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Periodical volume 3. November 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

454 Sitzung Dom 3. November 1009
bereits ausgerechnet hat, von 2,6 M illionen rechnen w i c h t i g e n  F r a g e ,  w o e s  s i ch u m  
müssen. M i l l i o n e n p r o j e f t e  h a n d e l t ,  g e ­
Jetzt haben wir uns im Interesse der S teuer­ z w u n g e n  s e i n  s o l l e n ,  i n  d i e s e r  
zahler Charlottenburgs als weit ausschauende N a c h t s t u n d e  i n  d i e s e r  W e i s e  ü b e r ­
S tad tväter die Frage vorzulegen: haben wir ein h a s t e n d  v o r z u g e h e n .
so großes Interesse an dieser Strecke und an der (Sehr richtig!)
Möglichkeit, sie später weiter auszubauen, um Ich kann auch nicht anerkennen, daß wir in dieser 
2 54 Millionen rund jetzt zu opfern? Meine Herren, absoluten Zwangslage sind.
ich kann nicht verkennen —  ich persönlich stelle mich (S tad tv . Holz: Sehr richtig!)
auf diesen Standpunkt —, daß wir die Opfer an sich Zum  Beweise dessen teile ich Ih n e n  mit, daß in 
wohl bringen können, wenn wir eine gewisse den Abendausgaben der heutigen B lätter steht, 
G arantie dafür hoben, daß die Bahn über den Kur­ daß d e r  M a g i s t r a t  v o n  W i l m e r s ­
fürstendamm weiter geleitet wird. d o r f  d i e  Z u s t i m m u n g  z u  d i e s e m  
(S ehr richtig!) V e r t r a g e, die er ja schon durch seine Vertreter- 
Dieses Interesse besteht, wie es jetzt scheint, und wie gegeben hatte, i n  s e i n e r  h e u t i g e n  S i t z ­
es auch begreiflich ist, in erster Linie auch bei u n g  z u r ü c k g e z o g e n  h a t  m i t  a l l e n  
Wilmersdorf, insbesondere dem Halenfeer Ortsteil g e g e n  e i n e  S t i m m e .
und den weiter zurückliegenden Orten, wie der (Große Bewegung. Lebhafte Rufe: Hört, hört!) 
Kolonie Grunewald. Meine Herren, daraus, daß M eine Herren, daß diese Zeitungsnotiz absolut 
diese Vororte ja zum Teil ein viel größeres Interesse unrichtig sein sollte, kann ich m ir nicht recht denken. 
haben als w i r , -------- (Dem Redner wird ein Zeitungsblatt überreicht.)
(Andauernde Unruhe. Glocke des Vorstehers.) — Hier steht bereits bemerkt, welchen Eindruck 
diese Notiz in dem Polizeipräsidium gemacht hat. — 
Vo r  steher-S te llv e rtr . Dr. Hubatsch: Meine Also, meine Herren, der eine Teil hat ja nicht 
Herren, ich bitte um etwas R u h e! zugestimmt. D i e  S a c h e  is t a l s o  n i c h t  
s o ,  d a ß ,  w e n n  w i r  b i s  m o r g e n  
S to b t» .Dr. S tad th ag en  (fortfahrend): — folgt n i c h t  z u s t i m m e n ,  a n  u n s  d i e  S c h u l d  
meines Erachtens, daß immerhin die F rage noch l i e g t ,  d a ß  d e r  V e r t r a g  n i c h t  i n  
nicht geklärt ist, ob dieser Anteil wirklich unserm K r a f t  t r i t t .
Spezialinteresse entspricht. D as ist allerdings M eine Herren, ich gehe noch weiter. Es ist 
eine ganz erhebliche und in dem Ausschuß zu davon die Rede, daß der Polizeipräsident uns 
klärende Frage. eine vierwöchige Frist gelassen hat vom 4. Oktober 
Ferner ist ja — nur auf diesen Einzelpunkt an, sie würde also bis zum 4. November reichen. 
möchte ich noch eingehen — in der Vorlage von D as ist mehr als vier Wochen, ein voller M o n a t; 
einer Verpflichtung die Rede, die wir gegenüber ich nehme aber an, daß der Polizeipräsident einen 
der Großen Berliner Straßenbahngesellschaft über­ M onat gemeint hat. Ich nehme nun an : fein 
nehmen sollen. M eine Herren, wenn gesagt K ö n i g l i c h  P r e u ß i s c h e r  M i n i s t e r ,  
wird: die etwaigen Entschädigungsansprüche der k e i n  P o l i z e i p r ä s i d e n t  k a n n  d a ­
Großen Berliner Straßenbahngesellschaft durch r a u s ,  d a ß  e i n e  S t a d t v e r o r d n e t e n ­
die Hochbahn sind gegenstandslos infolge der ge­ v e r s a m m l u n g  n i c h t  i n n e r h a l b  
ringen Schädigung oder werden gegenstandslos 24 S t u n d e n  e i n e  s o w i c h t i g e  E n t ­
werden — das ist anzunehmen — , bann wäre das s c h e i d u n g  t r e f f e n  w i l l ,  den Anlaß 
von keiner großen Bedeutung. D ann könnte aber nehmen, die Sache fallen zu lassen.
auch die Hochbahngesellschaft diese Verpflichtung (S tadtv . Dr Frentzel: Leider!)
übernehmen, wie sie es, soviel ich weiß, in  Berlin — Nein, meine Herren, das halte ich für ganz 
ja getan hat, wie sie es auch auf einigen der son­ ausgeschlossen! W enn unser M agistrat morgen 
stigen Strecken tun will. S o  einfach scheint die dem Herrn Minister ein Schreiben zugehen läßt: 
Sache aber doch nicht zu liegen, sondern sie scheint wir haben die Sache so beschleunigt, wie wir 
juristisch sehr zweifelhaft zu sein, und wir haben konnten, aber wie Ih n e n  bekannt ist, hat der 
in derartigen zweifelhaften Fällen eigentlich recht Wilmersdorfer Magistrat die ersten Wochen un­
oft Unglück gehabt. Ich möchte daher meinen, benutzt verstreichen lassen, wir haben der S ta d t­
daß eine solche Verpflichtung, die wir übernehmen, verordnetenversammlung erst an dem und dem 
sehr weit tragen kann. Tage die Vorlage zugehen lassen können, am 
R un ist ja beantragt worden, daß wir Mittwoch abend erst einen Nachtrag, wir bitten, 
einen Ausschuß wählen, und, meine Herren, darauf Rücksicht zu nehmen,
ich stimme dem natürlich vollkommen zu und (Sehr richtig! — S tad tv . Dr Frentzel: Is t ge­
hoffe, daß ein großer Teil, hoffentlich die schehen!)
M ehrheit dieser Versammlung, diesem Antrage — wenn es geschehen ist, um  so besser! —
folgen wird. Dagegen kann ich nicht dem Antrage (S tadtv . Dr Frentzel: N egativ!)
zustimmen, daß wir den Ausschuß jetzt sofort — wir bitten, der Stadtverordnetenversam mlung 
zusammentreten lassen, daß wir jetzt gewisser­ Zeit zu lassen und die Entscheidung um  8 ober 
maßen eine Dauersitzung abhalten, indem wir 14 Tage zu vertagen, — ich kann m ir nicht denken, 
den Ausschuß zusammentreten lassen m it der be­ daß daran die Sache scheitern w ü rd e! I  ch 
stimmten Richtlinie: du mußt jetzt vor 12 Uhr g l a u b e ,  w i r  h a b e n  d a s  i m  I n t e r ­
nachts fertig werden, so gar so viel vor 12 Uhr nachts, e s s e  u n s e r e r  S e l b s t a c h t u n g ,  i m  
daß die Stadtverordnetenversam mlung nachher I n t e r e s s e  d e r  S e l b s t a c h t u n g  d e r  
noch Beschluß fassen kann. Meine Herren, ich s t ä d t i s c h e n  S e l b  st v e r w a l t u n g n ö t i g ,  
erinnere S ie  daran, daß wir oft in einer Aus­ w i r  h a b e n  e s  a u c h  i m  I n t e r e s s e  
schußsitzung nicht zu Ende gekommen sind. Ich d e r  Sache  n ö t i g .
kaun nicht einsehen, wieso wir in einer d e r a r t i g (S tadtv . Holz: Sehr gut!)
        
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