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Periodical volume 20. Oktober 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

Sitzung vom 20. Oktober 1909 445
darüber,«daß w ir keinen Spielplatz im  In n e r»  oder Ich  möchte m ir bei dieser Gelegenheit eine 
in  der Nähe von C harlo ttenburg  haben. W ir haben ! F rage  an den M agistrat erlauben : w iew eit der B e­
nun das Glück gehabt, ein neues T erra in  neben bauungsplan  fü r das Hochplateau von Westend ge­
unserem  Krankenhause bzw. den B erliner Wasser­ diehen ist.
werken zu erw erben, das so groß ist, daß w ir später 
neben unseren städtischen G ebäuden noch einen Vorsteher  K a u f m a n n  lunterbrechend): H err 
Spielplatz dort anlegen zu können hoffen. Biele Kollege B raune, ich glaube, daß bei dieser G e­
derjenigen, die dem Kauf zugestimmt haben, haben legenheit und bei Abwesenheit des B a u ra ts  fü r den 
es ja gerade m it Rücksicht auf die Möglichkeit getan, T iefbau es ganz deplaziert ist, die F rage  der B e­
dort einen gut gelegenen Spielplatz einrichten zu bauung des Nordwestendes C harlo ttenburgs an zu ­
können. schneiden. Ich  glaube, das läßt sich in einer be­
N un ist zurzeit ein B edürfn is, dieses T erra in  sonderen Anfrage, die S ie  an den M agistrat 
m it städtischen B au ten  zu besetzen, noch nicht vor­ richten können, erledigen lind wird Gegenstand der 
handen. Andererseits ist nicht zu verkennen, daß T agesordnung sein müssen. H ier handelt es sick 
das T erra in  erst ganz kurze Z eit in de» H änden der um  die vorläufige Ausnutzung unseres Platzes auf 
S ta d t ist, daß m an  noch nicht viel hat tun  können. Westend, die m it dein B ebauungsp lan  absolut nicht 
E s ist aber die Ansicht der Antragsteller, daß m an in Z usam m enhang steht.
m it der provisorischen Einrichtung des Spielplatzes 
nicht w arten  sollte. Ich  glaube, m an  wird auch L tad tv .  B r a u n e : Ich  glaubte, bei dieser
diesen provisorischen Spielplatz ohne Rücksicht auf Gelegenheit diese A nregung geben zu sollen, weil 
die späteren Gebäude vielleicht größer anlegen schließlich doch dieses Grundstück angesichts der 
können, als er später erhalten  bleiben kann. D as kostspieligen Verzinsung, demnächst zum Teil prak­
läß t sich jetzt wohl machen, ohne dam it der Zukunft tisch verw ertet w erden m üßte. Ich  werde bei 
zu präjudizieren. Es wird ja  dazu erstens nötig sein, anderer G elegenheit auf die Sache zurückkommen.
das T erra in  zu ebnen; es wird nötig sein, das D em  Ersuchen bezüglich des Spielplatzes schließe 
T erra in , auf dem gespielt werden soll, zu um ­ ich mich an.
zäunen; es wird für U nterkunftsräum e bei R egen­
w etter zu sorgen sein, jedenfalls fü r eine gewisse Vorsteher K a u f m a n n : Ich  möchte n u r fest­
U nterbringung der abzulegenden Sachen der stellen, daß I h r e  A nfrage heute m it dem Gegenstand 
S p ie lenden ; außerdem  wird zu den Zeiten , wo der T agesordnung nicht in Zusam m enhang steht.
gespielt w ird, fü r eine Bewachung des T erra in s  
gesorgt w erden müssen. D as sind ja  Sachen, die S t a d t v .  E w a l d : N am ens m einer F reunde
einige Kosten machen. Ich  glaube aber, es wird habe ich zu erklären, daß w ir gleichfalls fü r diesen 
nicht ausgeschlossen sein, daß die Vereine sich an A ntrag ein tre ten . W ir bitten den -M agistrat auch, 
diesen Kosten beteiligen, sie vielleicht ganz über­ so bald wie möglich dieser Angelegenheit näher zu 
nehm en; das w ird den späteren V erhandlungen tre ten . D enn  w ir haben das schöne Stück Land 
zwischen M agistrat und den V ereinen überlassen da gekauft; w arum  sollen w ir es unbenutzt liegen 
bleiben müssen. N ur an  einem  werden w ir fest­ lassen? B ebau t wird es vorläufig doch nicht werden. 
halten müssen: daß die S ta d t die Aufsicht über das Es ist ja  in Aussicht genom m en, es später fü r das 
T erra in  in H änden behält, und w ir werden ja, w as K rankenhaus zu verw enden; aber vorläufig kommt 
die Bewachung betrifft, sehr günstig vorgehen es dafü r nicht in  F rage . D a  es so w underbar 
können, indem  w ir einen In v a lid e n  —  w ir haben gelegen ist, so, m eine ich, können w ir nichts Besseres 
uns ja  bei einer früheren Gelegenheit über deren tun , als zum  Nutzen der G esundheit fü r die M it­
V erw endung un terhalten  —  dazu heranziehen. glieder unserer S ta d t  hier e tw as zu schaffen.
Auch die P lan ie ru n g  des T e rra in s  wird als eine Anschließend daran  hatte ich eine Id e e  —  
gewisse N otstandsarbeit angesehen w erden können. ich weiß nicht, ob S ie  sie akzeptieren w erden — : 
Also w ir werden die Sache m it nicht zu großen m an  könnte an  die V ereine etw as von dem G e­
M itte ln  machen können; die Kosten sind jedenfalls lände zu einem  Luft- und S onnenbad  abgeben. 
nicht bedeutend. Ich  glaube, es w ürde sich auch ein V erein finden, 
Ich  möchte vor allen D ingen  den M agistrat der es übernehm en w ürde. Ich  m eine nicht, daß 
b itten , nicht erst eine genaue Feststellung des es ein B au  sein soll, >vo die Nacktkultur getrieben 
T erra in s , der Grenzen usw. abzuw arten . D arau f w erden soll, wie es ein R eichstagsabgeordneter 
kommt es nicht an. D ie U m zäunung kann ganz machen wollte, sondern ivo m an in  freier Luft 
provisorisch sein, so daß sie jederzeit w ieder en tfern t und S o n n e  den K örper stählen kann. Und ich 
werden kann. Vorbehaltlich der endgültigen R egu­ glaube, S ie  w erden der F rag e  auch näher tre ten . 
lierung kann m an  m it den V ereinen bzw. m it den W as ein S onnenbad  betrifft, so w äre ick sicher, 
D irektoren der Schulen und den beauflag ten  S p ie l­ daß die B ü rg er dem M agistrat sehr dankbar sein 
leitern in V erbindung tre ten , dam it die ganze w ürden, w enn er in dieser Beziehung etw as tun  
O rganisation in geeigneter Weise getroffen wird. würde.
Es ist aber durchaus wünschenswert, daß spätestens 
im  nächsten F rü h jah r der Spielplatz den Vereinen (D ie B era tung  wird geschlossen. D ie V er­
zur Benutzung übergeben werden kann. Ich  sam m lung beschließt einstimmig nach dem A ntrage 
möchte S ie  daher bitten, auch diesem A ntrage —  des S tad tv . I)r S tad thagen  und G en.)
und ich denke, hier vielleicht in der vorliegenden 
F o rm  —  möglichst einstimmig zuzustimmen. Vorsteher K a u f m a n n : Einsprüche gegen die 
Vorschläge des Wahlausschusses sind nicht erfolgt.
S t a d t v .  B r a u n e : M eine H erren, es unterliegt Ich  schließe die Sitzung.
keinem Zw eifel, daß dieses Ersuchen von allen 
Kollegen sympathisch begrüßt wird. (Schluß der Sitzung 10 Uhr 35 M in u ten .)
Druck von Adolf Gertz G. m. b. H ., Charlottenburg.
        
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