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Periodical volume 8. Dezember 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

Sitzung vom 8. Dezember 1906 5 45
schuß hatte  sich nicht die G elegenheit geboten, dar­ aussetzung für die Erhebung der G ebühren. D ie 
über zu verhandeln, weil die P e titio n  sich aus diese F rage  bleibt: w er ist gezw ungen, von dieser E in ­
Beschwerde nicht erstreckte. W ir konnten auch m richtung Gebrauch zu m achen? D as  O rssta tu t 
bet S tad tverordnetenversam m lung dazu nicht S te l­ findet seine A usführung in  einer P o lize i V erordnung, 
lung nehm en; denn die A ngelegenheit stand nicht und darin  heißt es im  8 1: „D ie Wegschaffung
auf der T agesordnung  und stand in  keinem direkten des H ausm ülls usw. erfolgt nach vorheriger A n­
Zusam m enhange m it der P e titio n . Um nun  aber m eldung." H ieraus w urde n u n  w eiter vom M a ­
doch die Sache w eiterzuführen, w urden zwei A n­ gistrat deduziert: eine vorherige A nm eldung ist 
träge dem  P len u m  u n terb re ite t. M an  w ar viel­ notw endig, die A usführung dieses O rtssta tu ts  ist 
leicht in denjenigen Kreisen, die den A nträgen  fern Sache der Polizei, und die Polizei ha t u n te r Um­
standen, der M einung , daß m an  alsbald G elegen­ ständen die Möglichkeit, weil das O rtssta tu t selbst 
heit haben w ürde, sich m it diesen wie m it m anchen nicht für jeden Hausbesitzer den Anschluß an  diese 
anderen die M üllabfuhr betreffenden F rag en  zu G em eindeeinrichtung vorsieht, A usnahm en zu 
beschäftigen, w enn wir nämlich V eranlassung haben machen. A us der M itte  des Ausschusses w urde 
sollten, die geschäftliche Lage der M üllabjuhrgesell- dann die F rag e  aufgew orfen : wo bleibt n u n  aber 
schaft zu betrachten. Ich  komme darauf spater die sanitäre S e ite  der Angelegenheit, w enn viel­leicht die Polizei einzelnen die Möglichkeit bietet, 
noch zurück. .
E s lagen also zwei A ntrage vor. I n  dem den M üll auf seinem Grundstück zu verw erten , wie 
einen A ntrage w urde der M agistrat ersucht: es ihm  p a ß t?  Es w urde von seiten des M agistrats 
der S tad tvero rdnetenversam m lung  eine V or­ erw idert, daß die Polizei ja in der Lage fei, durch 
lage zu un terb re iten , nach der das O rtssta tu t entsprechende S trafbefeh le  auch auf jeden einzu­
fü r M üllabfuhr eine E rgänzung erfährt, durch wirken, den sic von dem Anschluß an die G em einde- 
die der Anschluß an  die M üllabfuhr für alle einrichtung exim ierl hat, daß er das M üll nicht 
Hausbesitzer obligatorisch gemacht wird. e tw a in  einer gesundheitsschädlichen Weise be­
D er andere A ntrag  ging dahin, den M agistrat zu seitige. .
E s  h a n d e l t  si ch a l s o  u m  d i e  F r a g e : 
er*1 ^e ingehend  zu erw ägen, ob die zurzeit der w i l l  d a s  O r t s s t a t u t  v o r s e h e n ,  d a ß  
M üllabfuhr nicht unterliegenden Hausbesitzer e i n  j e d e r  v e r p f l i c h t e t  is t ,  e i n e  D r e i ­
zu Recht von der M üllabfuhrverpflichtung t e i l u n g  d e s  M ü l l s  v o r z u n e h m e n  u n d  
d a n n  d a s  M ü l l  d e r  G e m e i n d e e i n ­
befreit sind. . .  . -
D ie beiden A nträge decken sich n ich t; denn der eine r i c h t u n g  z u r  V e r f ü g u n g  z u  s t e l l e n ,  
A ntrag verlangt erst vom M agistrat eme U nter­ o d e r  s a g t  d a s  O r t s s t a t u t  n u r ,  d a ß ,w e n n  j e m a n d  M ü l l  z u r  W e g s c h a f f u n g
suchung, w ährend der zweite gewissermaßen schon 
von der A nnahm e ausgeht, eine Verpflichtung für s t e l l t ,  e r  d a n n  i n  d e r  i m  S t a t u t  b e ­
die Hausbesitzer bestehe nicht, und eme solche V er­ s t i m m t e n  W e i s e  v o r z u g e h e n  h a t ?
pflichtung solle vorgesehen w erden. M eine Herren, der Ausschuß hat schließlich zu 
D er Ausschuß hat sich zunächst m it der F rage der Rechtsfrage an und fü r sich nicht w eiter S te llu n g  
beschäftigt, ob für die Hausbesitzer die Verpflich­ genom m en. Fch möchte hier aber doch ausdrücklich 
tung besteht, sich der G em eindeveranstaltung der hervorheben, daß der Ausschuß, jedenfalls in  der 
M üllabfuhr zu bedienen. D er Ausschuß hat sich M ehrheit seiner M itglieder, nicht zu der Über­
—  ich glaube, auf die Einzelheiten der E rörterung  zeugung gekommen ist, daß die Auffassung des 
näher einzugehen nicht nötig zu haben —  auf den M agistrats die richtige ist. D er Ausschuß hat gern 
S tandpunk t gestellt, daß eine solche Verpflichtung davon K enntnis genom m en, daß der V ertre te r des 
der Hausbesitzer allerdings vorhanden ist. D er M agistrats die Erklärung abgab, daß seitens des 
Ausschuß w ar der M einung, das au s  der ganzen M agistrats nochmals bei der Polizei alles, w as 
Entstehungsgeschichte der M üllabfuhr herleiten zu geschehen kann, geschehen wird, um  darau f einzu­
müssen. M an  schloß: w ir haben die D reite ilung ; wirken, daß die 'P o lize i keine A usnahm en zulasse 
diese D reite ilung  ist vor allen D ingen  m it sanitären und die zugelassenen A usnahm en w iderrufe. W el­
M aßregeln  begründet w orden; die D urchführung chen Erfolg der M agistrat nach der Richtung hin 
der D reite ilung  hat aber überhaup t n u r dann  einen gehabt hat, weiß ich nicht. W ir w erden möglicher­
rlweck, w enn alle Hausbesitzer daran  angeschlossen weise heute N äheres darüber hören. I m  übrigen 
sind. D er S tandpunk t des M agistrats w ar ein ist es fü r die A nträge selbst auch schließlich nicht 
anderer in  dieser Rechtsfrage. D er M agistrat de­ von entscheidender B e d eu tu n g ; denn der A ntrag, 
duzierte, daß wir es bei der O rdnung der « ta d t-  der Ih n e n  hiernach vorgelegt w erden w ird, geht 
gem einde C harlo ttenburg  betreffend die Erhebung ja in erster Reihe darauf h in, daß der M agistrat 
von G ebühren für die Wegschaffung des H ausm ulls p rü fen  möchte, wie die Rechtslage heute ist, ob 
n u r m it folgenden zu tu n  haben: m  dwsem O rts­ die Ansicht richtig ist, daß ein jeder verpflichtet 
statu t ist eine bestim m te Wegschaffung des H au .- ist, M üll, das in  seinem H aushalt, auf seinem 
m ülls vorgesehen, und es ist denH ausbesitzern  zur Grundstück produziert ist, fü r die G em einderichtung 
Pflicht gemacht, sich dieser Wegschaffung de. zur V erfügung zu stellen, oder ob die Polizei das 
H ausm ülls zu bedienen, w enn überhaup t eme Recht hat, den einen oder anderen  hiervon  zu 
W eaicbaffung des H ausm ulls m  F rage  kommt. exim ieren.
D ie G ebühren könnten n u r von dem erhoben M eine H erren, die beiden A nträge w urden  
w erden, der sich dieser Wegschaffung des H ausm ulls schließlich von dem Ausschusse zusam m engezogen 
bedient. D arüber w ar überhaup t -  auch im  und in  eine logische Reihenfolge gebracht; denn 
Ausschuß —  kein Z w eifel; denn der § 5 sag t. „Die m an konnte nicht gleichzeitig aussprechen, daß der 
G ebühr w ird von jedem  bew ohnten Grundstuck, M agistrat p rüfen  soll, ob heute bereits eine V er­
für welches die V eranstaltung benutzt w ird, nach pflichtung besteht, und daß die A bänderung des 
dem M aßstabe des N utzungsw ertes usw. erhobem O rtssta tu ts in s  Auge zu fassen sei. V ielm ehr ist 
Also die Benutzung dieser E inrichtung ist die Vor beschlossen w orden:
        
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