegend von 
gelegt. W ilm ersdorf ist das größte B edürfn is  vorhanden, 
F rag e  1. Durch K enntn isnahm e erledigt. — zum al dabei die V erbindung vom Knie bis zum 
F rag e  2. Durch K enntn isnahm e erledigt. —  Savignyplatz eingeschlossen Ist. Ebenso fehlt eine 
F rage  3 schlägt der Vorstand vor, a ls erledigt zu Q uerverbindung durch die S oph ie  - C harlo tten- 
betrachten. —  F rage  4. Durch K enntnisnahm e S tra ß e . W as haben denn viele E inw ohner davon, 
erledigt. —  F rage  5. daß w ir eine U ntergrundbahn besitzen? S ie  
kommen nicht dahin, haben viel zu w eite W ege. 
S tad tv . Dr. S ta d th a g en : M eine H erren, F e rn e r ist das V iertel am  Lietzensee sehr benach­
in der F rage  der Verkehrsverhältnisse der S ta d t teiligt, das noch keine günstige V erbindung nach 
C harlo ttenburg  sind w ir durch die diesm alige dem I n n e r n  der S ta d t  hat.
M itte ilung  des M agistrats durchaus nicht w eiter Ich  sehe heute davon ab, einen A ntrag zu 
gekommen, a ls w ir bisher w aren. Dieselbe Klage stellen. Ich  möchte die dringende B itte  an den 
ist vor einem  halben J a h re  oder vor einem  Ja h re  M agistrat richten, daß er die V erkehrsfrage etw as 
hier aufgetaucht, daß w ir bezüglich der Verkehrs­ energisch in  die Hand nehm en und u n s das nächste 
verhältnisse von C harlo ttenburg  absolut nicht vom M al bei dem Fragbeogen m it positiven V or­
Flecke kommen. Ic h  glaube, H err Kollege Frentzel schlägen kommen möge, nicht m it solchen all­
ist es dam als gewesen, der vorgeschlagen hat, daß gem einen Bem erkungen, au s denen w ir n u r en t­
der M agistrat erw ägen m öge, ob nicht der V er­ nehm en können, daß die Sache nicht vo rw ärts  
kehrsausschuß besser zu einer V erkehrsdeputation schreitet.
um gestaltet werden sollte. Über diese F rage  hat u n s 
der M agistrat in  dem Bericht, den er u n s vorgelegt S tad tv . B ra u n e: D en Vorschlägen des
hat, nichts w eiter gesagt. D er A ntrag  ist seinerzeit H errn  Kollegen S tad th ag en  möchte ich mich an ­
von der S tad tverordnetenversam m lung, w enn ich schließen im In teresse  w eiter Kreise der B ü rg er­
nicht irre, einstimmig, jedenfalls m it großer schaft au s  dem M ittelstände und den Kreisen der 
M ajo ritä t angenom m en w orden. M inderbem ittelten . I m  besonderen möchte ich
        
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