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Periodical volume 24. November 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

Sitzung vom 24. November 1909 S$S
—  Ganz gewiß, „schrecklich!" S o  w erden sich m it | Knabe und ein M ädchen —  sollen geprügelt worden 
I h n e n  auch andere gesagt haben, a ls sie diese! sein —  aus welchem G runde, das habe ich noch 
Notiz gelesen haben; und sie w erden zu gleicher nicht feststellen können —  jedenfalls w urden die 
Z eit gesagt haben: w enn w eiter nichts vorliegt, beiden derart geprügelt, daß die andern  Kinder 
dann  ist doch soviel Geschrei um  die Sache gar sich darüber erregt h a b e n ; einige K inder wollen 
nicht notw endig. Dasselbe w ürden wir auch bis zu 35 Schläge gezählt haben. Andere K inder 
gesagt haben. W ir drehen aber die F rag e  um  sollen m it dem Holzpantoffel, Besenstiel und Hobel 
und fragen : wie hat denn die amtliche U nter- geschlagen w orden sein. E in M ädchen wurde 
suchung ausgesehen, die nichts w eiter zutage auf die kranken Hände geschlagen —  die Hände 
gefördert hat, a ls diese Lächerlichkeiten? S ie  (zu sollen entzündet und an  Knochentuberkulose 
den L iberalen) bezeichnen es ja  a ls „Lächerlich- oder Skrofulöse erkrankt gewesen sein. — S ie  
te il“. Und da diese F rag e  gestellt w orden ist, dürfen dabei auch das eine nicht vergessen: 
müssen w ir darauf dringen —  und der M agistrat u n s w erden n u r einzelne F älle  durch andere 
wird ja  zweifellos auch genügende A ntw ort geben bekannt; wir können Ih n e n  hier nicht vor­
können — , zu e rfah ren : wie ist die Untersuchung tragen , w as T ag  um  T ag in dieser W aisenanstalt 
geführt w orden, wer ist an  der Untersuchung vor sich gegangen sein m ag. Aber w enn n u r einer 
beteiligt gewesen, und auf welchen Personenkreis dieser Fälle  nachgewiesen wird, dann  ist es an ­
h a t sich die Untersuchung erstreckt? W enn es sich gezeigt, daß m an dagegen F ro n t macht, 
um  nichts w eiter handelte a ls um  das, w as hier Und nun  die amtliche Untersuchung! W as 
angegeben ist, und das festgestellt sein soll, dann  hat sie ergeben, und wie ist sie geführt w orden? 
h ä tten  w ir unsern A ntrag gewiß nicht eingebracht. Ich  gebe ohne w eiteres zu, daß die amtliche U nter- 
G lauben S ie , w ir haben so wenig praktische E r- suchung in dieser F rage  nicht so leicht gewesen 
fahrung, daß w ir dazu übergehen, den M an n  m it sein m ag. Aber es ha t mich doch befrem det, hören 
seinem R enom m ee in  die Öffentlichkeit zu ze rren ?  zu müssen, daß die amtliche Untersuchung sich 
E s heißt in den M itte ilungen , es sei n u r nicht ausgedehnt ha t auf einen T eil derjenigen 
einm al eine Waise von dem Lehrer Richter ge- Leute, die nicht K inder sind, sondern deren Kinder 
züchtigt w orden, weil sie das Publikum  durch in der W aisenanstalt selbst sind, die vielleicht die 
W erfen von Schneebällen belästigt habe. D arüber Veranlassung dazu gewesen sind, daß diese B e- 
hätte  sich kein Mensch aufgeregt, w enn es sich um  schwerden über den Kreis der Waisenkinder Hinaus­
biese eine Sache handelte. Richter soll sich auch gedrungen sind. D er Beschwerdeführer, der diese 
n u r den „Scherz" geleistet haben, zu sagen: er Sache dem M agistrat bzw. dem D ezernenten des 
werde den J u n g e n  die O hren abschneiden. G ew iß, A rm enw esens, dem H errn S ta d tra t  S a m te r, 
das kann auch einem  V ater passieren, daß er un terb re ite t hat, ist ebenfalls nicht zu diesen U nter- 
seinern Ju n g e n  sagt: w enn du nicht parierst, oder suchungen m it hinzugezogen w orden; m an  hat ihn 
du legst das O hr an  die T ü r, dann  werde ich dir überhaup t nicht w ieder vorgeladen, er ist n u r 
m al die O hren abschneiden. D an n  ist aber darin gestern vorgeladen w orden, a ls ihm  das R esultat 
ein gewisses W ohlwollen en thalten ; denn S ie  der Untersuchungen m itgeteilt w orden ist; m an 
w erden ja  a ls V ater im  Ernst nicht I h re m  Kinde hatte  sonst überhaup t nicht auf seine Feststellungen 
die O hren abschneiden wollen. und seine A ngaben zurückgegriffen dadurch, daß
(S ta d tv . Dr Frentzel: H at er auch nicht g e tan !) m an ihn persönlich geladen hätte .
—  W arten  S ie  n u r  ab, H err Kollege F ren tze l! Diese amtlichen Feststellungen haben nun  
W ir kommen sonst nicht zu Ende. ergeben, daß nichts passiert sei, w as irgendw ie
(E rneute  Z urufe .) zu irgendwelchem Einschreiten gegenüber dem
—  Ic h  will gleich dazu kommen. Es ist nicht bloß W aisenvater Anlaß gegeben hätte . Ic h  glaube 
m it Ohrenabschneiden g e d r o h t  w orden, s o n  - auch, daß d i e s e  am tlichen Feststellungen —  ich 
d e i n  e s  s o l l  f ü n f  K n a b e n  m i t  d e r  nehm e an , sie sind in  voller O bjektivität von der- 
G a r t e n  s c h e r e  i n  d i e  O h r e n  g e  - jenigen Behörde geführt w orden, die m it der 
z w i c k t  w o r d e n  s e i n ;  näheren  Untersuchung dieser Angelegenheit be­
sohl) tra u t w orden w ar —  zu keinem anderen  R esultat
ein Knabe soll m it dem Rohrstock bis zur O hnm acht führen konnten, als es I h n e n  nachher auch 
geprügelt w orden sein; von seiten des M agistrats vorgetragen  w erden wird.
(S ta d tv . Otto:: S o ll! )  D as führe ich aber zum  großen T eil darau f zurück,
—  ja  gewiß, ich kann überhaup t n u r sagen: soll; daß m an  sich in  erster L inie auf die alleinigen 
die amtliche Untersuchung h a t doch selbst nichts Z eugenaussagen der W aisenkinder berufen w ird, 
festgestellt, und S ie , H err Kollege O tto , werden und da wird m an  I h n e n  auch nachher w ieder sagen: 
m ir doch nicht zum uten, daß ich, der ich ganz gerade die A ussagen der K inder, die eventuell 
außerhalb des am tlichen A p p ara ts  stehe, eine belastender N a tu r sein können, m üßten  dadurch 
gründliche Untersuchung führen soll —  ein Knabe angezw eifelt w erden, daß m an  diese K inder a ls 
soll m it dem Rohrstock geprügelt w orden sein, lügnerisch veran lag t, a ls  Taugenichtse usw., a ls 
bis er ohnmächtig w urde. D as  Kind w urde dann  geistig m inderw ertig  bezeichnen m uß.
in s  B e tt geschafft und m it K am pfer eingerieben. | ((W iderspruch.)
Derselbe Knabe soll bei einer andern  G elegenheit — D an n  irre  ich mich vielleicht. M ir ist aber be re its  
m it dem Ausklopfer d erart geschlagen w orden sein, gesagt w orden, daß m an  die a ls B elastungszeugen 
daß er tagelang auf dem Rücken und auf den in  F rag e  kom m enden K inder in  bezug auf ihre 
Schulterb lä ttern  blaue Flecken gehabt haben soll, geistigen Fähigkeiten anzw eifelt. I m  übrigen  
Z w ei andere K naben sollen m it den K öpfen in  der i gebe ich gern zu, die A ussagen der K inder haben 
Weise zusammengestoßen w orden sein, daß der eine  ̂alle eine gewisse Unzuverlässigkeit an  sich; es ist 
Knabe sein Kopfleiden, das er heute noch h a t —  eine gerichtsnotorische Tatsache, daß K inder nie* 
er befindet sich bereits in  der Lehre —  auf diesen I m als präzise und zuverlässig aussagen w erden, und 
V organg zurückführt. Zw ei Geschwister —  e in ' ich betrachte m it Rücksicht au f diese große Unzu-
        
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