Path:
Periodical volume 24. November 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

Sitzung vom 24. November 1909 529 w ir kennen u n s seit 11 J a h re n — , daß m it aller D an n folgt der N am e, E rfu rt und auch die S traß e , Energie von m einer S e ite und allen M itgliedern wo die D am e w ohnt. S ie b ittet dann höflichst, des M agistrats dafü r gesorgt w orden w äre, daß ihren N am en in der Öffentlichkeit nicht zu nennen . das Unrecht zutage gefördert und offen und ehrlich Dieser B itte m uß ich natürlich nachkommen. — gesagt w orden w äre, wie die D inge liegen. Aber, M eine H erren, das ist ein Beispiel dafür, wie m eine H erren, hier fühle ich die tiefste V er­ Leute, die die D inge kennen und objektiv beurteilen, anlassung, wo ein E hrenm ann in seinem Amte auf G rund ihrer täglichen Anschauung über das zu unrecht angegriffen wird, ihn zu verteidigen und Wesen des H ausvaters Richter urteilen . vor der Öffentlichkeit zu erklären: das ist unw ahr, D er Rektor des H errn Richter ist au s Anlaß w as hier gegen ihn vorgebracht wird. der Zeitungsnachrichten, die er gelesen hatte , zu (S e h r richtig!) m ir gekommen, um m ir zu sagen: H err O ber­ Ich m uß dabei auf die Person des H errn bürgerm eister, der Herr Richter ist ein so a u s ­ Richter näher eingehen. S e in Leum und ist der gezeichneter Lehrer, daß m an sich glücklich schätzen allerbeste. V on allen Leuten, die m it ihm in m uß, den M an n an seiner Schule zu haben. Er amtliche oder p rivate B erüh rung gekommen sind, versteht m it den K indern b rillan t um zugehen, er sowohl als Lehrer wie als H ausvater, wird dies ist ein freundlicher, liebensw ürdiger Mensch. Ich bestätigt. Es sind die verschiedensten H erren, die möchte Ih n e n au s m einer langjährigen K enntnis öfter G elegenheit haben, im W aisenhause aus- und und genauen Beobachtung dieses M annes m it­ einzugehen und die über Leute zu u rte ilen gew öhnt teilen, daß ich der Ansicht b in : ein W aisenhaus kann sind, gehört w orden, und sie finden sich durchaus in keinen besseren H änden liegen als in denen des in Übereinstim m ung. D er O berpfarrer R iem ann, H errn Richter. Kollege M atting , Bauinspektor W alter, K om m er­ M eine H erren, dem gegenüber n u n diese B e­ zienrat B eringer, Dr E rdm ann , der H ausarzt, sie schuldigungen! Und w oher kommen die Beschuldi­ alle haben übereinstim m end bekundet, daß der M an n gungen ? D as ist heute noch gar nicht geklärt ein ausgezeichneter H ausvater ist, ein M an n , der w orden. D er H err A rm enpfleger W ollm ann, der m it dem wärm sten Herzen seinen Zöglingen gegen­ übrigens nicht der zuständige A rm enpfleger des über a u f tr itt und sich im m er bew ährt, ein M ann , Bezirks ist, ha t dem H errn S ta d tra t S a m te r m it­ der die Erziehung so leitet, daß die K inder einen geteilt, daß sein 20jähriger S ohn , von dem ich frischen, fröhlichen Eindruck machen, wie K inder in gehört habe, daß er in H am burg lebt, ihm erzählt einer gu ten F am ilie , in einer F am ilie , in der die hat, daß er von einer F ra u gehört hat, E ltern die K inder verständig und gut erziehen. (Heiterkeit) N iem als h a t ein Kind ein gedrücktes B etragen , daß diese F ra u von ihren K indern gehört hat, einen gedrückten Eindruck gemacht, m an h a t sich (erneute Heiterkeit) im m er über die A rt gefreut, wie die K inder in daß allerlei Sachen vorgekommen seien, wie sie F reiheit leben und spielen, wie der H ausvater m it der H err Zietsch hier vorgetragen hat. Also, m eine den K indern zusam m en leb t: w enn er von seiner H erren, eine richtige Klatschgeschichte, wie m an sie Schule nach Hause gekommen ist, ist er im m er um sich schöner gar nicht denken kann. Und w er ist die K inder bem üht, beschäftigt sich m it ihnen, spielt diese F ra u , m it der, wie ich ebenfalls vernom m en m it ihnen, schneeballiert m it ihnen, spielt im habe, der 20 jährige W ollm ann bei G elegenheit S o m m er im G arten m it ihnen, macht Schnitz­ des K aufes von Milch an einem Milchhäuschen auf arbeiten m it den Kindern, — kurz, er gibt sich in dem Friedrich-K arl-Platz geplaudert h a t? — D as geradezu hervorragender Weise der E rziehung der ist die F ra u M aaß , die in dem M ilchhäuschen Milch ihm an v ertrau ten jungen S ee len hin, und es u n te r­ verkauft, die M u tte r der K inder — eine schwache stützt ihn in demselben M aße seine F ra u in ganz F ra u , die unfähig ist, ihre K inder selbst zu erziehen. hervorragender Art, wie H err B ürgerm eister M a t­ Hier ist ein V organg psychologisch sehr interessant ting das schon geschildert hat. fü r die B eurte ilung des H errn Richter und seiner In te ressan t w ar m ir ein B rief, den ich heute F ra u . E ines T ages bekommen sie einen B rief au s E rfu rt von einer D am e bekam. S ie schreibt von der F ra u M aaß , in dem sie ungeheuer be­ m ir folgende?: weglich klagt, daß sie ihre K inder nicht zu erziehen Euer H ochw ohlgeboren! vermöge, daß die K inder hungern m üßten, ein Als eifrige Leserin der B erliner und B rief, der die F ra u Richter zu T rän en rüh rt. S ie C harlo ttenburger Z eitungen erfuhr ich auch läßt sich die F ra u M aaß kommen und veranlaßt, den V orfall im W aisenhause W estend. D a daß die vier K inder der F ra u M aaß täglich in ihr ich jahrelang die G elegenheit hatte , die H aus kommen, 14 T age lang, und die Richterschen Pflege und das G edeihen der K inder als Eheleute reichen diesen K indern w ährend dieser direkter Nachbar zu beobachten, m uß ich mich Z eit völlige N ahrung auf ihre eigene Rechnung n u r über die große Ungerechtigkeit w undern, und ihre Kosten, und dieses ist die V eranlassung m eines (hört! h ö rt!) Schreibens. Ich bin weder verw andt noch veranlassen, daß die K inder nachher in das W aisen­ bekannt m it dem H errn Richter, ich glaube haus aufgenom m en w urden. Diese H erzensgüte, sogar kaum, daß H err Richter mich kennt, die die Richterschen Eheleute der Maaßschen ich wollte n u r zu seiner Entlastung beitragen. F am ilie gegenüber betätig t haben, ist ihnen schlecht Ich habe m anchm al gesagt: die K inder haben gelohnt. Die F ra u M aaß ist eine schwache F ra u . es doch besser a ls manche K inder im F am ilien ­ S ie hat z. B . selbst erklärt, a ls H err Richter bei leben. Die kleinen B uben und M ädchen einer G elegenheit ihr gesagt h a t: F ra u M aaß, ha tten im m er n u r goldene F re iheit gehabt, n u n müssen S ie doch einsehen, daß der Ju n g e , wie es manche E ltern nicht erlauben w ürden, den ich noch nicht gezüchtigt habe, hier eine O hr­ und H err Richter w ar doch n u r der W aisen­ feige verdient. „H err Richter, ich kann m eine vater. Kinder nicht schlagen, ich kann ihnen keine O hr­ Hochachtungsvoll. feige geben, dann schlägt m ir das Herz." Eine
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.