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Periodical volume 20. Oktober 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

414 Sitzung vom 20. Oktober 1909
diejenigen Herren, die an der Eröffnung teilnehmen I y2l— 8 Uhr morgens und von Y24— 5 Uhr 
wollen, sich beim (Schriftführer zu melden und die nachmittags reichlich besprengt und an den 
Karten, soweit sie reichen, in Em pfang zn nehmen. Abenden zur W interzeit entsprechend be­
Wir treten nunm ehr in die Tagesordnung ein. leuchtet wird, dam it die Passanten ohne 
Punkt 1: Schaden für ihre Gesundheit ihrer Be­
schäftigung nachgehen können.
Mitteilung betr. Vorschußzahlungen an die Lehr­ Der Petitionsausschuß ist der M einung, daß 
kräfte der Bürgermädchenschule, der Gemeinde- alle hier vorgetragenen Tatsachen durchaus der 
und Hilfsschulen. — Drucksache 291. Wahrheit entsprechen.
Die gleiche Petition  ist an den M agistrat ge­
(Die B eratung wird eröffnet und geschlossen. richtet. Der M agistrat hat auf die Petition, wie 
Die Versammlung nim m t Kenntnis.) folgt, geantw ortet:
Wir find bereits feit längerer Zeit bestrebt, 
Punkt 2 der Tagesordnung: mit der Regulierung des Nonnendam ms vor­
zugehen. Zu diesem Zweck haben wir der 
Bericht des Petitionsausschusses über die P e ti­ Firm a S iem ens und Halske im J u n i  vorigen 
tionen. — Drucksache 292. Jah res  einen entsprechenden V ertragsent­
wurf übersandt. Zum  Abschluß des Vertrages 
I. P e t i t i o n  d e s  A r b e i t e r a u s ­ ist es bisher nicht gekommen. I m  Interesse 
s c h u s s e s  d e r  S i e m e n s - W e r k e  der Förderung der Angelegenheit stellen wir 
b e t r .  V e r k e h r s  V e r h ä l t n i s s e  a m  anheim, bei der F irm a S iem ens und Halske 
N o n n e n d a m m . vorstellig zu werden.
Von Ih re n  Wünschen wegen der Be- 
Berichterstatter Stadtv. Dr. Crüger: Meine sprengung und Beleuchtung des Nonnen­
Herren, es wird das einfachste fein, wenn ich Ih n e n  dam m s haben wir den zuständigen V er­
den wesentlichsten In h a lt  der Petition  des Arbeiter- w altungsdeputationen Kenntnis gegeben.
ausschusses der Siemens-W erke hier zum Vortrag Aus dieser Antwort werden S ie  entnehmen, 
bringe. Es heißt dort: daß der M agistrat ebenso wie der Petitionsausschuß 
Der Weg vom Bahnhof Jungfernheide bis die Zustände an dem Nonnendam m  als richtig ge­
zu den Siemenswerken ist ca. 20 bis 25 M inuten schildert betrachtet und als unhaltbar anerkennt. 
weit, es ist keine Fahrverbindung von sowie Er hat den Arbeiterausschuß an die Siem ens- und 
nach Charlottenburg vorhanden, das Pflaster Halske-Werke gewiesen, die bei der Regulierung 
weift große Löcher auf, so daß bei schlechtem beteiligt sind. Ob der Arbeiterausschuß das getan 
W etter die Passanten durch den regen hat, ist m ir nicht bekannt. Ich glaube nach dem 
Wagenverkehr über und über m it Schmutz Verlaus einer Unterredung zwischen einem Ver­
beworfen werden. Is t  es dagegen trocken, treter des Arbeiterausschusses und mir, daß der 
dann bekommen die Passanten den im ver­ Arbeiterausschuß den hier vorgeschlagenen Weg noch 
gangenen W inter angefahrenen und weit aus­ nicht beschritten hat.
gebreiteten Straßenschmutz vom Winde ins M eine Herren, wir können in der Sache nicht 
Gesicht geblasen. anders vorgehen, als wie der M agistrat seinerseits 
F ü r den regen Verkehr ist die S traße auch sich bereits schlüssig gemacht hat. Wir könnten danach 
viel zu schmal, und es kommt sehr häufig vor, vielleicht sogar über die P etition  zur Tagesordnung 
daß sich vor dem Hause Nonnendamm Nr. 4, übergehen. Aber der Petitionsausschuß schlägt 
in welchem sich ein Schanklokal befindet, die Ih n e n  vor, auch Ihrerseits durch Annahme des 
Wagen derartig ansammeln, daß der Ver­ Antrages, die Petition  dem M agistrat als M aterial 
kehr vollständig lahmgelegt wird. Erw ähnen zu überweisen, zu bekunden, daß auch S ie dringend 
wollen wir noch, daß diese wohl den größten wünschen, daß die Zustände aus dem Nonnendam m  
Verkehr aufweisende S traße Charlottenburgs sobald wie möglich geregelt werden, und daß der 
nur einen Bürgersteig hat, den täglich ca. M agistrat nicht daraus wartet, ob der Arbeiter­
15 000 Arbeiter, Arbeiterinnen und Beam te ausschuß nun die Schritte unternim m t, die in Vor­
benutzen müssen. schlag gebracht sind, sondern, soweit es in seinen 
Dazu kommt noch, daß der Bürgersteig Kräften steht, selbst dafür Sorge trägt, daß es zu 
auch teilweise von Radfahrern benutzt wird, einer Verständigung m it den Siemenswerken 
da ein Fahren auf dem Fahrdam m  bei der kommt, dam it alsbald mit einer Regulierung des 
geringen Breite und dem Zustand desselben Nonnendam m s begonnen werden kann.
sowie in Anbetracht des starken Verkehrs mit 
Lebensgefahr verbunden ist. Stadtv. Witt : Meine Herren, wir beantragen 
Die von uns vertretene Arbeiterschaft bittet zu diesem Punkte, unter Ablehnung des Ausschuß­
nun die wohllöbliche Stadtverordnetenver­ antrages diese P etition  dem Magistrat zur Berück­
sammlung, die Regulierung des Nonnen­ sichtigung zu überweisen. Der Herr Referent hat 
damms tunlichst zu beschleunigen oder die ja schon 'zum Teil das angeführt, was in der P e ­
neue S traße, wie diese auf dem Bebauungs­ tition vorgebracht worden ist. Die Zustände am 
plan vorgesehen ist, möglichst bald herzustellen. Nonnendam m  sind tatsächlich unhaltbar, und wir 
S ie  bittet ferner, dafür einzutreten, daß möchten bei dieser Gelegenheit an den M agistrat 
eine Straßenbahnverbindung nach den S ie­ gleich die B itte richten, daß er umgehend der S ta d t­
menswerken hergestellt wird, und, falls die verordnetenversammlung eine Vorlage macht, die 
Regulierung des Nonnendam ms bzw. die die Regulierung des N onnendam m s unm ittelbar 
Herstellung der neuen S traße sich verzögern vorsieht, daß er spätestens aber im neuen E ta ts­
sollte, dafür zu sorgen, daß der Nonnendamm jahre mit einer derartigen Vorlage an die S ta d t­
in den Som m erm onaten in der Zeit von verordnetenversammlung herantritt. Die Kosten
        
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