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Periodical volume 22. Dezember 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

Sitzung vom 22. Dezember 1009 5  9 3
—  Ach, haben S ie  büch keine S o r g e ! W as bort in verhören, das gehöre nicht zu den K om petenzen 
der „V orw ärts"-N otiz  steht, bas habe ich im  A us­ eines Ausschusses, der von der S tad tv ero rd n e ten ­
schüsse den H erren M itg liedern  direkt zu sagen ge­ versam m lung eingesetzt sei, dem widersprächen die 
w agt, b i e Umwege brauche ich nicht, um  m eine Bestim m ungen der S täd teo rdnung . V on unserer 
M einung  zu sagen. S e ite  ist dann  im  Ausschuß darauf hingewiesen 
(S ta d tv . O tto : Es steht darin , daß kein Ju n g e  ver­ w orden, daß in  der T a t schon Fälle  vorliegen —- 
nom m en w orden ist!) nicht in C harlo ttenburg, aber in B erlin  — , daß ein­
—  Durch den A u s s c h u ß  ist auch kein J u n g e  ver­ gesetzte Stadtverordnetenausschüsse Zeugen ver­
nom m en w orden, H err Kollege O tto. W ir haben nom m en haben. M an  kam dann  im  Ausschuß, 
ja gefordert, daß die V ernehm ung durch den A us­ nicht aus n u r rechtlichen Bedenken, sondern auch 
schuß erfolgen soll. Als die Sache von der „V or- au s  sachlichen, dazu, die V ernehm ung von w eiteren 
w ärts"-N otiz  zur Sprache kam, sagte H err Kollege Zeugen überhaup t abzulehnen auf G rund der Auf­
O tto  oder er dachte e tw as lau t vor sich h in : „D as  ist fassung, der auch der H err R eferen t hier Ausdruck 
des V orw ärtses w ürd ig!" —  so ungefähr w ar die gegeben hat, indem  m an  sich auf den S tandpunk t 
Ä ußerung. stellte: D ie Erwachsenen w ären  ja gar nicht bei 
(S ta d tv . O tto : Ich  habe nicht gesagt: „des V or­ diesen einzelnen D ingen, die vorgekommen sein 
w ärtses" —  sondern n u r :  „des V o rw ärts"! — sollten, gewesen, ergo hätten  die Erwachsenen 
Heiterkeit.) niem als aus eigener Anschauung etw as bezeugen 
—  D a  ich nicht Lehrer und S c h u l m e i s t e r  bin, können, sondern alles w äre n u r von den K indern 
so müssen S ie  mich schon entschuldigen. — H err zu erfahren. Die Erwachsenen w ürden erst in 
Kollege O tto, der nach seinen Auslassungen in der zw eiter Linie als Z eugen anzusehen sein, und sie 
vorigen Sitzung auch die hiesige Presse so genau w ürden  auch nicht m ehr ungefärb t das aussagen 
liest, h ä tte  dabei zugleich sagen können, w as der können, w as passiert sei. H err Kollege l)r Nöthig 
„N euen Zeit" w ürdig ist. I n  der „N euen Zeit" ist darauf zu sprechen gekommen, w arum  F ra u  M aaß  
hat im  Anschluß an  die V erhandlung, die w ir in nicht verhört w orden sei; er sagte: F ü r  den M agistrat 
der vorletzten Sitzung hatten , folgendes gestanden: hätte  gar keine sachliche Notwendigkeit m ehr vor­
Als O berbürgerm eister Schustehrus au s­ gelegen, die F ra u  M aaß  zu hören, nachdem ja der 
führte, daß, w enn schon einm al von Zucht­ M agistrat von dem Protokoll K enntnis bekommen 
m itte ln  Gebrauch gemacht w erden m üßte, die hätte , das nach den A ngaben der F ra u  M aaß  aus­
Schläge n u r wirkten, w enn sie S triem en  gesetzt w orden w ar. W ir haben im  Ausschuß etw as 
gäben, ertön ten  lau te O ho-R ufe bei den anderes gehört, w arum  die F ra u  nicht vernom m en 
Sozialdem okraten. D er R edner fügte nun , worden ist: m an hat sie deshalb nicht vernom m en, 
a ls von dieser S e ite  bezweifelt w urde, daß weil m an  sich sagte: D ie F ra u  M aaß ist erst dort und 
derartige Schläge S triem en  hervorriefen, h in­ dort hingegangen, w ir können es nicht m ehr auf u n s 
zu: „Ich möchte es an  Ih n e n  prob ieren!" —  nehm en, sie auch noch zu hören. Und w as soll denn 
eine Bem erkung, die große Heiterkeit hervor­ die F ra u  anderes aussagen als B elastendes; E n t­
rief. N un  wird ein solches Experim ent, wie lastendes wird sie nicht m itteilen.
es der H err O berbürgerm eister als nützlich (Z u ru f: Frechheit!)
hinstellte, in der P rax is  nicht vorgenom m en —  D as ist keine Frechheit, sondern das ist gesagt 
w erden; aber moralische Schläge haben die w orden, also W ahrheit!
„Genossen" erhalten , und es w ar am üsant, (S ta d tv . Protze: Nein, das ist nicht gesagt w orden!)
zu sehen, wie die Sozialdem okraten, die erst 
so sicher au ftra ten , später winselten wie Vorsteher K au fm an n : Ich  habe den A us­
S traß en ju n g en , druck „Frechheit" nicht gehört. S o llte  er gefallen 
(Heiterkeit) sein, und ich hätte  ihn  gehört, so w ürde ich ihn 
die sich ungezogen benom m en haben und zweifellos gerügt haben. —  D a sich niem and fü r 
denen deshalb das F e ll tüchtig verprügelt den Ausdruck m eldet, kann ich nicht einschreiten. 
w orden ist. S o llte  er gefallen sein, so m uß ich allerdings den­
—  D ie „N eue Zeit" ist nicht n u r f r e i s i n n i g ,  jenigen, der ihn getan  hat, au fs ernstlichste rügen .
sie ist auch das  P u b l i k a t i o n s o r g a n  d e s  
M  a g i st r  a t s. — S tad tv . Zietsch (fortfahrend): H err V o r­
W enn w ir trotz alledem  m it I h n e n  in den A us­ steher! —  Ich  habe den Ausdruck bis hierher ge­
schuß gegangen sind und u n s an  den B era tungen  hört, S ie  haben ihn jedenfalls dort nicht gehört; 
beteiligt haben, so veran laß ten  u ns, noch Hoffnungen das W ort ist aber gebraucht w orden.
in  die A rbeiten des Ausschusses zu setzten, vor allen W enn diese Angabe nicht im  Ausschuß gemacht 
D ingen  die A usführungen, die Kollege W öllm er in w orden sein sollte, dann  ist es zum mindesten in einer 
der vorletzten Sitzung gemacht hatte . E r sagte da: der U nterhandlungen gesagt w orben, die der 
M ögen die H erren m it u n s in den Ausschuß Beschwerdeführer m it dem M agistrat resp. m it dem 
kommen und m ögen sie d a  i h r e  Z e u g e n  V ertre ter des M agistrats geführt hat. Ich  könnte 
n e n n e n  u n d  a l l e s  s a g e n ,  wozu m ir doch diese Sachen nicht ohne w eiteres irgend­
sie eventuell hier in der V ersam m lung nicht woher holen, w enn sie nicht in  der T a t passiert 
in  der Lage sind; m ögen sie dann vollständig w ären.
das zu beweisen suchen, w as sie hier behauptet Es kommt noch hinzu, daß, a ls im  Falle  
haben. H offm ann im  Ausschuß ein neues Vorkom m nis 
W ir haben u n s bem üht, H err Kollege W öllm er, aufgerollt w urde und der Ausschuß die vom M a­
im Ausschuß unsere Z eugen anzugeben; w ir be­ gistrat noch nicht vorgenom m ene Z eugenverneh­
an trag ten , auch sie vorzuladen, um  sie durch die m ung beschlossen hatte , m eine F reunde forderten, 
H erren verhören zu lassen. Aber im  Ausschuß hatte  daß den M itgliedern  des Ausschusses G elegenheit 
m an  rechtliche Bedenken dagegen erhoben und ge­ gegeben w erden sollte, wenigstens an der Z eugen­
m eint, der Ausschuß dürfe überhaup t keine Zeugen vernehm ung, w enn sie nicht im  Ausschuß selbst
        
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