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Periodical volume 3. November 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

Sitzung vom 3. November 1909 453
trage, daß, UM das E inverständnis der U ntergrund­ sind, daß m an etw as fürchten kann, w as in Wirklich­
bahn herbeizuführen, dieser Zuschuß noch hat erhöht keit nicht gefürchtet zu werden braucht. D ies kann 
w erden müssen, und zw ar, w enn ich alles zusam m en­ am  leichtesten dann e in tre ten , w enn es sich um  
rechne, rund  um  die S u m m e von 600 000 M. S ie  D inge handelt, die noch in der Zukunft liegen wie 
wissen auch, daß ich diesen V erhandlungen als Z u ­ hier, die unserm  menschlichen Auge verschlossen und 
hörer beigew ohnt habe, und ich kann I h n e n  m it­ einer exakten B ew eisführung unzugänglich sind. 
teilen, daß der M agistrat alles äußerste versucht hat, D esw egen ist es nötig, m it einer gewissen frischen 
diesen Zuschuß zu m indern . Es w ar aber ein In itia tiv e , ja m it einem gewissen W agem ut an  sie 
M ittelw eg nicht zu finden, weil die H erren der heranzugehen. N ur wer den Augenblick ergreift, 
U ntergrundbahn uns m it Z ahlen  au fw arte ten , die der ist der rechte M a n n ; wer an der richtigen, an  der 
geradezu von erschreckender G röße w aren, und als glückbringenden S tu n d e  vorübergeht, w ird vielleicht 
sie darauf nicht eingehen w ollten, daß dieser an  seinem eigenen Leibe zu seinem Schmerze er­
sogenannte provisorische Verkehr bis zur Auflösung fahren müssen: W as D u von der M inu te  a u s ­
des Gleisdreiecks ihrerseits durchgeführt würde, geschlagen, gibt keine Ewigkeit zurück. Ich  glaube 
schlugen sie uns vor, wir möchten es auf unsere das sollen w ir nicht tun .
Koste» machen, w enn wir so überzeugt w ären, daß (Lebhafter B eifall.)
unsere Zahlen, die niedriger w aren, die richtigen 
w ären. Es ist richtig, daß m an bei dem D rängen  
und der Hast, die uns einm al durch das M achtw ort Stadtv . Dr. S ta d th a g e n : M eine H erren, ich 
des M inisters, die V erhandlungen am  4. N ovem ber möchte der Kritik des H errn R eferen ten  über die 
beendet zu sehen, sich einem  derartigen  V or­ V ergangenheit nicht folgen —  ohne dam it zu sagen, 
schlage gegenüber weder m it J a  noch m it Nein daß sie nicht voll berechtigt gewesen w äre. Aber 
äußern konnte. Aber, m eine H erren, ich bin nun ich glaube, w ir tu n  bei unserer heutigen E n t­
K aufm ann, und ich glaube, auch ein vorsichtiger scheidung doch besser, die V ergangenheit voll ruhen 
K aufm ann zu sein, und da habe ich m ir die F rage zu lassen und u n s auf den S tandpunk t der T a t­
vorgelegt: ist es fü r uns besser, m it einer bestimmten sachen, der jetzigen Lage zu stellen.
S u m m e als Verlustsumme zu rechnen, die w ir uns (S tad tv . Holz: S eh r richtig!)
einm al auszugeben entschlossen haben, oder ist es W ir müssen die ganze A ngelegenheit auch von 
berechtigt, das W agnis zu laufen, vielleicht viel unserm  C harlo ttenburger S tandpunk t betrachten, 
m ehr zu riskieren —  denn wir sind nicht so be­ im  allgem einen aber von dem G roß-B erliner 
w andert in  B etrieben  wie die U ntergrundbahn­ S tandpunk t, daß die E inw ohner von Schöneberg, 
gesellschaft selber — , vielleicht auch besser abzu­ W ilm ersdorf und C harlo ttenburg  in ihren jetzigen 
schneiden? D arum  m eine ich: es ist besser, m an und in ihren künftigen Verkehrsverhältnissen m ög­
nim m t das M itte l und sieht der S u m m e, die m an lichst wenig geschädigt w erden, möglichst große V or­
zu zahlen hat, ins Auge und bew illigt sie. teile haben.
M eine H erren, ich glaube, daß dam it hier das M eine H erren, es ist klar, daß die ersten P ro ­
G enerale über diesen Vorschlag im  wesentlichen jekte von W ilm ersdorf eine außerordentliche Schädi­
gesagt ist, und ich glaube auch, daß S ie  auch die gung der C harlo ttenburger In te ressen  bedingt 
Ausschußberatung annehm en w erden, und daß hätten , indem  wir von dem Ost-Verkehr gewisser­
ich desw egen hier m ein R efera t in diesem Punkte m aßen ausgeschaltet gewesen w ären. E s ist klar, 
abbrechen kann. Ich  möchte aber denjenigen daß das jetzt vorliegende Projekt sowohl wie das 
H erren, welche später im P len u m  sich schlüssig zu ursprünglich von u n s verfolgte Projekt, wonach die 
machen haben, zwei W arnungen , w enn ich m ir das W ilm ersdorfer T race über die Uhlandstraßc ge­
erlauben darf, auf den Weg geben. Ich  glaube, es leitet w erden sollte, sowohl den In teressen  Schöne­
ist falsch, bei derartigen V ereinbarungen, wo drei bergs, wie den In teressen  W ilm ersdorfs, wie den 
E lem ente in F rage  kommen, sich zu fragen : hat denn In te ressen  C harlo ttenburgs im  wesentlichen ge­
der andere etw a durch diesen Vergleich m ehr ge­ nügen. J e d e r  hat noch gewisse Nachteile, er m uß 
w onnen als ich? Ich  glaube, m an m uß einfach das irgendw o um steigen: aber e tw as Besseres läßt sich 
betrachten: w as habe ich gew onnen, und wie dient nach dem G utachten der Sachverständigen überhaup t 
es m einen In te re ssen ?  laß die andern  leben! —  und nicht erzielen.
w ir w ollen sie leben lassen. E s ist m ir sehr leicht M eine H erren, n u n  frag t es sich: wie müssen 
erklärlich, daß bei einer ganzen Reihe von Herren wir u n s zu dem jenigen Projekt stellen, das uns jetzt 
durch die A rt der B ehandlung, die diese ganze vorgelegt is t? Dieses Projekt sieht, abgesehen von 
M aterie  erlitten hat und erleiden m ußte, eine ge­ der allgem einen Möglichkeit des H auptverkehrs, den 
wisse M ißstim m ung hervorgerufen ist —  und bei B au  einer B ahn  den K urfürstendam m  heru n ter bis 
m ir auch — , und ich kann m ir sehr wohl denken, daß zur Uhlandstraße vor, w ofür w ir 2,3 oder 2,6 M il­
sie sagen: laß doch die bei ihren Beschlüssen, wir lionen zu zahlen haben —  2,3 M illionen, w enn der 
bleiben bei unserm  Beschluß! Aber das w äre falsch. Verkehr auf dieser B ahn  im J a h re  1915, 2,6 M illi­
A equam  m em ento  rebus in ard u is  servare  m entem . onen, w enn er gleichzeitig m it dem der W ilm ers­
D aß hier res arduae  vorliegen, werden S ie  m it m ir dorfer B ahn  im  J a h re  1912 aufgenom m en wird. 
zugestehen müssen. M eine H erren, das ist ja natürlicherweise nicht ein 
Und noch ein zweites. Es ist gewiß schwer, die nebensächliches, sondern ein wesentliches M om ent, 
Entscheidung zu treffen. Ich  glaube, daß vor­ j  daß wir nicht zeitweise in unserm  Verkehr erheblich 
sichtiges und gutes Rechnen, weiß G ott, eine ungünstiger dastehen als unsere Nachbargem einde. 
Tugend ist, die ich m ir im m er zum P rin z ip  gemacht W ir w ürden also, glaube ich, ohne w eiteres doch den 
habe. Ich  weiß aber auch au s  eigener E rfahrung, Weg, w enn w ir ihn überhaup t gehen, n u r gehen 
und ich weiß auch au s E rfahrungen  anderer Leute, können, indem  wir sagen: im J a h re  1912 m uß diese 
daß m an  auch in dieser Beziehung zu w eit gehen B ahn fertig sein, zur selben Zeit, wo die W ilm ers 
kann, und daß m an sich auch m it Z ahlen  Gespenster dorfer B ahn auch fertig sein soll. W ir w ürden  also 
vorzaubern kann, die in Wirklichkeit nicht vorhanden m it einem  Zuschuß, wie der H err R eferen t ja auch
        
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