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Periodical volume 20. Oktober 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

4 2 8 Sitzung vom 20. Oktober 1909
Überweisungen zur K rum m e - Spreestraße bzw. zu bieten. Ich  bin der M einung, daß der M agistrat 
Lützowstraße, ferner die E inrichtung fliegender sich dieser P e titio n  nicht verschließen wird, und 
Klassen seien M aßregeln , welche nicht im  en t­ empfehle Ih n e n , m eine Herren, dem einstimmig 
ferntesten Abhilfe schafften. D er Stadtbezirk gefaßten A ntrage des Petitionsausschusses zuzu­
M artinikenfelde weise über 800 schulpflichtige Kinder stimmen, die P e titio n  dem M agistrat zur B e­
auf, abgesehen von m ehreren hundert katholischen rücksichtigung zu überweisen.
Kindern, welche die B erliner Schulen besuchen 
und dort Schulgeld bezahlen. D ie K inder m üßten Stadtschulrat Dr. N eu ser t : M eine Herren,
zum  großen T eil früh um  7 Uhr in der Schule n u r wenige W orte! D ie pädagogischen G efahren 
sein. D er Weg dorthin fei sehr weit und um ­ eines größeren Schulw eges w erden gewöhnlich 
ständlich, nam entlich von der Sickingen-, Ufnau- überschätzt. E in  Schulweg von einer halben S tu n d e  
und verlängerten  H uttenstraße her. D ie K inder ist fü r ein größeres Kind ohne jedes Bedenken. 
m üßten um  61/* Uhr das H aus verlassen und E in solcher ist im  Gegenteil zuweilen besser, als 
kämen m üde und m att in der Schule an, w as ihre w enn die K inder n u r einen ganz kleinen Weg 
Aufmerksamkeit beim  Unterricht ausschließe. W enn m achen; sie kommen dabei wenigstens einm al 
diese m üden K inder nun noch obendrein stehen ordentlich an  die Luft. F ü r  die kleinen Kinder 
m üßten, so erhöhe dies die G efahr der U nauf­ freilich ist eine halbe S tu n d e  ein bißchen viel.
merksamkeit noch m ehr. D er Schulweg sei auch Ich  erkenne ohne w eiteres an , daß im  N orden 
anderseits sehr gefährlich. D ie K inder m üßten ein B edürfn is  nach einer neuen Schule vorhanden 
die Gotzkowskybrücke zu einer Z eit passieren, wo ist. D er M agistrat hat auch schon seit längerer Z eit 
eine große Z ahl von A rbeitern, die dort in  der den Entschluß gefaßt, daß dort eine Schule gebaut 
Nähe beschäftigt sind, ihre A rbeitsstätte aufsuchen. wird. D ie A ngelegenheit ha t die Hochbaudeputation, 
Dazu käme ein ungewöhnlich starker W agenverkehr, die Schuldeputation  und den M agistrat schon 
der sich über die Gotzkowskybrücke ergieße. w iederholt beschäftigt. Es sind m ehrere Projekte 
D er Petitionsausschuß hat die P e titio n  ein­ ausgearbeitet w orden, aber es ha t eine E inigung 
gehend geprüft und ihre Berechtigung vollkommen noch nicht erzielt w erden können. Ich  kann jedoch 
anerkannt. E r hofft, daß der M agistrat in  Bälde versichern, daß das Hochbauam t zurzeit m it Hoch­
eine A bänderung der bestehenden Schulverhält- druck arbeitet, um  ein allen A nforderungen en t­
nisse schaffen werde. D er M agistrat selbst ha t den sprechendes Projekt vorzulegen.
P e ten ten  m itgeteilt, daß er bem üht gewesen ist, D er H err S tad tvero rdne te  hat von denjenigen 
in  der Gegend passende Schulräum e zu m ieten, Kindern gesprochen, die in  nahe gelegenen B erliner 
daß es ihm  aber bisher nicht gelungen sei, geeignete Gemcindeschulen untergebracht w erden sollen. Ich  
R äum e zu finden. A ußerdem  sei beabsichtigt, in bin in der Lage, dem noch e tw as hinzuzufügen. 
der W iebestraße eine Gemeindedoppelschule zu I n  der gestrigen Sitzung hat die Schuldeputation 
erbauen. beschlossen, in  Anerkennung des Bedürfnisses die­
I m  Ausschuß w urde vom M agistra tsvertre ter jenigen Kinder, welche nach B erliner Schulen 
diese M itte ilung  noch durch die Bem erkung er­ gehen, auf städtische Kosten dort unterzubringen. 
gänzt, daß die R äum e, die dem  M agistrat angeboten Ich  hoffe, daß auf diese Weise die allerschlimmsten 
w orden sind, den an  eine Schule zu stellenden H ärten beseitigt w erden können.
A nforderungen nicht genügen, indem  sie einesteils 
nicht den nötigen B ew egungsraum  für die Kinder, Stabtb . G eb ert: M eine H erren, die S itu a tio n  
andern teils nicht die erforderlichen A usgänge nach ist doch im  allgem einen recht trau rig . D as eine 
zwei T reppenslu ren  aufwiesen. D er M agistrat trifft doch sicher zu, daß beim  B au  der Schulen ein 
hat sich w eiter bem üht und ist an die G em einde ungeheuer langsam es T em po eingeschlagen wird. 
B erlin  herangetreten , um  in den benachbarten Ich  erinnere n u r an  ein Projekt, das schon lange 
Schulen B erlin s  noch Kinder unterzubringen. Es geplant ist, aber leider bis jetzt noch nicht zur A us­
ist ihm  dies fü r eine beschränkte Anzahl K inder führung gebracht w orden ist: das ist das Projekt, 
auch gelungen. D ie E ltern  fühlen sich jedoch in der Spielhagenstraße eine Schule zu errichten. 
dadurch benachteiligt, daß sie an  die B erliner W ir haben auf diesem Platze, w enn ich nicht irre, 
Schulen das Schulgeld entrichten müssen. I m  ein D epo t der S traßen re in igung . D ie A nw ohner 
Ausschuß w urde ohne w eiteres zugegeben, daß, von M artinikenfelde haben die P e titio n  m it Recht 
falls die E ltern  dieser K inder an den M agistrat eingereicht. W enn m an  sich die Entwicklung dieses 
heran treten  w ürden, ihnen das Schulgeld erstattet S ta d tte ils  ansieht, so m uß m an  konstatieren, daß 
werden m üßte. hier eine ganz rapide Entwickelung zu verzeichnen 
W eiter w urde der Wunsch ausgesprochen, ist. Ich  habe mich der M ühe unterzogen, einm al 
daß die Schule in der W iebestraße möglichst bald des M orgens zu beobachten, wie die kleinen Kinder 
in Angriff genom m en w erden möchte. D er H err mühselig durch Schneegestöber nach der H aller­
S tadtschulrat entgegnete darauf, daß zum B au  straße gew andert sind; sie gebrauchten allein  zu 
einer Schule m indestens 2 Som m erhalb jahre  und diesem Wege nicht m ehr und nicht w eniger als 
ein W interhalbjahr gehörten, und daß die Schule, drei Viertelstunden. D as ist eine m eines Erachtens 
w enn sie wirklich von allen erforderlichen In stanzen  viel zu hohe A nforderung fü r diese kleinen Kinder.
genehm igt w ird, frühestens am  1. Oktober 1911 I n  den Kreisen der Bevölkerung dort ha t es 
eröffnet w erden könnte. W ir glauben aber aus auch eine große E rb itte rung  hervorgerufen, daß 
den G ründen, die in  der P e titio n  angeführt w orden das Projekt der Schaffung einer sogenannten 
sind, daß der M agistrat sich vielleicht doch noch nach Laufbrücke über den K anal zur Hallerstraße 
w eiteren Grundstücken umsehen wird, und w enn noch nicht zur A usführung gebracht w orden ist. 
gar keine passenden Grundstücke erm ietet werden Dadurch hätte  m an  schon den Weg für diese kleinen 
können, zu dem sehr kostspieligen Barackenbau wird K inder um  ein ganz gew altiges Stück beschneiden 
schreiten müssen, um  wenigstens den K indern für können. Auch hierin  läge eventuell ein M itte l, den 
die ersten Schuljahre eine U nterkunft in der Nähe Wünschen der P e ten ten  näher zu kommen.
        
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