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Periodical volume 24. November 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

508 Sitzung vom 24. Rot) emb er 1909
von bent Resultat dieser Sitzung, davon, welche Bezirksausschuß wenden, und es würde leider 
Vereinbarungen mit dem Jnnungsausschuß ge­ sehr spät im Semester werden, bis das Ortsstatut 
troffen worden sind und ob die Wünsche der in Kraft treten kann. Haben Sie Wünsche nach 
Gewerbetreibenden BerüIcckhs ichtigung gefunden ha­ dieser Richtung, so empfehle ich Ihnen, die nächste ben, nicht unterrichtet. bin der Meinung, daß Vorlage, die Ende dieses selben Semesters über 
eine Gefahr nicht vorhanden ist, wenn wir noch den Stundenplan für das künftige Sommer­
14 Tage bis zur nächsten Sitzung warten, um so semester eingehen wird, abzuwarten. Da werden 
weniger, als doch, wenn wir heute dieses Orts­ Sie ja Gelegenheit haben, Ih re  Wünsche vor­
statut beschließen, und Vereinbarungen getroffen zubringen.
werden, die den Jnnungsmeistern und Gewerbe­ (Sehr richtig!)
treibenden nicht genehm sind, diese sich an den Dem Herrn Stadtverordneten Lissauer möchte 
Bezirksausschuß wenden können und der Bezirks­ ich noch erwidern, daß der Magistrat und die 
ausschuß seine Zustimmung versagen kann. Da Deputation für das Fortbildungsschulwesen ganz 
ich die Angelegenheit noch nicht für geklärt halte, ebenso wie er eine recht starke Beteiligung der 
beantrage ich, daß wir heute einen Ausschuß von Praktiker wünschen. Es besteht kein Gegensatz 
9 Mitgliedern einsetzen und zu diesem Ausschuß zwischen ihm und uns. Wir werden sehr froh sein, 
eventuell die Gewerbetreibenden hinzuziehen, wenn wir eine große Anzahl von solchen Herren 
um in Verhandlungen mit diesen und dem Jnnungs­ finden, denen wir ohne Bedenken den Unterricht 
ausschuß zu hören, welche Wünsche vorliegen. anvertrauen können. Wie weit wir nach dieser 
Wir würden in diesem Falle einen den Gewerbe­ Richtung bereits vorgegangen sind, mögen Sie 
treibenden durchaus entgegenkommenden Stand­ daraus entnehmen, daß wir in diesem Jahre  von 
punkt einnehmen, der, soviel ich gehört habe, in den drei Stellen, welche durch Gemeindebeschluß 
der MontaIgcshsi tzung nicht eingenommen worden bewilligt worden sind, zwei mit Praktikern besetzt sein soll. beantrage also einen Ausschuß von haben. Wir haben schon vier Praktiker in fester 
9 Mitgliedern. Stellung und bemühen uns redlich, noch weitere 
geeignete Praktiker heranzuziehen. Voraussetzung 
Stadtschulrat Dr. Ncufert: Meine Herren, muß natürlich bleiben, daß sie auch in pädago­
der letzte Herr Vorredner hat Mitteilungen über gischer Beziehung wenigstens Genügendes zu leisten 
die Konferenz vom letzten Montag vermißt. Ich vermögen.
habe absichtlich nicht davon gesprochen, und ich Dann ist dem Herrn Stadtv. Lissauer wohl 
bedauere lebhaft, daß in der heutigen Nummer ein kleines Malheur passiert. Er hat darüber 
der „Neuen Zeit" schon die Thesen veröffentlicht geklagt, daß von seiten des Magistrats bei der 
sind, welche am letzten Montag uns vorgelegt Einladung nicht genug Rücksicht auf die Kaufleute 
worden sind, die ich der Deputation und dem genommen worden fei; zu 10 Uhr vormittags 
Magistrat unterbreiten soll. Ich habe mich sehr seien die Einladungen erfolgt. Ach nein, meine 
gefreut, daß es möglich war, in einer solchen Ver­ Herren, es war abends um 8 U hr!
sammlung — es waren gewiß 25 bis 30 Ober­ (Heiterkeit.)
meister und deren Stellvertreter von den hiesigen 
Innungen zugegen — in einer so großen Ver­ Stadtv. Zander: Meine Herren, ich möchte 
sammlung eine Grundlage zu finden, auf der sich den Antrag des Herrn Kollegen Klau unterstützen, 
Iecinh  gemeinschaftliches A rbeiten erzielen lassen wird. weil ich glaube, daß es eine Beschwerde an den halte es aber nicht für zweckmäßig, so lange, Bezirksausschuß geben wird, und zwar insofern, 
bis die entscheidenden Körperschaften Stellung zur weil ich wenigstens behaupte und behaupten muß, 
Sache genommen haben, Mitteilung über Einzel­ daß die Kaufleute nur eingeladen sind — und 
heiten zu machen. Es ist heute schon von der einen nicht die richtige Auswahl getroffen ist — der 
Seite unangenehm empfunden worden, daß diese Form halber, weil das Gesetz es so vorschreibt. 
Thesen veröffentlicht worden sind, weil die Nicht­ Das Gesetz versteht die Sache jedenfalls so, 
eingeweihten daraus den Eindruck gewinnen könn­ daß alle beteiligten Kreise, die an der Fortbildungs­
ten, als ob die dort ausgesprochenen Wünsche schule beteiligt sind, eingeladen werden, also min­
der Handwerksmeister durchweg erst noch der Er­ destens aus jedem Fach einer. Ich behaupte, 
füllung harren, während mehrere, z. B. einer der daß dieses nicht geschehen ist.
allerwichtigsten, daß die Fortbildungsschule be­
ruflich gegliedert werdIecnh  soll, schon von Anfang Stadtv. Dr. Borchardt: Meine Herren,an erfüllt worden ist. würde fürchten, die sich ich möchte Herrn Kollegen Lissauer ein paar 
anbahnende Versöhnung durch nähere Angaben Worte erwidern. Herr Kollege Lissauer sagte, 
zu stören, und ich möchte den Herrn Vorredner das Kammergericht habe sich ein Verdienst er­
darum bitten, sich damit einverstanden zu er­ worben durch sein Erkenntnis, das entsprungen 
kIclähr en, daß ich weitere Mitteilungen nicht mache. 
sei der Erkenntnis der Tatsache, daß der Stunden­
bin gern erbötig, ihm über Fragen, die ihn plan der Fortbildungsschule vom Magistrat selb­
interessieren würden, vertraulich Näheres zu sagen, ständig festgesetzt war, ohne die Beteiligten näher 
aber ich möchte es hier nicht öffentlich tun. gehört zu haben. Herr Kollege Lissauer ist außer­
Dann möchte ich Sie auch bitten, meine ordentlich wohlwollend, indem er aus den Aus­
Herren, nicht einen Beschluß zu fassen, nach welchem führungen des Herrn Kollegen Zander lediglich 
die Vorlage einem Ausschusse überwiesen wird. herausgehört hat, daß Herr Kollege Zander sich 
Die Zeit drängt, und wenn so wenig gegen die beklagt, auf die Praktiker würde zu wenig Rück­
Vorlage vorgebracht wird, wie es heute der Fall sicht genommen bei der Anstellung von Lehrern. 
war, so glaube ich, ist eine Ausschußberatung wirklich Herr Kollege Lissauer hat auch das Erkenntnis — 
nicht nötig. Wenn Sie eine Ausschußberatung na, sagen wir in irgend einer recht wohlwollenden 
beschließen, so verzögern Sie die Annahme um Weise geprüft. Aber das Erkenntnis ist ergangen 
14 Tage. Wir müssen uns dann noch an den aus rein formalen Gründen. Das Kammer-
        
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